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Weil die Seen seit Sturmtief Bernd voll sind, wird so viel Wasser wie möglich in die Flüsse gelassen. Das sorgt für hohe Pegel in den Fliessgewässern. Die Situation dürfte noch wochenlang angespannt bleiben.

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Die Pegel in Schweizer Flüssen nehmen langsam ab, bleiben aber hoch. So etwa im Rhein in Basel.

Die Pegel in Schweizer Flüssen nehmen langsam ab, bleiben aber hoch. So etwa im Rhein in Basel.

20min/News-Scout

Ein Grund dafür ist, dass die Seen abgelassen werden müssen. Der Bieler- und der Neuenburgersee dienen als Rückhaltebecken für Aarehochwasser. Seit Sturmtief Bernd in der Schweiz wütete, sind sie voll.

Ein Grund dafür ist, dass die Seen abgelassen werden müssen. Der Bieler- und der Neuenburgersee dienen als Rückhaltebecken für Aarehochwasser. Seit Sturmtief Bernd in der Schweiz wütete, sind sie voll.

Bundesamt für Umwelt

Ein Meteorologe fragt sich auf Twitter, ob die Juragewässerkorrektion für Schwankungen im Rheinpegel in Basel verantwortlich ist.

Ein Meteorologe fragt sich auf Twitter, ob die Juragewässerkorrektion für Schwankungen im Rheinpegel in Basel verantwortlich ist.

Screenshot Twitter

  • Die Flusspegel in der Schweiz sinken nur langsam. Das merkt man besonders im Rhein in Basel.

  • Zudem kommt es zu Ausschlägen nach oben obwohl es kaum noch regnet.

  • Hydrologe David Volken erklärt, wieso das so ist – und wieso es vorerst so bleibt.

Nach den massiven Niederschlägen der vergangenen Wochen sinken die Wasserpegel in der Schweiz wieder. Allerdings geht das nur langsam voran. «Es wird noch Wochen dauern, bis sich die Lage in den grossen Mittelland-Flüssen normalisiert. Betroffen sind die Aare, die Limmat, die Reuss und der Hochrhein», sagt David Volken, Hydrologe beim Bundesamt für Umwelt. Denn die grossen Flüsse werden derzeit aus den Seen gespiesen, die nach dem Starkregen immer noch sehr hohe Pegel haben. «Die Seen müssen so schnell wie möglich entleert werden», so Volken.

Besonders spürbar ist das im Rhein, der den Grossteil des Wassers von der Alpennordseite aus der Schweiz führt. «Normalerweise haben wir um diese Jahreszeit einen Abfluss von 1400 Kubikmetern pro Sekunde. Jetzt ist es immer noch rund doppelt so viel», sagt der Gewässerexperte. Der Abfluss aus dem Bodensee sei nicht regulierbar, aus dem Bielersee lasse man aber derzeit so viel Wasser wie möglich ab.

Das Bundesamt für Umwelt rechnet mit weiteren Niederschlägen. «Wir wissen nicht, wie stark sie sein werden, aber wir versuchen, zusammen mit den Kantonen so viel Spielraum wie möglich zu schaffen», erklärt Volken. Denn das Wasser aus der Aare fliesst bei Hochwasser aus dem Bielersee zurück in den Neuenburgersee. Dieses Auffangbecken ist aber nicht bodenlos. Es sei erst kürzlich gelungen, die Pegel wieder auszugleichen, so dass das Wasser wieder von alleine aus dem Neuenburgersee fliesst.

Schwankungen in Basel

Obwohl es in den letzten zwei Tagen kaum geregnet hat, ist der Rheinpegel in Basel mehrfach kurzzeitig nach oben gesprungen und dann wieder gesunken. Die Ausschläge nach oben sind zwar kleiner als der massive Anstieg, der zu verzeichnen war, als Sturmtief Bernd über Europa fegte. Doch sind sie für aufmerksame Anwohnende deutlich erkennbar. Am Montag sprang der Rheinpegel einmal acht Zentimeter, einmal 19 Zentimeter. Die Abflussmenge stieg dabei um 68 Kubikmeter respektive um 158 Kubikmeter pro Sekunde. «Insgesamt ist aber seit Samstag eine sinkende Tendenz festellbar», hält Volken fest.

Den Grund für die Schwankungen in den immer noch grossen Wassermassen sieht Volken bei den zahlreichen Flusskraftwerken in der Aare und am Hochrhein. «Sie stauen das Wasser und lassen es immer wieder ab», sagt er. In den nächsten Tagen sei mit sinkenden aber immer noch hohen Pegeln zu rechnen.

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«Die Seen müssen so schnell wie möglich entleert werden»
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