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Am Montag wurde in Bern der neue YB-Trainer vorgestellt. David Wagner wird das Team in der kommenden Saison leiten. Er stand den Medienvertretern Rede und Antwort.

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David Wagner ist bereit für seine neue Herausforderung und Aufgabe als Cheftrainer bei YB.

David Wagner ist bereit für seine neue Herausforderung und Aufgabe als Cheftrainer bei YB.

Urs Lindt/freshfocus

Bei der Vorstellung des neuen Trainers am Montag stand er den Medienvertretern Frage und Antwort und berichtete von seinen Zielen mit dem Team aus Bern. 

Bei der Vorstellung des neuen Trainers am Montag stand er den Medienvertretern Frage und Antwort und berichtete von seinen Zielen mit dem Team aus Bern.

Urs Lindt/freshfocus

Ein wichtiger Faktor für seine Entscheidung, in die Schweiz zu kommen, waren vor allem die Verantwortlichen des Clubs und eben all die Menschen hier, die zu ihrem Wort stehen und Verlässlichkeit auf Wagner ausstrahlten. 

Ein wichtiger Faktor für seine Entscheidung, in die Schweiz zu kommen, waren vor allem die Verantwortlichen des Clubs und eben all die Menschen hier, die zu ihrem Wort stehen und Verlässlichkeit auf Wagner ausstrahlten.

Urs Lindt/freshfocus

  • Am Montagmorgen stellte YB offiziell seinen neuen Chefcoach David Wagner vor.

  • Der Deutsch-Amerikaner freut sich über seine Aufgabe beim Schweizer Meister.

  • Wie sein guter Freund Jürgen Klopp will auch Wagner mit attraktivem Umschaltspiel begeistern.

Am Montag wurde in Bern der neue Trainer der YB vorgestellt. David Wagner, der zuvor schon bei Huddersfield und zuletzt bei Schalke 04 an der Seitenlinie gestanden hatte, verrät, wie er zur Schweiz steht, welche Ziele er verfolgt und was er sich von seinem Freund Jürgen Klopp für YB abschaut.

David Wagner, herzlich willkommen in Bern. Können Sie uns sagen, was Sie vom Schweizer Fussball wissen?

David Wagner: Ich weiss im Prinzip genau das, was ich wissen muss. Ich weiss insofern etwas vom Schweizer Fussball, da es viele Schweizer gibt, die in Deutschland spielen. Ich weiss natürlich nicht so viel wie ein absoluter Schweiz-Insider, aber dafür habe ich ja noch einen Staff an meiner Seite. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es manchmal sogar förderlich sein kann, etwas unwissend an eine Sache ranzugehen. Damit will ich nicht sagen, dass ich unwissend bin, aber bevor ich nach England ging, wusste ich zum Beispiel noch gar nichts über die Championship. Alles das, was ich wissen muss, werde ich mir schnell aneignen.

Was für eine Beziehung haben Sie abgesehen vom Fussball zur Schweiz? Und wie steht es mit dem Schweizerdeutsch?

(Lacht) Nein, Schweizerdeutsch kann ich leider noch nicht bieten, aber ich werde mich bemühen, es zu verstehen und vielleicht auch ein wenig zu sprechen. Die Schweiz ist für mich, wie für viele Ausländer, als tolles Urlaubsziel bekannt, meine Familie und ich sind passionierte Ski-Fahrer. In Bern selbst war ich vor ein paar Jahren mal, aber nur ganz kurz. Grundsätzlich soll es eine sehr schöne Region zum Wohnen sein, aber das ist nicht der Grund, warum ich hier bin. Es geht hier um YB und darum, weiterhin erfolgreich Fussball zu spielen.

Sie standen auch mit West Bromwich Albion in Verhandlungen. Weshalb haben Sie sich für YB entschieden?

Ich möchte jetzt auf einzelne andere Clubs gar nicht eingehen. Fakt ist, dass ich unbedingt zu einem Club wollte, bei dem die Menschen gut sind. Die Leute hier wirken verlässlich, mit denen kann man arbeiten. Hier werden Aussagen getätigt, worauf man sich verlassen kann, das gesprochene Wort zählt. Hier geht es darum, gemeinsam etwas zu entwickeln. Dieses Gefühl hatte ich bei sämtlichen Gesprächen mit Christoph Spycher und dem Rest der YB-Verantwortlichen.

Diese Ausführungen von Ihnen wirken fast wie eine Replik auf Ihre Zeit bei Schalke 04. Täuscht dieser Eindruck?

Nein, das war überhaupt gar nicht darauf gemünzt. Ich glaube einfach, dass es darauf ankommt und wichtig ist, mit welchen Leuten man tagtäglich zusammenarbeitet. Bei Schalke war der Anfang gut, das Ende meiner Zeit dort dann eher weniger, aber das ist die Vergangenheit. Es hilft dir null, was früher war, bei der Vorbereitung für das nächste Spiel oder die nächste Saison. Es ist vollkommen «Wurscht», was in der Vergangenheit war, es geht nur darum, mit viel harter Arbeit die Zukunft so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

Sie waren bei Huddersfield Trainer des früheren YB-Spielers Florent Hadergjonaj. Hatten Sie mit ihm Kontakt vor ihrer Unterschrift in Bern?

Ich hatte im Vorfeld keinen Kontakt zu ihm, aber als er gelesen hat, dass ich bei YB unterschrieben habe, hat er sich bei mir gemeldet und mir alles Gute gewünscht. Er hat mir gesagt, dass YB ein toller Verein sei und dass er sich hier sehr wohl gefühlt habe.

Seoane und Adi Hütter waren beide längere Zeit YB-Trainer. Sportchef Spycher hat noch nie einen Trainer entlassen. Hat diese Kontinuität für Sie eine Rolle gespielt, um nach Bern zu kommen?

Diese Statistik mit der Trainerentlassung war mir gar nicht bewusst, aber ich hatte sowohl mit Seoane als auch mit Hütter Kontakt und beide haben mir bestätigt, dass hier tolle Menschen am Werk sind und dass es sich hier gut arbeiten lässt. Dieser Eindruck hat sich dann bei mir nach den Gesprächen mit den YB-Verantwortlichen noch weiter verfestigt.

Der Fokus bei YB liegt klar auf dem Meistertitel. Bei Huddersfield und Schalke 04 gab es ganz andere Ziele. Wie werden Sie das anpacken? Was ist ihre Spielidee?

Ich würde da erstmal widersprechen, denn bei Huddersfield ging es in der Championship auch darum, oben mitzuspielen, die Playoffs zu erreichen und letztlich aufzusteigen. Mit Schalke waren wir zu Beginn auch oben dabei und bei Dortmunds Zweiter Mannschaft sind wir aufgestiegen. Letztlich ändert die Tabellensituation aber nichts an der Einstellung, wie ich mein Team aufs Feld schicken möchte. Eines meiner Mantras ist es, dass wir uns fast immer unabhängig vom Gegner gemacht haben. Es geht darum, dass man unser Spiel erkennen kann, und das geht vor allem über Intensität, über Energie, über Aggression und über viele Umschaltmomente mit Tempowechseln.

Bei Umschaltfussball denkt man ja auch an ihren Freund Jürgen Klopp. Gibt es etwas, das Sie sich von ihm für das YB-Spiel abschauen?

Klopp ist mein Freund, das stimmt. Er ist einer der besten Trainer der Welt und ich habe mich mit ihm schon stundenlang über Fussball unterhalten, seit wir uns kennen, und wir kennen und schon sehr lange. Dadurch, dass ich in der Zeit bei Dortmund gearbeitet habe, als er dort Chefcoach der ersten Mannschaft war, konnte ich mir schon einiges abschauen. Wir dürfen jetzt nicht den Boden unter den Füssen verlieren, aber der Spielstil, den er beim BVB oder auch jetzt in Liverpool spielen lässt, ist die Art von Fussball, die ich gerne mag. Mit hundertprozentiger Überzeugung und Intensität bei Ballverlusten und Balleroberungen bei der Sache zu sein, ist die Idee dahinter.

Dieses Interview wurde im Rahmen einer Medienkonferenz aufgezeichnet.

«Es geht mir darum, die Zukunft so erfolgreich wie möglich zu gestalten»
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