«Mein Herz ist gebrochen»

Alec Baldwin erschiesst unabsichtlich Kamerafrau: Jetzt geht sein Tweet von 2017 viral

Hollywood-Schauspieler Alec Baldwin hat am Set seines neuen Western-Films eine Kamerafrau erschossen. Er ging davon aus, dass die Requisiten-Pistole nicht geladen sei. Schon vor dem Vorfall gab es Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen, die Crew verliess kurz vor dem Vorfall gar das Set.

Alec Baldwin beim Santa Fe County Sheriff's Office in Santa Fe, USA, kurz nach der Polizeibefragung.

Alec Baldwin beim Santa Fe County Sheriff’s Office in Santa Fe, USA, kurz nach der Polizeibefragung.

Jim Weber / AP

Was genau ist am Filmset von «Rust» passiert? Viele Fragen um den tödlichen Schuss aus der Requisitenwaffe von Schauspieler Alec Baldwin auf eine Kamerafrau sind weiter ungeklärt. Zu den genauen Umständen des Vorfalls im US-Bundesstaat New Mexico und dem fatalen Projektil gebe es noch immer offene Fragen, teilte die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Polizei hat das Filmset durchsucht.

Regieassistent übergibt Alec Baldwin «kalte »Waffe

Die «New York Times» zitierte aus einem Polizeibericht, dass ein Regieassistent auf dem Set des Westerns «Rust» eine sogenannte Prop-Waffe mit dem Hinweis an Baldwin übergeben habe, sie enthalte keine scharfe Munition. Er soll gesagt haben, die Waffe sei «cold», also «kalt». Das bedeutet, dass die Waffe nicht geladen ist und keine scharfe Munition enthält.

Doch als der Schauspieler die Waffe am Donnerstag abfeuerte, kam es zur Tragödie: Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins erlitt tödliche Verletzungen, Regisseur Joel Souza (48) wurde ebenfalls getroffen und mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht. Er konnte aber später entlassen werden, wie US-Medien berichteten.

Die Kamerafrau Halyna Hutchins wurde tödlich getroffen, hier am Set des Films «Archenemy» im Jahr 2019, in Los Angeles.

Die Kamerafrau Halyna Hutchins wurde tödlich getroffen, hier am Set des Films «Archenemy» im Jahr 2019, in Los Angeles.

Jack Caswell / AP

Alec Baldwin ist geschockt und will kooperieren

«Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat», schrieb Baldwin am Freitag auf Twitter. Sie sei zugleich «Ehefrau, Mutter und zutiefst bewunderte Kollegin von uns» gewesen. «Ich kooperiere vollkommen mit der polizeilichen Untersuchung, um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte. Und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, um ihm und seiner Familie meine Unterstützung anzubieten.» Der Gedanke an «ihren Ehemann, ihren Sohn und all diejenigen, die Halyna kannten und liebten», breche ihm das Herz.

Strafrechtliche Vorwürfe wurden laut Polizei bislang nicht erhoben. Der Dreh wurde bis auf Weiteres eingestellt.

Alec Baldwin am Set des Westernfilms «Rust», wo der Vorfall geschah.

Alec Baldwin am Set des Westernfilms «Rust», wo der Vorfall geschah.

Jim Weber / AP

Mitarbeiter kritisieren mangelnde Sicherheitsvorkehrungen

Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western «Rust», bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen. Auf dem Gelände nahe einer früheren Goldgräberstadt in der Wüste New Mexicos wurden bereits zahlreiche Filme produziert.

Laut einem Bericht der «Los Angeles Times» vom Freitag sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Bedingungen wie lange Arbeitszeiten beschwert haben.

Nach Horror-Unfall mit Alec Baldwin: Filmset war von laxer Sicherheit geplagt.

Tele M1

In Hollywood übliche Sicherheitsprotokolle nicht befolgt

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, mehrere Mitarbeiter der Kamera-Crew hätten wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen. Die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden, hiess es.

Die Bonanza Creek Ranch ein Tag vor dem Todesfall beim Dreh des Films «Rust» mit Alec Baldwin.

Die Bonanza Creek Ranch ein Tag vor dem Todesfall beim Dreh des Films «Rust» mit Alec Baldwin.

Roberto E. Rosales / AP

Laut der «Los Angeles Times» ist üblicherweise ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig. Zu dessen Aufgaben gehöre es auch, diese mit Platzpatronen zu laden und den Schauspielern und Regieassistenten den Umgang damit zu erklären. Scharfe Munition sei am Set verboten.

Brisanter Tweet von Alec Baldwin aus dem Jahr 2017 geht viral

Derweil geht nun ein Tweet des Schauspielers in den Sozialen Medien viral. «Ich frage mich, wie sich das wohl anfühlen muss, jemanden fälschlicherweise zu töten…», schrieb Baldwin im Jahr 2017 zu einer Meldung.

Alec Baldwin erschiesst unabsichtlich Kamerafrau: Jetzt geht sein Tweet von 2017 viral
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