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Weil sie eine auf das Coronavirus positiv getestete Physiotherapeutin nicht heimschickten, wird das Schweizer Skitouren-Team in Madonna di Campiglio (ITA) disqualifiziert.

Impressionen vom Vertical Race der Skitouren-Meisterschaft beim Weltcupfinal in Madonna di Campiglio (ITA).

ISMF Skimo via Youtube

  • Am Wochenende fand in Madonna di Campiglio (ITA) der Weltcupfinal der Skitouren-Meisterschaft statt.

  • Für das Einzelrennen und die abschliessenden Feierlichkeiten wurde das Schweizer Team disqualifiziert.

  • Grund dafür ist eine positiv auf das Coronavirus geteteste Physiotherapeutin.

  • Der Schweizer Alpenclub (SAC) bedauert den Vorfall zutiefst und will in einem Debriefing nach Gründen suchen.

Disqualifikation für das Einzelrennen am Weltcupfinal, Ausschluss von den Feierlichkeiten zum Saisonabschluss – so hatte sich das Schweizer Skitouren-Team den Anlass im italienischen Madonna di Campiglio nicht vorgestellt. Der Grund für das missliche Ende einer sonst so erfolgreichen Saison mit 24 Medaillen an den Weltmeisterschaften in Andorra ist derweil kein sportlicher, sondern ein organisatorischer. So wurde Swiss-Ski Mountaineering für das Missachten der Covid-19-Vorschriften bestraft.

Eine Physiotherapeutin des Schweizer Betreuerteams wurde Anfang März positiv auf das Coronavirus getestet und begab sich vorschriftsgemäss in Isolation. Vor der Abreise an den Weltcupfinal wurde die Person nach wie vor positiv getestet, erhielt vom Schweizer Verbandsarzt aber nach weiteren Untersuchungen ein Attest, welches bestätigte, dass die Person nicht mehr ansteckend ist. In der Folge reiste die Physiotherapeutin mit dem gesamten Schweizer Team nach Italien, ohne an der Grenze kontrolliert worden zu sein, heisst es in einer Medienmitteilung, die vom Schweizer Alpenclub verschickt wurde.

Vor Ort beschlossen der internationale Skitourenrenn-Verband ISMF und das lokale Organisationskomitee, dass die Person trotz Attest wegen der behördlichen Covid-Richtlinien wieder zurück in die Schweiz reisen muss und kommunizierten dies gegenüber den Verantwortlichen von Swiss-Ski Mountaineering mehrmals klar. «Ungeachtet dieser Entscheidung wurde die Physiotherapeutin leider bewusst nicht nach Hause geschickt», so der Wortlaut des Communiqués. Daraufhin wurde das Schweizer Team am Samstagabend, 27. März, für das verbleibende Einzelrennen am Sonntag disqualifiziert und die Mannschaft trat am Sonntagmorgen die Rückreise in die Schweiz an.

SAC übernimmt volle Verantwortung

Für dieses Fehlverhalten übernimmt der Schweizer Alpenclub SAC die volle Verantwortung und er bedauert diesen Vorfall sehr. Der SAC entschuldigte sich bei seinen Athletinnen und Athleten, beim internationalen Skitourenrenn-Verband ISMF sowie den anderen Nationen, die am Weltcupfinal teilgenommen haben, in aller Form.

Der genaue Ablauf der Vorkommnisse und Grund, warum die Physiotherapeutin mitgenommen und dann nicht nach Hause geschickt wurde, ist bislang nicht eruiert. Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt Daniel Marbacher, Geschäftsführer des SAC, dass der Vorfall intern noch nicht ausgewertet sei und diese Woche noch ein Debriefing stattfinden solle. «Ich bedauere das alles sehr und es tut mir leid, dass die Athletinnen und Athleten, die natürlich sehr enttäuscht waren, nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen konnten. Ich werde mit den direkt Betroffenen noch persönliche Gespräche führen.»

Ob der SAC mit weiteren Sanktionen rechnen muss, ist noch nicht bekannt. Eine Anfrage von 20 Minuten beim ISMF ist diesbezüglich noch hängig.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Corona-Regeln missachtet – Schweizer Skitouren-Team disqualifiziert
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