First-Class-Sitze oder eine Flugi-Bar für zu Hause? Emirates verkauft Teile seines ausgemusterten Riesenvogels

Die arabische Fluggesellschaft nimmt ihren ersten ausgemusterten A380 auseinander. Anstatt das leere Wrack auf einem Flugzeugfriedhof in der Wüste verenden zu lassen, kommt der Inhalt in den Verkauf.

Die ikonische Bar an Bord des Emirates-A380.

Die ikonische Bar an Bord des Emirates-A380.

zvg

Normalerweise lautet die Endstation von nicht mehr benötigten Flugzeugen: Wüste. Im sandigen Nirvana lassen die Airlines ihre Maschinen verrosten, nachdem sie die wichtigsten Teile, die noch zu gebrauchen sind, ausmontiert haben.

Emirates sagt erstmals bye-bye zu einem A380.

Emirates sagt erstmals bye-bye zu einem A380.

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Dieses Schicksal drohte auch dem ersten ausgemusterten A380 der arabischen Airline Emirates. Sie kündigt nun aber an, dass der doppelstöckige Riesenvogel einem grossen Re- und Upcycling-Prozess unterzogen wird. Sprich: Die Wüste kann warten.

«Angemessene Lösung für den Ruhestand»

Dafür spannt Emirates laut einer Medienmitteilung mit der ebenfalls in Dubai ansässigen Firma Falcon Aircraft Recycling zusammen, um die meisten Teile des ausgeflotteten A380-Flugzeugs vor der Entsorgung zu retten. So könnten Kunden und Fans ein Stück Luftfahrtgeschichte mit nach Hause nehmen, lässt sich Emirates-Präsident Tim Clark zitieren. «Es ist eine elegante und angemessene Lösung für den Ruhestand dieses ikonischen Flugzeugs und unseres Flaggschiffs.»

Laut dem Communiqué wird unter anderem die berühmte A380-Bordbar im Oberdeck des Flugzeugs, die für Business- und First-Class-Kunden reserviert ist, zum Verkauf angeboten. «An der Bar gab es auch schon Hochzeitsanträge, und manche Beziehungen sind in die Brüche gegangen», sagte Clark einst im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Auch andere Kabinenelemente werden zu massgeschneiderten Möbeln und Erinnerungsstücke umgestaltet. Die Preise werden noch nicht verraten.

Der Riesenvogel war ein Flop

Emirates-Präsident Sir Tim Clark.

Emirates-Präsident Sir Tim Clark.

Ali Haider / EPA

Laut Clark werden rund 190 Tonnen verschiedener Metalle, Kunststoffe, Kohlefaserverbundstoffe und anderer Materialien aus dem Flugzeug entfernt und über das Upcycling-Programm mit der Firma Wings Craft dem Recycling oder der Wiederverwendung zugeführt.

Bei der ausgemusterten Maschine handelt es sich um den Premieren-A380 von Emirates, der 2008 in die Langstrecken-Flotte aufgenommen wurde. Im März 2020 dann absolvierte er seinen letzten kommerziellen Flug. In der Folge wurde er in das Technikzentrum der Airline in Dubai überführt, wo die Ingenieure weiterhin brauchbare Bestandteile wie Triebwerke, Fahrwerke und Flugsteuerungskomponenten ausbauten.

Emirates war in der Vergangenheit mit 118 Maschinen der grösste Abnehmer des Riesenvogels, der für die riesigen Ambitionen der Wüsten-Airline symbolhaft war. Hersteller Airbus hat die Produktion des Doppeldeckers aber 2019 nach zwölf Jahren beendet, da zu wenige Bestellungen für die Maschine eingingen. Trotz all des Glamours und der Faszination geht der A380 deshalb als Flop in die Luftfahrtgeschichte ein.

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