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Die Staatsanwaltschaft hatte für den vorbestraften Mann nach einer Schlägerei einen Wangenabstrich und ein DNA-Profil verfügt. Er wehrte sich dagegen, wegen seines Umgangs mit Pyros gab das Gericht der Behörde recht.

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Das Zünden von Pyros ist in Fankurven weit verbreitet. Das Strafgericht Basel-Stadt taxiert es als «Vergehen gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe». (Symbolbild)

Das Zünden von Pyros ist in Fankurven weit verbreitet. Das Strafgericht Basel-Stadt taxiert es als «Vergehen gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe». (Symbolbild)

Andreas Blatter

Bei der Pokalfeier des FC Basel soll ein Fan 2017 einen Security-Mitarbeiter verletzt haben. (Symbolbild)

Bei der Pokalfeier des FC Basel soll ein Fan 2017 einen Security-Mitarbeiter verletzt haben. (Symbolbild)

Tamedia/Pino Covino

Die Staatsanwaltschaft forderte eine DNA-Probe und die Erstellung eines Profils für den Mann. Dagegen beschwerte er sich vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine DNA-Probe und die Erstellung eines Profils für den Mann. Dagegen beschwerte er sich vor Gericht.

DPA/Tom Weller

  • Weil er Pyros im Stadion gezündet hat, muss ein gewalttätiger Fussball-Fan ein DNA-Profil anfertigen lassen.

  • Er hatte gegen die Massnahme Beschwerde erhoben, verlor aber vor dem Appellationsgericht Basel-Stadt.

  • Dieses gewichtet das öffentliche Interesse in diesem Fall höher als die Anonymität des Beschuldigten.

Die Staatsanwaltschaft darf von einem gewalttätigen Hooligan ein DNA-Profil anlegen. Das hat das Appellationsgericht Basel-Stadt gemäss einem kürzlich publizierten Urteil entschieden, wie «Onlinereports» berichtet. Dem Mann wird vorgeworfen, 2017 bei der Pokalfeier des FC Basel einen Security-Mitarbeiter angegriffen und verletzt zu haben.

Der Beschuldigte hatte gegen die genetische Profilierung Beschwerde eingereicht. Sein Anwalt argumentierte, diese sei «rechtsmissbräuchlich und treulos» und bereits bestehendes Material sei «zu vernichten» respektive «zu löschen».

Gewalt und Pyros

Um die nun schon Jahre zurückliegende Gewalttat zu klären, braucht es das DNA-Profil des Mannes nicht, hält das Gericht fest. Dennoch müsse er sich der Anordnung der Staatsanwaltschaft fügen. Denn er wurde in der Zwischenzeit rechtskräftig wegen mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe verurteilt. Wie aus dem Urteil hervorgeht, hatte er im St.-Jakob-Park gleich zwei Mal Pyros gezündet.

Von Pyros gehe eine besondere Gefahr aus, weil sie wegen ihrer hohen Abbrenntemperatur nicht einfach gelöscht werden könnten. Ihre Verwendung im Stadion sei laut dem Bundesverwaltungsgericht als gewalttätiges Verhalten einzuschätzen. Der Beschuldigte hingegen «verharmlose» seine Taten und es sei davon auszugehen, dass er wieder Pyros zünden werde. Der kurze Abstand zwischen den Pyro-Delikten deute darauf hin, «dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt hat», so das Gericht.

Hinweise auf schwere Delinquenz

Wegen dieser Hinweise auf vergangene und wahrscheinliche künftige Delikte sei es deshalb im Interesse der Öffentlichkeit, dass ein DNA-Profil des Mannes erstellt wird, urteilt das Gericht. Die Zwangsmassnahme sei «vergleichsweise leicht».

Das Gericht weist die Beschwerde des Beschwerdeführers ab und er muss die Verfahrensgebühr von 600 Franken tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann vor Bundesgericht angefochten werden.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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Basler Hooligan wehrt sich gegen DNA-Probe und blitzt ab
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