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Ein Greenpeace-Aktivist muss kurz vor Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich mit einem Motorschirm mitten im Stadion notlanden. Zwei Menschen werden verletzt – es hagelt Kritik von allen Seiten.

  • Ein Aktivist landet vor dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich im Stadion.

  • Dabei wurde eine Arbeiterin verletzt.

  • Der Motorschirmflieger wurde abgeführt.

Schreckmoment kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich: Plötzlich gerät ein Motorschirm-Flieger über der Münchner Arena ins Taumeln, kommt Zuschauern gefährlich nahe und landet unsanft auf dem Rasen. Zwei Menschen werden bei der missglückten Aktion, die von Greenpeace initiiert wurde, verletzt. Eigentlich wollte die Umweltorganisation damit gegen Volkswagen, den Sponsor des Spiels, protestieren. Der Aktivist sei festgenommen worden, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei. Später entschuldigt sich Greenpeace – und erntet heftige Kritik.

Der Motorschirm-Pilot flog zunächst über dem Stadion und versuchte, einen grossen gelben Ball in die Arena sinken zu lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit grosser Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern. Nach der Notlandung eilten ihm noch zwei Spieler der deutschen Mannschaft zur Hilfe – dann wurde er von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Auf Bildern ist zu sehen, wie er zuvor noch einige Zuschauer streifte. «Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind», sagt der Polizeisprecher. Über die Schwere der Verletzungen gibt es zunächst keine Informationen.

Die Europäische Fussball-Union UEFA sprach von einer «rücksichtslosen und gefährlichen Aktion», die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fussball-Bund verurteilte den Protest. Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar», sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich. «Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA.»

Greenpeace entschuldigt sich

Eigentlich hätte laut Greenpeace alles ganz anders ablaufen sollen: Die Umweltorganisation forderte bei Twitter von Volkswagen, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Ein Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei – und entschuldigte sich. «Das tut uns wahnsinnig leid», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hiess es: «Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.» Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

Eigentlich sei der Plan gewesen, dass der Pilot mit einem grossen Latexball über das Stadion schwebt, erklärte der Sprecher. Der Ball hätte dann hinab sinken sollen – der Pilot, der auch einen Propeller auf dem Rücken festgeschnallt hatte, sollte gar nicht landen. Technische Schwierigkeiten hätten ihn aber zur Notlandung auf dem Spielfeld gezwungen.

Volkswagen kritisierte, Greenpeace habe mit der Protestaktion «Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fussballspiels in Gefahr gebracht und es wurden sogar Menschen verletzt.» VW sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Auch in den Sozialen Medien erntete Greenpeace Spott und scharfe Kritik. «Wichtiges Thema, aber krass idiotische und unverantwortliche Aktion», schrieb der deutscher Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz bei Twitter. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nannte den Piloten in der «Bild»-Zeitung einen unverantwortlichen Abenteurer, «der seine Flugkünste selbst masslos überschätzt hat und dadurch Leib und Leben von Zuschauern im Stadion ernsthaft gefährdet hat».

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(DPA/fss/chk)

Aktivist landet mit Motorschirm in Stadion und verletzt dabei TV-Angestellte
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