Baselbieter Afghanistan-Experte warnt vor Vorverurteilungen: «Ich bin kein Agent der Taliban, aber…»

Der 79-jährige Paul Bucherer kennt das Land, aus dem Tausende vor den Taliban flüchten, wie kaum ein zweiter in der Schweiz. Der Leiter des Afghanistan-Instituts in Bubendorf stimmt nicht in den Chor der Kritiker der neuen Machthaber ein – und zieht einen Vergleich zur SVP.

Paul Bucherer in seinem Institut in Bubendorf. Zuletzt war der 79-Jährige 2009 in Afghanistan. Sein Netzwerk ist aber noch immer gross. Seit 1971 besuchte er fast 50 Mal das Land am Hindukusch und lebte dort teils mehrere Monate am Stück.

Paul Bucherer in seinem Institut in Bubendorf. Zuletzt war der 79-Jährige 2009 in Afghanistan. Sein Netzwerk ist aber noch immer gross. Seit 1971 besuchte er fast 50 Mal das Land am Hindukusch und lebte dort teils mehrere Monate am Stück.

Kenneth Nars

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan bewegt die Welt. Über allem schwebt die Angst der dortigen Bevölkerung vor Gewalt und Racheakten durch die berüchtigten Kämpfer. Tausende versuchen verzweifelt, das Land zu verlassen. «Diese Panik ist verständlich», sagt Paul Bucherer. Der Leiter des Afghanistan-Instituts von Bubendorf, einem der weltweit umfangreichsten Dokumentationszentren afghanischer Kultur und Geschichte, glaubt aber, dass diese Ängste auf Erinnerungen an die letzte Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 basieren. Im Gespräch mit der bz zeichnet der 79-Jährige von den heutigen Anführern ein anderes, positiveres Bild. Sein Leitgedanke dabei: «Ich verurteile die Taliban erst, wenn sie durch ihre Taten zeigen, dass die Angst berechtigt ist.»

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