Fahrplanwechsel vom Sonntag: Mehr Züge im Tessin und neuer Kantonsbahnhof in Uri

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag wird im Tessin das öV-Angebot stark ausgebaut. Auf der fertiggestellten Neat-Strecke halten die Züge neu auch am Kantonsbahnhof Uri. Und international ändert einiges.

Nach SBB-Chef Ducrot den Ceneri-Tunnel im September eröffnete, geht dieser mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag nun offiziell in Betrieb.

Nach SBB-Chef Ducrot den Ceneri-Tunnel im September eröffnete, geht dieser mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag nun offiziell in Betrieb.

Keystone

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag wird der Ceneri-Basistunnel nach seiner offiziellen Eröffnung im September in den Regelbetrieb überführt. Was nach Routine tönt, bedeutet für die Südschweiz einen grossen Schritt. Damit werden nämlich nicht nur die Kapazitäten im nationalen und internationalen Zugverkehr stark erhöht und Fahrzeiten massiv verkürzt (auf der Nord-Süd-Verbindung um rund 20 Minuten). Auch im Tessin selbst werden damit massiv schnellere S-Bahnverbindungen möglich.

Dank eines zusätzlichen Anschlussgleises halbiert sich die Fahrzeit zwischen Lugano und Locarno in der S-Bahn «Tilo» beispielsweise auf 30 Minuten. Oder zwischen Bellinzona und Lugano dauert die Fahrt ab Sonntag noch 15 Minuten. Sprich: Nach insgesamt 28 Jahren Bauzeit für die Neue Alpen Transversale (Neat) rücken nach der Süd- und Nordschweiz nun auch der nördliche und südliche Teil des Tessins näher zusammen.

Schub für den öV im Tessin

Der Kanton spricht in einer Mitteilung vom Samstag denn auch von einem grossen Meilenstein im Ausbau des öV-Angebots der Südschweiz. Um die neuen Angebote im Tessin und im angrenzenden Südbünden der breiten Bevölkerung bekannt zu machen, stellt der Tessiner öV-Verbund denn auch 20’000 Tageskarten gratis zur Verfügung. «Das ist der einfachste Weg, um das Ausmass des Angebotsausbaus zu erleben», schreibt der Kanton.

An die Neat angeschlossen wird ab Sonntag auch Uri. Die neue Nord-Süd-Bahnachse führte bislang zwar mitten durch den Zentralschweizer Kanton. Doch erst mit der Eröffnung des neuen Kantonsbahnhofs in Altdorf am Samstag erhalten die Urnerinnen und Urner nun auch 18 direkte Verbindungen ins Tessin oder nach Zürich. Insgesamt wird das Angebot auf 90 Zugshalte im Tag ausgebaut. An der Bahnhofseinweihung nahmen nebst kantonalen Vertretern auch SBB-Chef Vincent Ducrot und Peter Füglistaler teil, der Chef des Bundesamtes für Verkehr (BAV).

Uri ist nun auch an die Neat angeschlossen

«Der Kanton Uri rückt damit noch näher an die übrige Schweiz», lässt sich SBB-Chef Ducrot in einer Mitteilung zitieren. Und BAV-Direktor Füglistaler sagt über den neuen Zughalt bei Altdorf:

«Der neue Kantonsbahnhof ist ein Quantensprung für die Schweiz, für den Kanton Uri und für Altdorf.»

Der Urner Regierungsrat Urban Camenzind und SBB-Chef Vincent Ducrot (v.l.) bei der Eröffnung des Urner Kantonsbahnhof Altdorf vom Samstag.

Der Urner Regierungsrat Urban Camenzind und SBB-Chef Vincent Ducrot (v.l.) bei der Eröffnung des Urner Kantonsbahnhof Altdorf vom Samstag.

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Auch weiteren Teilen der Schweiz bringt der neue Fahrplan ein ausgebautes öV-Angebot. Im Fernverkehr wird beispielsweise der IC5 Genève–Zürich–St. Gallen bis nach Rorschach verlängert. Das rückt den Bodensee zumindest verbindungstechnisch etwas näher ans Mittelland.

Zudem will die SBB Wintersportler in den Zug locken und führt von Weihnachten bis Ostern auf der Linie Chur–Zürich jeweils sonntags, zwischen 14 und 20 Uhr, den Halbstundentakt ein. Und mit der Linie «Aare-Linth» wird eine neue Direktverbindung von Bern via Burgdorf–Zürich–Ziegelbrücke nach Chur eingeführt. Diese Fernverkehrslinie wird allerdings statt von der SBB von der Südostbahn betrieben.

Neue Nachtzugverbindung und schneller nach München

Ab Sonntag werden in Europa zudem zwei neue Nachtzüge verkehren – dies auf den Strecken Zürich-Köln-Amsterdam und Wien-München-Paris. Die Wiederaufnahme dieser Verbindungen stelle den Auftakt einer gemeinsamen Nachtzug-Offensive europäischer Bahnunternehmen dar, schreibt die Deutsche Bahn (DB) in einer Mitteilung.

Ebenfalls involviert darin sind auch SBB und ÖBB. Die Österreicher gelten dabei mit ihrem «Nightjet»-Angebot seit Jahren als Treiber europäischer Nachtzugverbindungen. Die ÖBB wolle damit «eine klimafreundliche Alternative zum Kurzstreckenflug innerhalb Europas» bieten, sagte Andreas Matthä vom ÖBB-Vorstand zur Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Rückzug von SBB und DB sowie weiterer grosser europäischer Bahnbetreiber aus dem internationalen Nachtzug-Geschäft, haben sich die Österreicher erfolgreich in dieser Nische breitgemacht.

Und noch eine internationale Neuerung bringt der Fahrplanwechsel vom Sonntag Reisenden: Die Fahrzeit zwischen Zürich und München verkürzt sich um eine weitere halbe auf noch dreieinhalb Stunden. Die Allgäu-Strecke war erst vor Jahresfrist wieder in Betrieb genommen worden und nur leicht schneller. Zuvor war die Strecke ein Vierteljahrhundert saniert und elektrifiziert worden und war deswegen nur eingeschränkt befahrbar.

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