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Eine Bernerin, die regelmässig an ein karitatives Unternehmen spendet, warf vor einiger Zeit ihre Prada-Stiefel in einen Kleidercontainer. Nun werden sie auf Ricardo verkauft – zu einem stolzen Preis.

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Userin Magnum2001 verkauft gespendete Prada-Stiefel auf Ricardo.

Userin Magnum2001 verkauft gespendete Prada-Stiefel auf Ricardo.

Ricardo

Die Stiefel wurden ursprünglich im Juni in Münsingen in einen Kleidercontainer von Humana geworfen.

Die Stiefel wurden ursprünglich im Juni in Münsingen in einen Kleidercontainer von Humana geworfen.

Ricardo

Die Münsingerin kaufte die Schuhe ebenfalls auf Ricardo, und zwar für 70 Franken.

Die Münsingerin kaufte die Schuhe ebenfalls auf Ricardo, und zwar für 70 Franken.

Ricardo

  • Um jemand anderem eine Freude zu machen, spendete eine Leserin ihre Prada-Stiefel an Humana.

  • Auf Ricardo ist jetzt ein Inserat mit genau diesen Stiefeln für 260 Franken aufgetaucht.

  • Das Angebot ist laut Ricardo zulässig.

Eine Leserin aus Münsingen wollte ihren gebrauchten Prada-Stiefeln ein zweites Leben schenken. Aus diesem Grund warf sie im Juni dieses Jahres die Stiefel in einen Humana Container. «Ich spende regelmässig an Humana. Wenn ich merke, dass ich etwas schon länger nicht mehr anziehe, gebe ich es weiter. Ich mag es, wenn Sachen zirkulieren und so noch jemand anderer Freude hat», sagt die Bernerin.

«Das ist eine richtige Schweinerei»

Vor kurzem tauchten die Schuhe wieder auf – auf der Versteigerungsplattform Ricardo. Die Stiefel, welche die Spenderin einst für 70 Franken gekauft hatte, werden dort für 260 Franken angeboten. «Ich weiss, dass es meine Schuhe sind: Ich liess damals Gummisohlen anbringen, weil diese sehr rutschig waren», sagt sie. Genau das behauptet indes auch Ricardo-Userin Magnum2001, die schreibt: «Die Stiefel habe ich sofort besohlen lassen, zwecks Schonung und Rutschgefahr.» Die Schuhe würden gar in einem originalen Prada Dustbag verschickt. «Das ist ja gar nicht möglich», ärgert sich die Münsingerin. «Ich habe die Schuhe ja selber gebraucht gekauft.» Das Inserat brachte sie in Rage: «Das ist einfach eine richtige Schweinerei.» Sie habe gedacht, die Schuhe kämen jemand anderem zu Gute. «Dass diese jetzt einfach online überteuert vertickt werden, ist nicht okay.»

«Dem Angebot ist nichts einzuwenden»

Ricardo schreibt auf Anfrage, es könne zwar «ethisch verwerflich sein, dass gespendete Artikel weiterverkauft werden, wenn den Spenderinnen und Spendern ein bestimmter anderer Nutzen der Spende vorgetäuscht wird». Hier sei der Fall jedoch anders gelagert: Humana kommuniziere auf seiner Website offen und transparent, was mit den Kleider-Spenden passiere (siehe Box unten). Unter diesen Voraussetzungen sei einem Angebot auf Ricardo nichts einzuwenden. «Nehmen wir beispielsweise an, dass eine Person diese Stiefel ganz legal in einem der Humana-Shops gekauft hat und diese danach auf Ricardo wieder selber zum Verkauf anbietet, verstösst das grundsätzlich gegen keine Regel», erklärt Ricardo-Sprecherin Mojca Fuks.

Im Allgemeinen sei es «schwierig, die Herkunft eines Artikels nachzuvollziehen», sagt Fuks. Bei gestohlener Ware werde nach bestätigten Hinweisen das Angebot überprüft und gelöscht. Dies gelte jedoch nicht bei gespendeten Kleidern, betont die Sprecherin. Weitere Fälle von gespendeter Ware seien Ricardo nicht bekannt.

Humana liess eine Anfrage von 20 Minuten am Dienstag unbeantwortet.

Gemäss Angaben von Humana werden Kleidungstücke, die in einen der Altkleider-Container geworfen worden sind, zunächst in einem Sortierbetrieb sortiert. Anschliessend werden sie als Second-Hand Kleidung in Europa, Afrika und Asien verkauft. Kleidung, die noch tragbar ist, wird in Europa, Afrika und Asien als Second-Hand Kleidung verkauft. Etwa 10-15% der Sortiermenge sei für den Verkauf in Deutschland geeignet. Was nicht mehr getragen werden kann, werde rezykliert oder bestmöglich entsorgt. Die Überschüsse aus dem Kleiderverkauf gehen laut der Organisation an humanitäre Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheitsarbeit, Dorfentwicklung, Umweltschutz und nachhaltige Landwirtschaft.

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Bernerin findet gespendete Prada-Stiefel auf Ricardo wieder
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