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Ein heftiger Auffahrunfall im Gubristtunnel forderte am frühen Sonntagmorgen vier Verletzte. Bei Road Cross Schweiz stellt man eine Zunahme solcher Unfälle fest.

Bei der heftigen Kollision im Gubstristtunnel wurden vier Personen teils schwer verletzt.

Video: BRK News

  • Ein 33-jähriger Autofahrer ist am Sonntag in ein anderes Fahrzeug gerast.

  • Vier Personen wurden bei der heftigen Kollision im Gubristtunnel teils schwer verletzt.

  • Die Stiftung Road Cross Schweiz fordert neben präventiver Arbeit entsprechende Gesetze und harte Strafen.

Mit übersetzter Geschwindigkeit fuhr ein 33-jähriger AMG-Fahrer am frühen Sonntagmorgen im Gubristtunnel in einen Ford Fiesta. Vier Personen wurden bei der heftigen Kollision verletzt. Bei Road Cross Schweiz, der Stiftung für Verkehrssicherheit, stellt man in letzter Zeit wieder eine Zunahme von Unfällen mit solchen PS-Boliden fest, wie es auf Anfrage heisst. «Das ist durchaus besorgniserregend, denn Unfälle bei hohen Geschwindigkeiten enden oft dramatisch», sagt Sprecher Mike Egle.

Dabei stelle sich oftmals die Frage, ob es solch potente Fahrzeuge überhaupt braucht. Hinzu komme, dass die Fahrer oft der «Kontrollillusion» unterliegen. «Das heisst, der Fahrer glaubt trotz der überhöhten Geschwindigkeit noch alles im Griff zu haben, was natürlich nicht der Realität entspricht», erklärt Egle. Neben präventiver Arbeit braucht es laut Egle entsprechende Gesetze und harte Strafen, um solche Unfälle zu verhindern.

Nicht förderlich erachte man diesbezüglich die aktuellen Anpassungen am Strassenverkehrsgesetz (SVG). «Die Androhung von harten Strafen und auch deren Umsetzung hat eine präventive Wirkung. Die Abschwächung der Rasermassnahmen und die Reduktion der Strafen können wir deshalb nicht nachvollziehen», sagt Egle.

«Lockerung des Raser-Artikels muss kritisch hinterfragt werden»

Erst kürzlich kündigte der Bundesrat an, den Raser-Artikel anpassen zu wollen. So soll künftig bei Raserdelikten unter anderem die Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr gestrichen und die Mindestdauer für den Führerausweisentzug reduziert werden. Die Zürcher Staatsanwaltschaft teilte daraufhin mit, dass die Lockerung angesichts der Schwere und der Häufigkeit von Raserunfällen kritisch hinterfragt werden muss.

Laut einer Mitteilung kam es im Oktober innerhalb von 20 Tagen im Kanton Zürich zu fünf mutmasslichen Raserunfällen. Fünf Personen wurden dabei verletzt, darunter auch mehrere Unbeteiligte. Die fünf Unfallfahrzeuge verfügten zwischen 275 und 626 PS, waren mehrheitlich geleast und die Lenker zwischen 18 und 31 Jahren alt. Bei mehreren Fahrzeugen war der Sicherheitsassistent deaktiviert, was das Risiko eines Unfalls bei starker Beschleunigung deutlich erhöht, heisst es in der Mitteilung weiter.

Bei allen fünf Unfällen hat die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen die Unfallverursacher eröffnet. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Verfahrensabschluss.

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Bei der heftigen Kollision im Gubristtunnel wurden am frühen Sonntagmorgen vier Personen verletzt. 

Bei der heftigen Kollision im Gubristtunnel wurden am frühen Sonntagmorgen vier Personen verletzt.

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Sie mussten mit dem Rettungswagen ins Spital gefahren werden.

Sie mussten mit dem Rettungswagen ins Spital gefahren werden.

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Beim Unfallverursacher wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet. 

Beim Unfallverursacher wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet.

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Gegen Tunnelwand geprallt

Wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntag mitteilte, lenkte ein 33-jähriger Mann am frühen Sonntagmorgen kurz nach 4.30 Uhr seinen Mercedes mit übersetzter Geschwindigkeit auf der A1 Richtung Bern. Im Gubristtunnel fuhr er zu mehreren Fahrzeugen auf. Während der AMG-Lenker noch zwei Autos ausweichen konnte, prallte er heftig gegen das Heck eines dritten Fahrzeugs.

Das stark motorisierte Gefährt prallte in der Folge mehrmals beidseitig gegen die Tunnelwände und kam nach mehreren Metern zum Stillstand, heisst es in der Mitteilung weiter. Vier Personen wurden bei der Kollision verletzt und mussten mit dem Rettungswagen ins Spital gefahren werden. Beim 33-jährigen Autofahrer wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Der Gubristtunnel Richtung Bern musste wegen des Unfalls für mehrere Stunden gesperrt werden.

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«Es braucht harte Strafen, um solche Unfälle zu verhindern»
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