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Schweizerinnen und Schweizer sind auf dem internationalen Arbeitsmarkt oft benachteiligt, da Nichstudierten hilfreiche Titel wie Bachelor oder Master fehlen. Das soll sich nach dem Willen des Bundes künftig ändern.

Nicht nur Hochschulabsolventinnen und -absolventen sollen sich künftig mit einem Bachelor- oder Master-Titel schmücken dürfen.

Nicht nur Hochschulabsolventinnen und -absolventen sollen sich künftig mit einem Bachelor- oder Master-Titel schmücken dürfen.

Raphael Moser/ Tamedia AG

  • Schweizerinnen und Schweizer haben auf dem internationalen Arbeitsmarkt oft schlechtere Chancen, weil ihnen wohlklingende Titel fehlen.

  • Laut dem Bund sollen künftig auch Berufsleute ohne Hochschulstudium in den Genuss dieser Bezeichnungen kommen können.

  • Hochschulen warnen allerdings vor einem Titel-Wirrwarr.

«Es darf nicht sein, dass die hervorragend ausgebildeten Schweizer krass benachteiligt sind, nur wegen ihres fehlenden Titels», sagt der Bildungspolitiker und SP-Nationalrat Aebischer gegenüber der «SonntagsZeitung». Hintergrund: Während sich etwa in Deutschland seit Anfang 2020 auch Personen ohne Hochschulabschluss «Bachelor Professional» oder «Master Professional» nennen dürfen und damit auf dem globalisierten Arbeitsmarkt besser Chancen haben, ist dies auch beruflich bestens geschulten Schweizerinnen und Schweizern verwehrt. Auch in Italien dürfen sich Bäckerinnen und Bäcker oder Handwerkerinnen und Handwerker mit dem Bachelor-Titel schmücken.

Das verschafft ausländischen Mitbewerbern um Jobs handfeste Vorteile: Personalchefs geben diesen aufgrund ihres Titels oft den Vorzug vor Schweizerinnen und Schweizern, denen enstprechende Bezeichnungen verwehrt sind. Und wenn sie doch eingestellt werden, verdienen sie laut Aebischer bisweilen bis zu 1000 Franken weniger.

Bessere Positionierung dank Titel

Dies soll sich gemäss dem Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ändern: Das Amt prüft derzeit die Einführung der genannten Titel für Nichtstudierte. Laut Sprecher Martin Fischer wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um eine «ganzheitliche Überprüfung der nationalen und internationalen Positionierung der Höheren Fachschulen sowie der Bildungsgänge» zu starten. Ziel sei eine bessere Positionierung, wobei auch «die Frage von Professional-Bachelor- und -Master-Titeln» untersucht werde.

Opposition kommt allerdings von Seiten der Hochschulen, die eine Abwertung der von ihnen verliehenen Bachelor- und Master-Titel befürchten. Bei diesen Bezeichnungen handle es sich um akademische Abschlüsse – diese auch in anderen Bereichen zu verleihen wäre laut der Konferenz der Hochschuldirektoren «irreführend». Zusätzliche Titel wie Professional Bachelor oder Master würden «noch mehr Wirrwarr und Verwechslung stiften», argumentiert der Verband der Fachhochschulabsolventen FH Schweiz.

Allerdings herrscht in der Schweiz auch ein solches in Sachen Titeln und Berufsbezeichnungen: So gibt es laut dem Bericht in der Schweiz neben 220 Lehrabschlüssen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis auch 430 verschiedene Abschlüsse in der Höheren Berufsbildung.

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(trx)

Auch Nichtstudierte sollen Bachelor oder Master sein können
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