Berufliche Vorsorge: «Ein Scheitern der Reform wäre ein Nachteil für die Frauen»

Am Dienstag nimmt das Parlament einen neuen Anlauf, um die berufliche Vorsorge zu reformieren. Es ist der dritte Versuch seit 2010 und 2017 ein entsprechendes Vorhaben scheiterte. Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands sagt, wer Betroffen ist und wieso die Reform endlich gelingen muss.

Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen – auch weil sie oft keine zweite Säule aufbauen können. Die Reform würde die Möglichkeiten verbessern.

Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen – auch weil sie oft keine zweite Säule aufbauen können. Die Reform würde die Möglichkeiten verbessern.

Herr Konrad, braucht die berufliche Vorsorge eine Reform?

Hanspeter Konrad: Ja. Allerdings stellen sich bereits bei der Ausgangslage Fragen.

Warum?

Ein Streitpunkt ist, wie weit die Politik überhaupt regulieren darf. Laut Gesetz hat die Politik nämlich nur innerhalb des gesetzlichen Minimums der beruflichen Vorsorge (BVG) den Rahmen zu definieren. 86 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind aber in weitergehenden Vorsorgeeinrichtungen versichert, bei sogenannten umhüllenden, überobligatorischen Kassen. Nur 14 Prozent der Versicherten sind direkt von der Reform betroffen.

Ziemlich viel Streit für nur 14 Prozent der Versicherten.

Ja, aber für diese braucht es die Reform. Die Lebenserwartung steigt und dadurch auch die Bezugsdauer der Renten. Die Pensionskassen müssen bei einem Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent eine Rendite von 4,9 Prozent erwirtschaften, um das versprochene Rentenniveau halten zu können. Das ist im aktuellen Tiefzinsumfeld nicht möglich.

Versicherten im überobligatorischen Bereich wurde der Umwandlungssatz längst gesenkt. 86 Prozent der Versicherten leben mit tieferen Renten.

Die meisten Kassen haben den tieferen Umwandlungssatz bereits ausgeglichen, um das Rentenniveau zu halten.

Dann stimmt es nicht, dass es zu Renteneinbussen kam?

Nein, das stimmt so nicht. Wir sollten aber hier nichts vermischen: Die vorliegende Reform betrifft das gesetzliche Minimum, also den obligatorischen Bereich. Es war nie die Idee der BVG-Reform, überobligatorische Leistungen besserzustellen. Der Bundesrat geht daher mit dem pauschalen Rentenzuschlag für alle Neurentner zu weit. 86 Prozent sind gar nicht betroffen.

Der Vorschlag der Kommission führt zu Renteneinbussen von bis zu 13 Prozent, das wären mehrere hundert Franken pro Jahr. Laut Bundesrat ist das Ziel des Rentenerhalts nicht erfüllt.

Diese Aussage ist falsch. Der Erhalt des Rentenniveaus ist eine der Leitplanken für die Reform. Insbesondere mit dem Mehrheitsvorschlag der Kommission werden Leistungskürzungen in der Praxis ganz gezielt ausgeglichen. In allen Modellen gibt es ein paar wenige Jahrgänge, die nicht mehr zur Übergangsgeneration zählen und keine Kompensation mehr erhalten. Je nach Vorsorgeplan kann es hier zu minimalen Rentensenkungen kommen, da diese Versicherten zu wenig Zeit haben, um ein zusätzliches Altersguthaben anzusparen und deswegen gegenüber dem heutigen System eine tiefere Rente haben werden. Bei den wenigen Betroffenen handelt es sich aber um Versicherte mit höheren Renten. Mit einer entsprechenden Realverzinsung werden auch diese Leistungen ausgeglichen.

Zur Person

Hanspeter Konrad

AZ

Hanspeter Konrad

Seit 2004 ist der 63-jährige Rechtsanwalt Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP. Der Verband bündelt die Interessen von 900 Pensionskassen, die wiederum rund zwei Drittel der Versicherten in der beruflichen Vorsorge vertreten und gegen 650 Milliarden Franken Vorsorgevermögen verwalten.

Trotz Renteneinbussen kann der aktuelle Lebensstil weiter gewahrt werden?

Ja, das Leistungsziel aus AHV und BVG – 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens im BVG-Lohnbereich bis 86040 Franken – wird mit der Reform nicht gefährdet.

Gutverdiener profitieren mehr von der zweiten Säule als Arbeitnehmende im Niedriglohnsektor oder Teilzeitler. Was spricht für die zweite Säule, wenn gerade diejenigen, die die zweite Säule brauchen, weil sie sich keine dritte Säule leisten können, nicht profitieren?

Die AHV sichert die Existenz. Die zweite Säule soll die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung garantieren. Die beiden Säulen erfüllen dieses Ziel. Mit der Reform würden jedoch beispielsweise Teilzeitbeschäftigte bessergestellt. Letztlich ist es aber eine Frage der Kosten, die man dafür in Kauf nehmen will. Nehmen wir die Gastro- oder Baubranche, klassische Tieflohnbranchen: Hier müssten die Sozialpartner im Reformprozess Lösungen einbringen.

Sie wehren sich aber gegen einen tieferen Koordinationsabzug.

Schon heute gibt es Pensionskassen, welche den Koordinationsabzug abgeschafft haben. Die Versicherung des gesamten Lohnvolumens ist einfach teuer, für gewisse Branchen zu teuer. Hinzu kommt: Gewisse Arbeitnehmende haben gar kein Interesse daran, den ganzen Lohn zu versichern, weil damit die Abzüge steigen und weniger Lohn zum Leben bleibt. Zudem können sich Teilzeitbeschäftigte schon heute im BVG versichern – nur ist diese Lösung kaum bekannt.

Die Reform löst das eigentliche Problem des BVG nicht: das tiefe Zinsumfeld.

Ja, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Es wird weitere Senkungen brauchen. Deshalb soll es alle fünf Jahre eine Überprüfung der Grundlagen geben.

Ist die zweite Säule überhaupt effizient? Wenn die Grundidee, dass jedes Alterskapital anspart und dieses dank guter Verzinsung vermehrt, nicht mehr funktioniert, ist das Umlageverfahren der AHV doch effizienter.

Beide Säulen haben ihre Vor- und Nachteile. In der AHV ist das Umlageverfahren breit akzeptiert, aber es hat auch seine Nachteile – wie die demografische Entwicklung. Das Umlageverfahren alleine löst nicht alle Probleme. Es braucht ergänzend die kapitalgedeckte Vorsorge.

Macht die Kapitaldeckung Sinn, wenn Zinsen langfristig tief sind?

Ja sicher, so ist im BVG das Leistungsniveau seit der Einführung 1985 stark gestiegen. Da die Lohnentwicklung stets höher war als die Verzinsung, wurde das Leistungsziel bis heute um mehr als 20 Prozent übertroffen. Zudem sind die über 1000 Milliarden, die von den Pensionskassen bewirtschaftet werden, für die Wirtschaft und die Versicherten zentral. Das angesparte Alterskapital ist ein elementarer Teil ihres Vermögens.

Bei allen Reformmodellen ist eines klar: Die Jungen zahlen die Reform, die alten bleiben nicht tangiert. Ist das gerecht?

Ja. Die Renten sind versprochen. Wenn laufende Renten gekürzt werden könnten, würde man das Vertrauen der Versicherten ins System untergraben. Die Rentner haben auch keine Möglichkeiten mehr, ein Ersatzeinkommen zu generieren.

Die Jungen fahren mit jeder Reform schlechter.

Nein, es kommt auf das Reform-Modell an. Beim Modell des Bundesrats ist das so, denn es finanzieren alle über die Lohnabgabe von zusätzlichen 0,5 Prozentpunkten kräftig mit. Die Überkompensation geht jedoch zu Lasten der jungen Generation, die diese via Lohnbeiträge finanzieren muss.

Auch beim Kommissionsmodell zahlen die Jungen über zusätzliche Abgaben.

Ja, aber wesentlich weniger. In diesem Vorschlag wird die Rente nur bei jenen ausgeglichen, die direkt von der Kürzung des Umwandlungssatzes betroffen sind.

Die Eleganz des Bundesratsmodells liegt darin, dass zwar alle Erwerbstätigen solidarisch Rentenausfälle finanzieren, dass aber auch alle Neurentner davon profitieren. Im neuen Modell zahlen alle, aber nur wenige können auch profitieren.

Der Grossteil der Bevölkerung spürt die Reform nicht. Wieso sollen diese Personen Zuschläge erhalten?

Wieso sollen sie die Zuschläge zahlen?

Die Kommission schlägt eine zielführende Lösung vor. Es wird eine moderate solidarische Finanzierung der Kosten für die Rentenzuschläge vorgeschlagen, die auch sicherstellt, dass die vorhandenen Rückstellungen zweckkonform verwendet werden und keine unnötigen Ausgaben entstehen.

Wer ist beim Bundesratsmodell benachteiligt?

Die junge Generation, die die Überkompensation einer grossen Gruppe Nicht-Betroffener finanzieren muss.

Die Reform bietet viele Ansätze zur Kritik. Wieso ist eine gescheite Vorlage so schwierig?

Das liegt vor allem daran, dass von Anfang an nur das Bundesratsmodell als die einzig zielführende Lösung dargestellt wurde.

Laut Bundesrat erfüllen alle Alternativen die Minimalanforderung nicht, den Lebensstandard nach der Pensionierung halten zu können.

Das Gegenteil trifft zu. So wird mit dem Mehrheitsvorschlag der Kommission sichergestellt, dass durch die Reform niemand weniger Rente erhält.

Was ist denn ihr Trumpf?

Mit dem aktuellen Vorschlag werden die Rentenzuschläge zielgerichtet und effizient finanziert. Auch Personen im Tieflohnbereich profitieren.

Frauen haben nur wegen der zweiten Säule tiefere Renten als Männer.

Das stimmt nur bedingt. Frauen haben vor allem deshalb tiefere Renten, weil sie häufig Teilzeit arbeiten oder in Tieflohnbranchen tätig sind und sich deshalb keine zweite Säule aufbauen können. Aber, und das ist wichtig: Die Reform korrigiert das.

Auf zum dritten Anlauf der Reform

Reformresistenz

Das seit 1985 bestehende Gesetz der beruflichen Vorsorge galt lange Zeit als Erfolg. Die Renditen sprudelten so erfreulich, dass das Altersguthaben jedes Einzelnen massgeblich aufgestockt werden konnte. In den Neunzigerjahren rechnete man mit einer Rendite von 5 Prozent. Doch seit 2001 klaffen erzielte und notwendige Rendite auseinander. Die Mehrheit der Pensionskassen hat den Umwandlungssatz gesenkt. 2014 lag dieser im Schnitt bei 6,29 Prozent. 2019 sank er auf 5,35 Prozent. Nur Pensionskassen im Obligatorium können auf diese Entwicklungen nicht reagieren. Sie müssen den gesetzlich festgelegten Umwandlungssatz von 6,8 Prozent anwenden. Dies führt zu einer Umverteilung zwischen Aktiven und Rentnern von etwa 6 Milliarden Franken pro Jahr.

Reformbedarf ist unbestritten, Knacknuss ist der Ausgleich

Die Senkung des Umwandlungssatzes hat hohe Renteneinbussen zur Folge, eine Reform ist schwierig, von links wird sie bekämpft. So lehnte 2010 die Bevölkerung eine Senkung des Umwandlungssatzes mit 72,7 Prozent ab. Die Reform der Altersvorsorge 2020, welche auch einen tieferen Umwandlungssatz vorsah, fiel 2017 mit 50,04 Prozent Nein-Stimmen durch.

Jetzt nimmt das Parlament einen neuen Anlauf, allerdings hat es sich für ein anderes Modell entschieden als der Bundesrat und die Sozialpartner. Zwar ist die Senkung des Umwandlungssatzes unbestritten. Der Knackpunkt wird die nächsten Tage ausgiebig diskutiert: Wie lassen sich Renteneinbussen verhindern?

Misslingt die Reform, wäre das schlecht für die Frauen?

Ja. Ein Scheitern wäre ein klarer Nachteil für die Frauen. Sie profitieren nicht nur über die Kompensationen. Die vorgesehenen Massnahmen führen insgesamt dazu, dass Frauen künftig deutlich besser abgesichert sind.

Abgesehen von Verbesserungen für Frauen und Teilzeitarbeitenden: Wäre ein Scheitern der Reform schlimm?

Für eine Mehrheit der Kassen passiert nichts, sie haben ihre Probleme selbstständig lösen können. Vorsorgeeinrichtungen hingegen, welche ausschliesslich Löhne im obligatorischen BVG-Teil versichern, haben aufgrund der gesetzlichen Leistungsvorgaben einen äusserst beschränkten Handlungsspielraum. Solange der BVG-Mindestumwandlungssatz auf einem unrealistisch hohen Wert verbleibt und die Vorsorgeeinrichtungen gezwungen werden, diesen hohen Wert zu gewähren, müssen auch die entsprechenden Kosten von den aktiv versicherten Personen, also den Erwerbstätigen, getragen werden. Ferner wird durch die Reform die Vorsorgeleistung der tieferen Löhne deutlich verbessert. Ein Scheitern der Reform würde diese wichtige Verbesserung verhindern.

Wie würde ein Scheitern der Reform Personen treffen, die im Obligatorium versichert sind?

Für das Individuum im Rentenalter würde sich nichts ändern. Das Rentenversprechen muss eingehalten werden. Allerdings profitieren die jüngeren Versicherten dann nicht vollumfänglich von den Renditen auf ihrem Kapital. Denn alles, was über eine vorteilhafte Verzinsung gewonnen wird, muss für die Quersubventionierung der Pensionierten eingesetzt werden.

Viele technische Parameter werden angepasst, nur ein höheres Rentenalter ist tabu.

Ja das ist leider so. Wir unterstützen mindestens ein Rentenalter 65 für Mann und Frau. Aus unserer Sicht sollte es aber in dieser Richtung weitergehen. Wer länger lebt, zahlt länger ein und kann mehr Alterskapital ansparen. Das würde zu einer Entlastung führen und auch den Druck auf die Senkung des Umwandlungssatzes reduzieren.

Glossar

Was interessiert mich Koordinationsabzug oder Umwandlungssatz?

In der beruflichen Vorsorge wimmelt es von Begriffen, die kaum ein Mensch versteht. Doch handelt es sich bei diesen Begriffen um wichtige Schrauben der Reform. Ein Glossar.

Umhüllung oder Obligatorium

In der Schweiz bestehen verschiedene Vorsorgeeinrichtungen. Jeder Arbeitgeber ist einer solchen angeschlossen. Elementar zu verstehen ist der Unterschied zwischen obligatorischer und überobligatorischer Versicherung. Obligatorisch versichert sind alle Löhne zwischen der Eintrittsschwelle (bei einem Jahreslohn) von 21510 Franken und dem oberen Grenzbetrag von 86040 Franken. Die allermeisten Einrichtungen richten höhere Leistungen aus, die Rede ist dann vom Überobligatorium. Pensionskassen, die nicht nur obligatorische Leistungen auszahlen, nennt man umhüllend.

Umwandlungssatz

Der Umwandlungssatz bestimmt die Höhe der Rente. Liegt dieser bei einem Altersguthaben von 300000 Franken bei 7 Prozent, erhält der Versicherte eine jährliche BVG-Rente von 21000 Franken. Wird der Umwandlungssatz – wie in den letzten 20 Jahren – stets gesenkt und beträgt noch 5 Prozent, erhält der Versicherte noch 15000 Franken pro Jahr. Die individuelle Anpassung des Umwandlungssatzes ist umhüllenden Kassen vorbehalten. Sie korrigieren diesen anhand von Schätzungen zur Lebensdauer und zu Rendite. Pensionskassen im Obligatorium müssen sich an den Mindestumwandlungssatz halten.

Mindestumwandlungssatz

Rund 14 Prozent aller Versicherten sind im Obligatorium versichert. Für sie gilt der aktuelle Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent. Weil die Menschen länger leben und das aktuelle Tiefzinsumfeld weniger Rendite verspricht, ist der Satz zu hoch angelegt. Dies führt zu einer Umverteilung von bis zu 8 Milliarden Franken zwischen den Erwerbstätigen, welche die Renten der Pensionierten finanzieren. Kern der anstehenden Reform ist daher die Senkung des Umwandlungssatzes auf 6 Prozent. Das entspricht einer Rentenkürzung von 12 Prozent. Um die Rentenausfälle mittel- und langfristig aufzufangen, sollen die Erwerbstätigen mehr sparen – etwa über die Senkung der Eintrittsschwelle, die Anpassung der Altersgutschriften, die Senkung des Koordinationsabzugs oder den früheren Sparbeginn. Kurzfristig soll die Übergangsgeneration von einem Rentenzuschlag zwischen 100 und 200 Franken profitieren.

Eintrittsschwelle

Wer eine berufliche Vorsorge aufbauen will, muss mindestens 21510 Franken pro Jahr verdienen. Personen, die mehrere Arbeitgeber haben und so den Jahreslohn erreichen, können sich freiwillig versichern.

Koordinationsabzug

In der beruflichen Vorsorge unterscheidet man zwisc hen dem effektiven Lohn und dem versicherten oder koordinierten Lohn. Wer im Jahr 30000 Franken verdient, hat einen effektiven Lohn von 30000 Franken, versichert sind aber nur 4905 Franken. Das Gesetz sieht vor, dass jeweils 25095 Franken vom effektiven Lohn abgezogen werden. Das bedeutet: Nur auf den koordinierten Lohn zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Beitrag an das Altersguthaben. Deshalb können Personen im Niedriglohnbereich in der beruflichen Vorsorge kaum ein Altersguthaben ansparen. Würde der Koordinationsabzug abgeschafft, bliebe mehr vom versicherten Lohn – und eine bessere Rente. Im Gegenzug bleibt weniger Lohn für den täglichen Gebrauch.

Altersgutschrift

Je nach Alter ändern sich die Beitragssätze. Ein 25-Jähriger Erwerbstätiger muss 7 Prozent seines versicherten Lohns abgeben, eine 63-Jährige 18 Prozent. Die Altersgutschrift ist der Betrag, der jährlich über die Beiträge dem persönlichen Altersguthaben gutgeschrieben wird.

Altersguthaben

Das Altersguthaben besteht aus den Altersgutschriften samt Zinsen und aus freiwilligen Einkäufen samt Zinsen. Das Altersguthaben bestimmt zusammen mit dem Umwandlungssatz, wie hoch die Rente aus der beruflichen Vorsorge ausfällt.

Kapitaldeckungsverfahren

In der zweiten Säule (Pensionskasse) spart jeder sein eigenes Altersguthaben an. Dank der Verzinsung wächst das Guthaben bis zur Pensionierung. Allerdings können nur Personen eine zweite Säule ansparen, wenn der jährliche Lohn 25095 Franken übersteigt (siehe Koordinationsabzug). Für alle tiefen Einkommen ist es schwierig, eine Pensionskassenrente anzusparen. Personen mit Teilzeitpensen und/oder mit mehreren Arbeitgebern sind ebenfalls benachteiligt, weil sie keine oder nur eine sehr kleine zweite Säule aufbauen können.

Umlageverfahren

In der AHV (erste Säule) funktioniert das anders. Jeder Arbeitnehmer zahlt über Lohnabgaben von 8,7 Prozent monatlich in die AHV ein. Nach Erreichen des Pensionsalters hat jede Person Anspruch auf eine Rente. Frauen, die 43 Jahre und Männder, die 44 Jahre in die AHV einbezahlt haben, erhalten die Maximalrente à 2390 Franken – unabhängig vom Lohn. Die minimale AHV-Rente beträgt 1195 Franken. Die Rede ist vom Umlageverfahren, weil das was über Lohn- und Bundesbeiträge sowie die Mehrwertsteuer in die AHV-Kasse fliesst, wird direkt wieder in Renten ausbezahlt

Berufliche Vorsorge: «Ein Scheitern der Reform wäre ein Nachteil für die Frauen»
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