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Die Corona-Krise hat einer neuen Studie zufolge in vielen Teilen der Welt deutliche Auswirkungen auf die Geburtenrate.

Bis zu zehn Prozent weniger Babys in den USA: Der in Connecticut geborene Knabe Neysel. (Archivbild)

Bis zu zehn Prozent weniger Babys in den USA: Der in Connecticut geborene Knabe Neysel. (Archivbild)

Getty Images via AFP/John Moore

  • Die Geburtenrate ist aufgrund der Corona-Pandemie in Europa und den USA deutlich zurückgegangen.

  • Der Rückgang liegt zwischen fünf und zehn Prozent.

  • «Die meisten Menschen würden in unsicheren Zeiten lieber weniger Kinder haben», sagt eine Populationsexpertin.

Die Zahl der Neugeborenen in Europa und den USA ist nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen aufgrund der Corona- Pandemie teilweise deutlich zurückgegangen. «Veränderungen der menschlichen Geburtenrate sind bei neun Monaten Schwangerschaft kurzfristig nie offensichtlich, aber mit Fortdauer der Pandemie wird der Rückgang der Geburtenraten immer deutlicher», heisst es in einer Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), deren Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Der UNFPA will die Untersuchung am Weltbevölkerungstag am 11. Juli veröffentlichen.

Die Daten aus 19 europäischen Ländern und den USA zeigen seit Oktober 2020 «starke Geburtenrückgänge» gegenüber den Vorjahresmonaten. Allein in den 15 untersuchten Ländern der EU ging die Zahl der Babys im Oktober um drei, im November um fünf und im Dezember 2020 um 8,1 Prozent zurück. Rachel Snow, führende Populationsexpertin des UNFPA, erklärt: «Die meisten Menschen würden in unsicheren Zeiten lieber weniger Kinder haben – und die Frage ist, ob sie die Mittel dazu haben». Diese Voraussetzung sei in Europa sicherlich gegeben.

Spanien verzeichnete dabei einen Rückgang um 20 Prozent im Januar, Frankreich um 13,5 Prozent. Doch die Unterschiede in Europa sind deutlich: UNFPA zufolge sahen Dänemark, Finnland, die Niederlande und Norwegen keine grösseren Schwankungen. Für Expertin Snow sind die Faktoren für Geburtenrückgänge allerdings zu zahlreich, um die innereuropäischen Unterschiede zu erklären – für definitive Rückschlüsse sei es noch zu früh.

Skandinavische Länder stabiler

Sie betonte jedoch, dass gerade die skandinavischen Länder generell stabiler seien, «während auf der anderen Seite Portugal, Spanien und Italien Länder sind, die bereits vor der Pandemie eine rückläufige Geburtenrate verzeichnet hatten.»

Auch in den USA ist der Einfluss der Pandemie dem Bericht zufolge deutlich. Im Bundesstaat Kalifornien wurden demnach im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat 10,5 Prozent weniger Babys geboren – in Florida waren es 7,2. Zudem hätten Umfragen in den Vereinigten Staaten nahegelegt, dass Paare Schwangerschaftspläne absichtlich auf Eis legten und weniger Sex hatten. Auch Internet-Suchanfragen zu schwangerschaftsbezogenen Themen seien zurückgegangen.

«Verfallt nicht in Panik»

Auf der anderen Seite gibt es in einigen schlechter entwickelten Ländern dem Bericht nach Anzeichen für eine gegenläufige Entwicklung. Dort seien die Menschen laut Snow auch wegen schlechteren Zugangs zu Verhütungsmitteln und sexueller Aufklärung weniger gut in der Lage, die Anzahl der Geburten zu reduzieren, wenn sie wollten. «Das sehen wir jetzt in Bangladesch und wir haben in Malawi eine Zunahme der Teenager-Schwangerschaften beobachtet, ähnliche Hinweise gibt es aus Mexiko.»

Die Uno-Bevölkerungsagentur weist generell darauf hin, dass viele Krisen in der Menschheitsgeschichte zu einem zeitweisen Rückgang der Geburten in den betroffenen Regionen geführt hätten und es danach oft zu einer Erholung gekommen sei. Zwar sei jede Krise anders, betont Snow, doch gebe es auch wegen Corona diesbezüglich keinen Grund zur Sorge: «Verfallt nicht in Panik, dass die Welt wegen Covid plötzlich menschenleer sein wird und die Geburtenrate sinkt. Es kann eine Weile nach unten gehen, aber es kann sich auch schnell erholen.» Wichtig sei vielmehr, dass alle Menschen Kontrolle darüber haben könnten, Kinder zu kriegen oder nicht.

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(DPA/chk)

Deutlicher Geburtenrückgang in Europa und USA wegen Covid-19
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