Dem Trump-Schamanen, der zu Jahresbeginn das Kapitol in Washington stürmte, drohen mehr als 4 Jahre Gefängnis

Jacob Chansley hat sich am Freitag vor Gericht für schuldig erklärt, am 6. Januar eine Sitzung des Kongresses gestört zu haben – weil er die Beglaubigung des Wahlsiegs von Joe Biden stoppen wollte.

Jacob Chansley (Bildmitte) am 6. Januar 2021 im amerikanischen Parlamentsgebäude.

Jacob Chansley (Bildmitte) am 6. Januar 2021 im amerikanischen Parlamentsgebäude.

Jim Lo Scalzo / EPA

Sein Bild ging um die Welt. Am 6. Januar war Jacob Chansley mittendrin, als Hunderte von aufgebrachten Anhängern des abgewählten Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington stürmten. Fotos zeigten den selbsternannten QAnon-Schamanen im Versammlungssaal des Senats, wo er auf dem Stuhl sass, auf dem wenige Minuten zuvor Vizepräsident Mike Pence eine Sitzung geleitet hatte. «Sie zogen ihren Schwanz ein und sind gerannt», prahlte Chansley anschliessend im Gespräch, immer noch seine Hornmütze tragend.

Jacob Chansley prahlte nach dem Sturm auf das Kapitol über seine Taten.

Jacob Chansley prahlte nach dem Sturm auf das Kapitol über seine Taten.

rr

Drei Tage später war die Party zu Ende. Chansley stellte sich an seinem Wohnort Phoenix (Arizona) der Polizei, wurde verhaftet und zurück in die amerikanische Hauptstadt verfrachtet. Seither sitzt der 34-Jährige, der online auch unter dem Namen Jake Angeli auftat, hinter Gittern – weil er versucht hatte, die Beglaubigung des Wahlsiegs von Joe Biden zu stoppen. Er ist einer von etwa 600 Menschen, die im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am 6. Januar angeklagt wurden.

Am Freitag nun bekannte sich Chansley vor Bundesgericht in Washington in einem von sechs Anklagepunkten für schuldig. Im Gegenzug liess die Staatsanwaltschaft die restlichen Vorwürfe gegen ihn fallen und verzichtete damit auf einen Prozess. Bundesrichter Royce Lamberth genehmigte den Vergleich. Chansley droht nun eine Gefängnisstrafe von bis zu 51 Monaten, wobei Lamberth die Strafbemessung erst im November bekannt gegeben will. Weil der Trump-Anhänger bisher nicht vorbestraft ist, wird die Strafe wohl weniger lang ausfallen.

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