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Die kolumbianische Nonne und Ordensschwester Gloria Cecilia Narváez (59) ist nach über viereinhalb Jahren in Gefangenschaft islamistischer Geiselnehmer in Mali endlich freigelassen worden. Ihr Bruder und ihre Mitschwestern sind erleichtert.

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Schwester Gloria Cecilia Narváez traf nach ihrer Freilassung den Erzbischof von Bamako, Jean Zerbo und Papst Franziskus.

Schwester Gloria Cecilia Narváez traf nach ihrer Freilassung den Erzbischof von Bamako, Jean Zerbo und Papst Franziskus.

AFP

Nach vier Jahren und acht Monaten in Gefangenschaft wurde die kolumbianische Nonne freigelassen. Narvaez sei mutig und tapfer gewesen, erklärte das Präsidialamt von Mali.

Nach vier Jahren und acht Monaten in Gefangenschaft wurde die kolumbianische Nonne freigelassen. Narvaez sei mutig und tapfer gewesen, erklärte das Präsidialamt von Mali.

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Schwester Gloria Cecilia arbeitete mit drei weiteren Nonnen in einer Pfarrei in Mali, um Kindern und Frauen vor Ort zu helfen. 

Schwester Gloria Cecilia arbeitete mit drei weiteren Nonnen in einer Pfarrei in Mali, um Kindern und Frauen vor Ort zu helfen.

privat

  • Die als Geisel gehaltene Schwester Gloria Cecilia Narváez wurde freigelassen.

  • Die Nonne wurde am 7. Februar 2017 in Mali von Islamisten entführt.

  • Angehörige und Schwestern des Franziskusheims in Oberriet SG sind erleichtert, von ihrer Freilassung zu hören.

Die einst im Franziskusheim Oberriet SG lebende Gloria Cecilia Narváez wurde vor über viereinhalb Jahren in Mali an der Grenze zu Burkina Faso von islamistischen Geiselnehmern entführt. Jetzt ist sie freigekommen und die Freude bei ihren ehemaligen Mitschwestern ist gross.

«Es gab Freudentränen der Schwestern, als sie am Samstagabend die Neuigkeiten ihrer Freilassung erfuhren», sagt Schwester Martha Eugenia von den Missionsfranziskanerinnen in Oberriet SG. Am Sonntag wurde dann eine heilige Messe zum Dank, dass es ihr gut geht, gehalten. «Wir waren alle sehr erleichtert, und hoffen, Schwester Gloria kehrt zu uns zurück, ich denke, sie könnte sich hier gut erholen», so Schwester Martha.

Auch der Bruder der freigelassenen Nonne, Edgar Narváez, sagte gegenüber der AFP, er sei gerührt gewesen, als er von der Freilassung erfuhr: «Gott sei Dank geht es ihr gut, sie haben mir Fotos geschickt und sie sieht gut aus».

Freiwillig aufgeopfert

In der Nacht auf Sonntag informierte der malische Präsident über die Freilassung von Gloria Cecilia Narváez. Die Entführer seien Mitglieder der dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Gruppe GSIM gewesen, wie die AFP schreibt. Laut Angaben der Regierung Kolumbiens verhandelten mehrere europäische und afrikanische Diplomaten während mehrerer Jahre über die Freilassung der Nonne. «Ich bin sehr glücklich, ich bin fünf Jahre lang gesund geblieben», sagt die Schwester im kolumbischen Staatsfernsehen.

Damals half die kolumbianisch abstammende Nonne mit drei anderen Nonnen als Missionarin in einer Pfarrei, Kindern und Frauen vor Ort. Narváez hat sich freiwillig als Geisel angeboten, weil sie nicht wollte, dass zwei jüngere Nonnen entführt werden.

«Sie half sehr gern den Armen und Bedürftigen», sagt Schwester Martha Eugenia. Sie hat unter anderem Waisenkinder vor dem Tod und schwangere Frauen vor der Unterernährung gerettet, was wahrscheinlich der Grund der Entführung sei, wie Schwester Martha vermutet.

Treffen mit Papst

Aus Verhandlungskreisen erfuhr die AFP, dass die Nonne während ihrer Haft nicht misshandelt worden sei und den Koran studiert habe. Bei einem Treffen mit dem Interimspräsidenten Oberst Assimi Goïta lobte dieser den Mut und die Tapferkeit der befreiten Nonne. Schwester Gloria Cecilia soll, einem Beamten des Flughafens von Bamako zufolge, am Samstagabend in der malischen Hauptstadt eingetroffen und nach Rom weitergeflogen sein. Dort traf sie Papst Franziskus.

Entführungen sind in Mali nichts Aussergewöhnliches. Das Land in der Sahelzone befindet sich schon jahrelang in Aufruhr. 2012 hatten Islamisten-Gruppen die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen und waren weiter vorgerückt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Extremisten vorübergehend zurück, wie die AFP schreibt. Doch trotz der Präsenz Tausender internationaler Soldaten ist die Lage höchst instabil.

Der französische Journalist Olivier Dubois, der am 8. April im Norden Malis entführt wurde, ist immer noch in der Gewalt von Islamisten. In einem Geiselvideo sagte er, dass dafür ebenfalls GSIM verantwortlich ist.

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«Es gab Freudentränen bei den Schwestern»
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