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In Minneapolis läuft der Gerichtsprozess gegen den Polizeibeamten, der im Mai 2020 den Afroamerikaner George Floyd minutenlang mit dem Knie zu Boden drückte. Nun sagt ein Pulmologe: George Floyd starb an Sauerstoffmangel.

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Der Experte Martin Tobin sagt vor Gericht aus, dass George Floyd an Sauerstoffmangel gestorben ist.

Der Experte Martin Tobin sagt vor Gericht aus, dass George Floyd an Sauerstoffmangel gestorben ist.

via REUTERS

«Man kann seine Augen sehen, er ist bei Bewusstsein, und dann sieht man, dass er es nicht mehr ist», so Tobin.

«Man kann seine Augen sehen, er ist bei Bewusstsein, und dann sieht man, dass er es nicht mehr ist», so Tobin.

via REUTERS

Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren gegen die Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung.

Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren gegen die Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung.

AFP

  • In den USA ist der Prozess gegen den Polizisten, der George Floyd mit dem Knie minutenlang zu Boden drückte, im Gang.

  • Ein Experte auf dem Gebiet der Atmung sagt: Floyd starb an Sauerstoffmangel.

  • Dem Polizisten Derek Chauvin drohen 40 Jahre Haft.

In den USA hat der Pulmologe Martin Tobin im Gerichtsprozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd ausgesagt und Sauerstoffmangel als Todesursache festgemacht. Der weisse Ex-Polizist Derek Chauvin habe sein Knie fast die ganze Zeit auf Floyds Hals gedrückt, sagte Martin Tobin am Donnerstag vor den Geschworenen im Gericht in der Stadt Minneapolis. Er wies Aussagen der Verteidigung zurück, wonach medizinische Vorerkrankungen zu Floyds Tod beigetragen haben könnten.

Der Mangel an Sauerstoff habe Schäden am Gehirn des Afroamerikaners verursacht, sagte Tobin weiter, der sich eine Videoaufnahme vom Tod des 46-Jährigen nach eigener Aussage «hunderte Male» angesehen hat. Die fehlende Atemluft habe bei Floyd eine Herzrhythmusstörung ausgelöst, die sein Herz schliesslich «zum Stillstand brachte», sagte der Sachverständige.

«Das ist der Moment, in dem das Leben aus dem Körper schwindet»

Der Experte erklärte den Geschworenen, an welchen Merkmalen er den Moment erkannte, in dem Floyd gestorben sei. «Man kann seine Augen sehen, er ist bei Bewusstsein, und dann sieht man, dass er es nicht mehr ist», sagte er. «Das ist der Moment, in dem das Leben aus seinem Körper schwindet.» Auch nach Floyds letztem Atemzug habe Chauvin ihn weiter auf die Strasse gedrückt.

Die von der Verteidigung angeführten medizinischen Vorerkrankungen wies Tobin als Todesursache zurück. «Ein gesunder Mensch, der erlebt hätte, was Floyd erlebt hat, wäre in Folge dessen gestorben», sagte er.

Chauvins Anwalt Eric Nelson argumentiert, Floyd sei an den Folgen einer Opioid-Überdosis gestorben. Demnach hatte er vor dem Eintreffen der Polizei zwei Pillen geschluckt. Floyds frühere Freundin hat in dem Prozess ausgesagt, in der Vergangenheit zusammen mit Floyd Drogen gekauft zu haben.

Bis zu 40 Jahre Haft

Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 44-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, «Mord zweiten Grades», verurteilt wird.

Der Polizist hatte am 25. Mai 2020 dem wegen eines mutmasslich falschen 20-Dollar-Scheins festgenommenen Floyd minutenlang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl dieser mehrfach klagte, er bekomme keine Luft. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod löste in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Chauvin wurde aus dem Polizeidienst entlassen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(AFP, her)

Experte sagt vor Gericht, dass George Floyd an Sauerstoffmangel starb
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