Berauschender Hanf: Das sollten Sie zum Zürcher Cannabis-Pilotversuch wissen

Nächsten Herbst soll in Zürich ein Cannabis-Pilotversuch starten. Die kontrollierte Abgabe von berauschendem Hanf beginnt in Apotheken und sogenannten Social Clubs.

Hanf und Joint: Die Stadt Zürich plant einen Pilotversuch im Hinblick auf eine Legalisierung.

Hanf und Joint: Die Stadt Zürich plant einen Pilotversuch im Hinblick auf eine Legalisierung.

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«Züri Can – Cannabis mit Verantwortung»: So heisst der Pilotversuch, mit dem die Stadt Zürich die kontrollierte Abgabe von Cannabis erproben will. Ab Herbst nächsten Jahres sollen 500 bis 2000 Konsumenten legal an bisher verbotene berauschende Hanfprodukte kommen. Dies gab Stadtrat Andreas Hauri (GLP) am Dienstag zusammen mit Vertretern der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und des Städtischen Apothekenverbands bekannt. Was Sie zum Zürcher Cannabis-Versuch wissen sollten:

Wer kann Cannabis im Pilotversuch kaufen?

Das Angebot richtet sich an Cannabis-Konsumenten, die ohnehin schon konsumieren. Sie müssen sich registrieren lassen, um Cannabis in Apotheken und sogenannten Social Clubs kaufen zu können.

Was sind Social Clubs?

Social Clubs sind von Cannabis-Konsumenten noch zu gründende Clubs mit eigenen Lokalitäten für den Cannabis-Konsum und -Verkauf. Das können auch Restaurants sein, wie Morten Keller, Direktor der Stadtzürcher Gesundheitsdienste, auf Anfrage sagte. Denkbar seien zudem Kombinationen von Social Clubs und Apotheken. Bei der Stadt können sich nun zehn Apotheken und zehn Social Clubs für die Teilnahme an «Züri Cann» bewerben.

Was kostet Cannabis im Pilotversuch?

Die Verkaufspreise des eigens für den Pilotversuch zu produzierenden Stoffs orientieren sich an den Schwarzmarktpreisen, damit nicht Züri-Cann-Hanf auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wird. Ein Gramm Haschisch dürfte 10 Franken kosten, ein Gramm getrocknete Cannabis-Blüten 8 Franken, wie es an der Medienkonferenz hiess.

Wie viel Cannabis wird verkauft?

Pro Konsument und Monat sind im Versuch maximal 10 Gramm THC erlaubt. THC ist der berauschende Wirkstoff von Cannabis. Bei einem THC-Gehalt von 20 Prozent entspricht das monatlich 50 Gramm getrockneten Cannabis-Blüten.

Warum kommt dieser Pilotversuch?

Cannabis ist das am meisten konsumierte illegale Rauschmittel in der Schweiz. Allein in Zürich haben laut Stadtrat Hauri rund 150’000 Personen Erfahrungen mit Cannabis. Die Repression sei gescheitert. Der Pilotversuch soll im Hinblick auf eine mögliche Legalisierung klären, wie sich eine kontrollierte Abgabe von biologisch produziertem Outdoor-Hanf auf die Konsumenten auswirkt. Cannabis vom Schwarzmarkt ist oft mit besonders gesundheitsschädigenden Stoffen verunreinigt – oder schlicht zu stark.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Cannabis kann abhängig und vergesslich machen und besonders bei hoher Dosierung psychotische Erkrankungen fördern. Da es oft vermischt mit Tabak geraucht wird, führt es auch zu Raucherschäden. Ohne Tabak und Rauch fallen diese weg.

Warum kommt der Pilotversuch gerade jetzt?

Der Zürcher Gemeinderat hatte den Stadtrat schon 2006 beauftragt, einen derartigen Cannabis-Pilotversuch zu lancieren. Am 15. Mai 2021 trat nun der sogenannte Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz in Kraft, der eine Rechtsgrundlage für entsprechende Pilotversuche darstellt.

Was machen andere Schweizer Städte?

Cannabis-Pilotversuche sind auch in anderen Schweizer Städten in Planung, nämlich in Basel, Genf, Luzern, St. Gallen, Bern, Lausanne, Biel und Winterthur. Die Städte sind über die interurbane Arbeitsgruppe Cannabis miteinander im Austausch.

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