Der Bundesrat ist zurück im Krisenmodus

Der Bundesrat will die Schraube anziehen. Er hat schärfere Massnahmen in die Vernehmlassung geschickt. Die Frage drängt sich auf, warum er das nicht schon vor der Abstimmung über das Covid-Gesetz getan hat.

Heikle Lage: Gesundheitsminister Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin.

Heikle Lage: Gesundheitsminister Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin.

Bild: Peter Klaunzer / Keystone

Erinnern Sie sich noch? Am 28. Feb­ruar 2020 verbot der Bundesrat Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Es war ein Hammerschlag und Weckruf zugleich – und eine der wichtigsten Massnahmen der ganzen Pandemie.

Die Massnahme traf die ­Bevölkerung unvorbereitet. Aber sie war wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz frühzeitig einzudämmen. Die Entscheide des Bundesrates erinnern ein wenig an diesen Moment. Der Bundesrat ist zurück im Krisenmodus. Übernimmt die Führung und handelt präventiv. Er will die Mutante Omikron nicht gross werden lassen, weil sie das Potenzial hat, die Geschichte dieser Pandemie nochmals neu zu schreiben.

Das ist sicher richtig. Aber auch nur die halbe Wahrheit. Bei den vorgeschlagenen Massnahmen wie der Ausweitung der Zertifikats- und Maskenpflicht geht es um Delta. Omikron ist vor allem deshalb eine Gefahr, weil wir Delta noch immer nicht im Griff haben. Weil die Hospitalisationen und die Belegung der Intensivplätze rasch zunehmen.

Der Bundesrat schreibt: «Setzt sich die Entwicklung mit der Geschwindigkeit der vergangenen Wochen fort, kann eine schweizweite Überlastung der Intensivpflegestationen nicht ausgeschlossen werden.» Die Frage drängt sich auf, weshalb der Bundesrat nicht schon vor dem Abstimmungswochenende neue Massnahmen ins Auge gefasst hat. Denn die Taskforce hat genau dieses Szenario vorausgesagt.

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