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Fans sollten im Sommer wieder in die Stadien gehen können. Sportclubs sind erleichtert und wollen die Kapazitäten im Publikum so gut wie möglich ausschöpfen.

von

Carla Pfister

Bettina Zanni

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Albert Staudenmann, Mediensprecher der Berner Young Boys, spricht von einem «Silberstreifen am Horizont».

Albert Staudenmann, Mediensprecher der Berner Young Boys, spricht von einem «Silberstreifen am Horizont».

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«Wir fiebern dem Tag entgegen, an dem die Fans wieder in grosser Anzahl in die Stadien dürfen», so YB-Mediensprecher Staudenmann.

«Wir fiebern dem Tag entgegen, an dem die Fans wieder in grosser Anzahl in die Stadien dürfen», so YB-Mediensprecher Staudenmann.

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Auch die Eishockey-Saison 2021/2022 sollte wieder mit Fans starten können.

Auch die Eishockey-Saison 2021/2022 sollte wieder mit Fans starten können.

Michael Petri

  • Der Bundesrat hat entschieden, dass ab Juli wieder Veranstaltungen bis 3000 Besucher möglich sind.

  • Ab dem 1. September sollen sogar Veranstaltungen bis zu 10’000 Personen möglich sein – immer vorausgesetzt, dass die epidemiologische Lage das zulässt.

  • Sportclubs bereiten sich auf eine Saison mit Zuschauerinnen und Zuschauern vor.

  • Für die Spiele müssen restriktive Schutzkonzepte eingehalten werden.

Für Geisterspiele ist ein Ende in Sicht: Ab Juli sollen Grossveranstaltungen mit bis zu 3000 Besucherinnen und Besuchern wieder stattfinden können, sofern die Kantone grünes Licht geben.

Im Herbst geht es noch einen Schritt weiter. Veranstaltungen mit bis zu 10’000 Personen sieht der Bundesrat ab September vor. Voraussetzung sind strenge Schutzkonzepte und dass die epidemiologische Lage Grossveranstaltungen zulässt. Auch sollen nur Geimpfte, negativ Getestete und Genesene im Publikum sitzen können. Bei Sportclubs lösten die Pläne grosse Erleichterung aus.

«Silberstreifen am Horizont»

Albert Staudenmann, Mediensprecher der Berner Young Boys, spricht von einem «Silberstreifen am Horizont». «Wir fiebern dem Tag entgegen, an dem die Fans wieder in grosser Anzahl in die Stadien dürfen», so Staudenmann. Auch wenn man sich erhofft hätte, mehr als nur zwei Drittel des Stadions füllen und deutlich mehr Fans im Stadion Wankdorf begrüssen zu können.

Man werde jedoch versuchen, so gut als möglich zu füllen, sagt Staudenmann. Finanziell jedoch sei es in Anbetracht der Ausfälle seit über einem Jahr keine Befreiung, sondern eine Notwendigkeit. Als Grundlage für das Schutzkonzept diene dasjenige des letzten Jahres, so Staudenmann.

Club will so viele Zuschauer wie möglich reinlassen

Auch der FC St. Gallen begrüsst den Entscheid des Bundesrates und wird gemäss dem Leiter Medien und Kommunikation David Gadze so viele Zuschauer wie möglich einlassen. Derzeit entgingen dem Club pro Heimspiel 100’000 Franken, so Gadze. Die finanzielle Entlastung sei also erheblich.

Auch der FC St. Gallen kann auf das bereits letztes Jahr erarbeitete Schutzkonzept zurückgreifen: «Wir haben festgestellt, dass unser Schutzkonzept in der Praxis funktioniert und das Ansteckungsrisiko für die Besucherinnen und Besucher auf ein absolutes Minimum reduziert werden kann», so Gadze. Sogar Bundesrat Berset sei beim Besuch im Kybunpark beeindruckt gewesen.

«Es gibt uns Planungssicherheit»

Die Hockeyclubs spielen noch bis spätestens zum 14. Mai in den Playoffs. Wann die neue Saison startet, ist aktuell noch unklar. HC Davos-Geschäftsführer Marc Gianola ist erleichtert, dass der Bundesrat einen Weg aufzeigt. «Es gibt uns die Planungssicherheit, dass man künftig wieder mit Zuschauern spielen kann.» Die Details seien noch nicht geklärt, deshalb werde aktuell mit Sitzplätzen geplant. «Sobald wir wissen, ob Stehplätze möglich sind, werden wir auch die zum Verkauf anbieten. Wenn Zuschauer wirklich wieder möglich sind, ist das finanziell eine riesige Erleichterung. Man könnte im Herbst wieder auf eigenen Füssen stehen und das Geld selbst erwirtschaften.»

Das letztjährige Schutzkonzept wird gemäss Gianola ohne viel Aufwand adaptiert werden. Die Erfahrungen der letzten Saison jedoch seien nicht gut gewesen: «Unser Budget wurde um 50 Prozent reduziert und ohne Zuschauer war es emotionslos. Wir machen es nicht fürs Fernsehen, sondern für die Zuschauer. Ohne sie fehlt uns der Sauerstoff.» Mit den 6500 Plätzen im Stadion habe der HCD kein Problem, wenn ab September Veranstaltungen bis zu 10’000 Besuchern geplant werden könnten.

«Ein Drittel der Einnahmen geht wieder verlustig»

Weniger euphorisch zeigt sich Liga-Direktor Denis Vaucher. «Können wir ab September weiterhin nur zwei Drittel der Stadien füllen, geht ein Drittel der Einnahmen wieder verlustig.»

Seit über einem Jahr steckt die Eishockey-Liga laut Vaucher bereits tief in dieser Krise. «Weil wir finanzielle Hilfe vom Bund erhalten, können wir knapp überleben.» Falle diese im Herbst bei gleichzeitiger Öffnung auf Sparflamme weg, sehe er schwarz für die Eishockey-Profiligen. «Wenn doch alle geimpft sind, gibt es keinen Grund mehr für Kapazitätsbeschränkungen und weitere Schutzkonzepte.»

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