EU sanktioniert russische Söldnerfirma «Wagner»: Wer sind Putins Schattenkrieger?

Seit 2014 taucht die russische Söldnertruppe «Wagner» in etlichen Konflikten auf. Ihr werden Folter und Erschiessungen vorgeworfen. Der Kreml streit jede Verbindung ab. In Wirklichkeit arbeitet «Wagner» aber im Interesse von Präsident Putin.

Streitet jede Verbindung zu «Wagner» ab: Russlands Präsident Wladimir Putin.

Streitet jede Verbindung zu «Wagner» ab: Russlands Präsident Wladimir Putin.

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Die EU reagiert auf Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch die russische Söldnertruppe «Wagner» und bestraft acht Personen und drei verbandelte Unternehmen mit der Einfrierung von Vermögenswerten und Reiseverboten. Vor allem Frankreich hatte auf die Strafaktion gedrängt, da Wagner drauf und dran ist, in Mali aktiv zu werden, wo Paris zusammen mit europäischen Partnern Soldaten im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen stationiert hat.

Chef ist ein russischer Elitesoldat mit einem Faible fürs «Dritte Reich»

Über die russische Söldnertruppe ist nur wenig bekannt, da ihre Operationen weitgehend im Verborgenen stattfinden. Ihre Personalstärke dürfte sich auf einige tausend Mann belaufen. Gemäss Medienberichten wurde «Wagner» im Jahr 2014 von Dimitri Utkin gegründet, einem ehemaligen Elitesoldaten des russischen Militärgeheimdiensts GRU. Utkin führt den Kampfnamen «Wagner» in Anlehnung an den deutschen Komponisten Richard Wagner und soll eine Neigung für das Dritte Reich haben. Im Jahr 2016 wurde er im Kreml mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Erste Einsätze soll die Truppe ab 2014 in der Ostukraine an der Seite der prorussischen Separatisten geleistet haben. Bereits ab 2013 soll Utkin in Syrien für den Diktator Baschar al-Assad gekämpft haben. In Libyen haben Wagner-Einheiten den General Khalifa Haftar bei seinem Sturm auf die Hauptstadt Tripolis unterstützt. In der Zentralafrikanischen Republik soll Wagner Ausbildungseinsätze geleistet und Waffenlieferungen koordiniert haben. Auch im Sudan und Mozambique soll Wagner aktiv sein.

Gemäss einem Bericht einer UNO-Expertengruppe haben sich die Söldner, die meist ehemalige Angehörige der russischen Armee sind, Folter, Verschleppungen und Erschiessungen schuldig gemacht. Ein Video aus Syrien aus dem Jahr 2017 soll zeigen, wie «Wagner»-Angehörige einen Mann auf brutalste Weise zu Tode quälen.

«Putins Koch», der Oligarch Jewgeni Prigoschin (links), soll Wagner im Hintergrund finanzieren. (Bild: 2011)

«Putins Koch», der Oligarch Jewgeni Prigoschin (links), soll Wagner im Hintergrund finanzieren. (Bild: 2011)

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Kreml streitet Verbindung ab. «Schattenkrieger» dienen trotzdem Putins Interessen

Aus westlichen Sicherheitskreisen heisst es, dass Wagner eng mit dem russischen Sicherheitsapparat verstrickt sein soll. Präsident Wladimir Putin hat solche Verbindungen stets abgestritten. Laut Beobachtern handelt Wagner aber nur im Einklang mit Putins Interessen und Russland benutzte die «Schattenkrieger» für Hochrisikoeinsätze, ohne offiziell Verantwortung übernehmen zu müssen.

Relativ gut dokumentiert haben Medien mittlerweile die Verbindung zwischen «Wagner» und dem russischen Oligarchen Jewgeni Prigoschin, der als Finanzier eine zentrale Rolle spielen soll. Prigoschin wird auch «Putins Koch» genannt, da er mit seinem Gastro-Unternehmen Grossaufträge für die russische Regierung, etwa zur Verpflegung der Armee, ausführt. 2016 soll Prigoschin mit seiner «Troll-Fabrik» in Sankt Petersburg zudem in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen und diesen zu Gunsten des späteren Präsidenten Donald Trump zu beeinflussen versucht haben. Prigoschin selbst steht sowohl auf der Sanktionsliste der USA wie jener der EU.

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