Behörden wappnen sich gegen Hochwasser und warnen die Bevölkerung

Die Wetterlage bleibt angespannt. Wegen der grossen Niederschlagsmengen haben diverse Kantone bereits erste Hochwasserschutzmassnahmen eingeleitet.

Die Aare führt Hochwasser in der Innenstadt von Thun.

Die Aare führt Hochwasser in der Innenstadt von Thun.

Keystone

In der Nacht auf Dienstag zog ein schweres Unwetter mit starkem Wind und Hagel über die Schweiz. Auch am Dienstag bleibt die Wettersituation angespannt. MeteoSchweiz warnt entsprechend vor intensivem Dauerregen und mahnt zur Vorsicht, insbesondere bei Ufergebieten von Gewässern und stark geneigten Hanglagen.

MeteoSchweiz warnt vor intensivem Dauerregen (Stufen 2,3 und 4). Die Böden sind bereits stark gesättigt. Vorsicht bei Ufergebieten von Gewässern und stark geneigten Hanglagen. Beachten Sie die Wetterentwicklung zu #Regen und #Hochwasser @bafuch pic.twitter.com/BFIOMlJdVH

— MeteoSchweiz (@meteoschweiz) July 13, 2021

Im Kanton Zürich, wo die starken Regenfälle besonders grosse Schäden angerichtet haben, werde der Pegel des Zürichsees am Mittwoch voraussichtlich die Gefahrenstufe 4 (gross) erreichen. Exponierte Uferpartien können überflutet werden und vereinzelt kann das Wasser auch in Häuser eindringen, die direkt am See liegen, wie es in einer Mitteilung heisst. Um die Limmat nicht zusätzlich mit einem Sihlhochwasser zu belasten, lasse die Baudirektion den Pegel des Sihlsees ab Dienstagabend vorsichtshalber absenken.

Die anhaltenden Regenmengen führen auch im Kanton Aargau zu einem erhöhten Überschwemmungsrisiko. Am Rhein, an der Reuss und an der Aare sind stark erhöhte Abflüsse im Bereich der Gefahrenstufen 3 (erhebliche Gefahr) zu verzeichnen, schreibt der Kanton. Sowohl in Wallbach als auch in Brugg wurden mobile Hochwasserschutzelemente eingebaut.

In Wallbach und in Brugg wurden mobile Hochwasserschutzelemente eingebaut. https://t.co/9CqV1SAs1K

Bild: © Kanton Aargau pic.twitter.com/ZcNRzni7p8

— Kanton Aargau (@kantonaargau) July 13, 2021

Der Kanton Uri hat ebenfalls Hochwasserschutzmassnahmen umgesetzt. Die Reuss verzeichnete in Seedorf eine maximale Abflussmenge von 527 m3 pro Sekunde, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte.

Kanton Uri: Schutzmassnahmen eingeleitet, vorsorgliche Evakuierungen – Stand 14.45 Uhr: Medienmitteilung Nr. 135 / 2021 Seit dem frühen Dienstagmorgen, 13. Juli 2021, kommt es im Kanton Uri zu intensiven Regenfällen. Vorsorglich musste die A2 zwischen… https://t.co/PmheZstm8f pic.twitter.com/s9VvmNa1AM

— Kanton Uri (@infokantonuri) July 13, 2021

In Seedorf, Schattdorf und Erstfeld wurden vorsorglich einzelne Häuser evakuiert, wie der Kanton mitteilte. Bis anhin seien keine Meldungen zu grösseren Sturz- oder Rutschereignissen eingegangen. Die Autobahn A2 wurde zwischen Flüelen und Amsteg für jeglichen Verkehr gesperrt. Im Verlaufe des Nachmittags hat sich die Wetterlage in Uri schliesslich entspannt und gegen 17.30 Uhr wurden die A2 sowie der Seelisberg- und der Gotthard-Strassentunnel wieder für den Verkehr freigegeben. Weiterhin gesperrt bleiben der Gotthardpass, der Sustenpass, der Furkapass sowie der Streckenabschnitt zwischen Hospental und Realp.

Die Luzerner Behörden haben laut eigenen Angaben zahlreiche Strassenabschnitte wegen Hochwasser und Erdrutschen gesperrt. Sie bitten die Bevölkerung darum, sich von Gewässern fernzuhalten und nicht unnötig in Gefahr zu bringen, wie es in einer Mitteilung heisst. Derweil wird die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee aufgrund von Hochwasser bis mindestens Samstag eingestellt. Dies teilte die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) auf seiner Website mit.

Der Kanton Wallis hat ebenfalls eine Unwetter-Warnung an die Gemeindeführungsstäbe herausgegeben. Aufgrund der Sättigung der Böden bestehe wegen der erheblichen Niederschlagsmenge, die erwartet wird, das Risiko von Erdrutschen sowie von Fluss- und Bachüberläufen entlang der Rhone und in den Seitentälern. Der Kanton ruft in einer Mitteilung die Bevölkerung dazu auf, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten und auf das Filmen und Fotografieren des Unwetters zu verzichten.

Aufgrund der Entwicklung der Wetterlage hat das Kantonale Führungsorgan für die Rhone sowie für die Wasserläufe in den Seitentälern am Dienstagmorgen, 13. Juli 2021, eine Unwetter-Warnung an die Gemeindeführungsstäbe herausgegeben.#KFO #PolizeiWallis https://t.co/5rDO9ja66I

— Polizei Wallis (@PolizeiWallis) July 13, 2021

Die Gewässer im Kanton Bern drohen ebenfalls über die Ufer zu treten. Zurzeit steige der Pegel des Brienzersees sehr rasch an, sodass mit einem Überschreiten der Hochwassergrenze in den nächsten Tagen gerechnet werden muss. Auch der Thunersee wird die Hochwassergrenze von 558,30 m.ü.M vermutlich in der Nacht auf Mittwoch überschreiten, schreiben die Berner Behörden.

Schutz und Rettung Bern meldet indes, dass der Aarepegel in der Hauptstadt die Grenze von 430 m³ pro Sekunde überschritten hat. Die Feuerwehr beobachte die Lage weiterhin und werde wo nötig entsprechende Massnahmen ergreifen. Die Schifffahrt auf dem Bielersee, der Aare und der alten Zihl wurde bis auf weiteres verboten.

Der Aarepegel in der @Bern_Stadt hat die Grenze von 430 m³/s überschritten. Die Feuerwehr beobachtet und ergreift wo nötig entsprechende Massnahmen. Die Notruf-Nr. 118 nur im Notfall wählen.

— Schutz und Rettung Bern (@schutzrettungbe) July 13, 2021

Die Städte Bern und Thun haben gemäss Angaben des Kantons ihre Vorbereitungsarbeiten gegen die drohenden Wassermassen abgeschlossen. Die Feuerwehren haben an neuralgischen Punkten Hochwassersperren aufgebaut und Uferwege zum Teil gesperrt. (abi/dpo)

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