Blutverschmiert und mit Schweinsfüssen verunstaltet: Angriff auf die «Krone» von Gastro-Thurgau-Präsident Ruedi Bartel – Polizei ermittelt

Aus den Reihen der Impfgegner wird zu immer drastischeren Mitteln gegriffen. Am Sonntagmorgen war der Eingang des Gasthofs Krone von Gastro-Thurgau-Präsident Ruedi Bartel in Balterswil blutverschmiert. Der Wirt und SVP-Kantonsrat hat Anzeige erstattet.

Drei Schweinsfüsse hängen am Geländer: Auf zweien ist mit Filzstift der Name «Bartel» geschrieben, auf einem steht «Ruedi». In einem der drei Schweinsfüsse steckt zudem eine Spritze.

Drei Schweinsfüsse hängen am Geländer: Auf zweien ist mit Filzstift der Name «Bartel» geschrieben, auf einem steht «Ruedi». In einem der drei Schweinsfüsse steckt zudem eine Spritze.

Bild: PD

Ab Montag gilt auch in den Innenräumen von Gastronomiebetrieben die Covid-Zertifikatspflicht. Das passt nicht allen. Auch Ruedi Bartel nicht. In einer Sendung von «Blick-TV» sagte der Balterswiler Wirt als Präsident von Gastro Thurgau vergangene Woche: «Man hätte einfach eine Impfpflicht für alle einführen sollen. Das wäre schlauer gewesen als das Zertifikat.» Dann wäre das Thema seines Erachtens «endlich vom Tisch gewesen und die Gastronomen könnten wieder normal weiterarbeiten».

Militante Impfgegner aufgeschreckt

Am Donnerstag erhielt Ruedi Bartel einen Drohanruf.

Am Donnerstag erhielt Ruedi Bartel einen Drohanruf.

Bild: Reto Martin

Diese Aussage kam nicht überall gut an. Bereits am Donnerstag nach der Sendung hat er einen Drohanruf erhalten. «Es war eine männliche Stimme», erinnert sich Ruedi Bartel.

«Der Mann sprach kein lupenreines Deutsch, behauptete aber, er sei der bessere Schweizer als ich.»

Daraufhin habe er den Anrufer gefragt: «Sind Sie ein Eingebürgerter?» Worauf ihn dieser massiv beschimpft und bedroht habe: «Sie werden schon noch dran denken, was Sie gesagt haben!» Der Denkzettel folgte am Sonntagmorgen. Von wem, ist allerdings noch unklar.

Blutverschmiert: So präsentierte sich die Eingangstreppe der «Krone» am Sonntagmorgen.

Blutverschmiert: So präsentierte sich die Eingangstreppe der «Krone» am Sonntagmorgen.

Bild: PD

Ein Gast entdeckte die Schmiererei

Ruedi Bartel ist ein Frühaufsteher. So auch diesen Sonntag. Um 5.30 Uhr hat er in der Küche mit den Vorbereitungen für den Sonntagsservice im Gasthaus Krone begonnen. «Vor die Türe habe ich allerdings nicht geschaut», meint er vielsagend. Erst um 7.30 Uhr, als der erste Gast das Haus betreten und gefragte habe, was denn hier los sei, sei er auf die Vandalenattacke aufmerksam geworden. «Ich traute meinen Augen nicht», sagt der Gastro-Thurgau-Präsident und SVP-Kantonsrat.« Alles war blutverschmiert. Am Geländer hingen drei Schweinsfüsse», ergänzt der langjährige Wirt. Auf zweien sei mit Filzstift der Name «Bartel» geschrieben gewesen, auf einem habe «Ruedi» gestanden. In einem der drei Schweinsfüsse habe zudem eine Spritze gesteckt.

Anzeige gegen Unbekannt erstattet

«Ich stehe weiterhin zu meiner Aussage bezüglich Zertifikat und Impfpflicht», bekräftigt Ruedi Bartel. Die Attacke will er aber nicht einfach hinnehmen und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Das wird von der Kantonspolizei Thurgau bestätigt. «Wir haben eine Anzeige aufgenommen und die Spurensicherung durchgeführt», sagt Mediensprecher Michael Roth. Der Drohanruf vom Donnerstag werde ebenfalls in die Ermittlung einbezogen. Näheres kann der Mediensprecher dazu noch nicht sagen.

Auch Fenster und Gartentische wurden mit Blut verschmiert.

Auch Fenster und Gartentische wurden mit Blut verschmiert.

Bild: PD

Wurde mit dieser Attacke auf die «Krone» in Balterswil eine neue Eskalationsstufe im Streit um die Coronamassnahmen erreicht? «Das Phänomen, dass jemand seinen Unmut kundtut, ist an sich nicht neu», sagt Michael Roth. Die Art und Weise sei aber eher aussergewöhnlich. Strafrechtlich handle es sich um eine Sachbeschädigung. Das Vorgefallene gehe allerdings deutlich über das Äussern der Meinung hinaus und sei strafbar.

Spontan positive Reaktionen erhalten

Nachdem die Spurensicherung ihre Arbeit an Ort beendet hatte, begannen Ruedi Bartel und seine Frau sogleich mit der Reinigung des blutverschmierten Eingangs. Unter Zeitdruck, sie erwarteten Gäste zum Mittagessen. Diesen sollte der Appetit nicht wegen eines militanten Impfgegners verdorben werden.

Trotz dem ganzen Ärger sieht Ruedi Bartel auch die kleinen Lichtblicke und Sonnenstrahlen. «Ich habe nach dieser Attacke zwei positive E-Mails erhalten von Menschen, die ich gar nicht kenne.» Da schaffe Freude und Zuversicht.

Blutverschmiert und mit Schweinsfüssen verunstaltet: Angriff auf die «Krone» von Gastro-Thurgau-Präsident Ruedi Bartel – Polizei ermittelt
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here