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Die Migros stimmt am 6. November über die Aufhebung des Alkoholverbots ab. Jetzt appelliert das Blaue Kreuz an den Detailhändler, am Verbot festzuhalten.

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Die Delegierten der Migros stimmen am Samstag, 6. November, über eine mögliche Aufhebung des Alkoholverbots ab.

Die Delegierten der Migros stimmen am Samstag, 6. November, über eine mögliche Aufhebung des Alkoholverbots ab.

20min/Matthias Spicher

Der verstorbene Gründer, Gottlieb Duttweiler, hat in den Statuten festgehalten, dass die Migros keinen Alkohol oder Tabak verkaufen darf.

Der verstorbene Gründer, Gottlieb Duttweiler, hat in den Statuten festgehalten, dass die Migros keinen Alkohol oder Tabak verkaufen darf.

Tamedia

Daran soll die Migros laut Blauem Kreuz festhalten.

Daran soll die Migros laut Blauem Kreuz festhalten.

20min/Michael Scherrer

  • Das Blaue Kreuz will, dass die Migros am Alkoholverbot festhält.

  • Das Unternehmen riskiere sonst seinen guten Ruf als sozialer Grossverteiler.

  • Denn ist Alkohol nur beschränkt verfügbar, sinkt das Risiko für Missbrauch.

Am Samstag stimmen die Delegierten des Migros-Genossenschaftsbunds ab, ob das Alkoholverbot fallen soll. Mit einer Aufhebung des Verbots würde die Detailhändlerin die Grundsätze ihres Gründers, Gottlieb Duttweiler, über Bord werfen. Dieser hat in den Statuten den Verkauf von Alkohol und Tabak verboten.

Jetzt wendet sich das Blaue Kreuz öffentlich an die Migros: Die Abschaffung des Alkoholverbots sei ein «Verrat an der DNA der Migros», wie die Organisation in einer Medienmitteilung schreibt. Das Unternehmen riskiere damit, seinen guten Ruf als sozialer und gesellschaftsverantwortlicher Grossverteiler zu verlieren.

Denn die beschränkte Verfügbarkeit von Alkohol verringere den Alkoholkonsum und damit auch das Risiko, süchtig zu werden. So ist es für Personen, die in Gefahr sind, übermässig Alkohol zu konsumieren, besonders wichtig, dass sie bei ihren täglichen Einkäufen nicht «in Versuchung geführt» werden.

Darum appelliert das Blaue Kreuz an die Detailhändlerin, an der bewährten Politik des Alkoholverzichts festzuhalten. Damit könne der Grossverteiler einen Eckpfeiler seiner Identität bewahren, der von der Kundschaft geschätzt und gewürdigt werde.

  • 6. November 2021: Die Delegiertenversammlung entscheidet darüber, ob das Alkoholverkaufsverbot aufgehoben wird.

  • 3. Dezember 2021: Sollten mindestens zwei Drittel der Delegiertenversammlung zustimmen, kommen in einem nächsten Schritt die Verwaltungen und Genossenschaftsräte der zehn regionalen Migros-Genossenschaften zusammen. Sie müssen ebenfalls abstimmen, ob sie der Aufhebung des Alkoholverkaufsverbots zustimmen.

  • 4. Juni 2022: In denjenigen Genossenschaften, in denen mindestens zwei Drittel der Mitglieder der jeweiligen Verwaltung sowie mindestens zwei Drittel des jeweiligen Genossenschaftsrats zugestimmt haben, kommt es zu einer Urabstimmung. Dann stimmen alle Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftler über das Verbot ab.

  • 2023: Nur in den Filialen von regionalen Genossenschaften, deren Mitglieder sich mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen für die Aufhebung des Verbots aussprachen, könnten nun alkoholische Getränke in die Regale kommen. Je nach Ergebnis sind also regionale Unterschiede möglich.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit Alkohol?

Hier findest du Hilfe:

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Abschaffung des Alkoholverbots wäre «Verrat an der DNA der Migros»
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