Freiwillige gesucht fürs Gefängnis

Der Kanton Zürich sucht Testpersonen für die neue Haftanstalt.

Drohnenaufnahme vom Gelände des neuen Zürcher Gefängnisses.

Drohnenaufnahme vom Gelände des neuen Zürcher Gefängnisses.

Keystone

Das neue Gefängnis in Zürich-West sucht Testpersonen, die ein paar Nächte probe-sitzen. Freiwillig, natürlich. Warum? «Das neue Gefängnis ist ein sehr komplexes Gebäude», sagt Benjamin Tommer von der Medienstelle. Alles sei digitalisiert, 2000 Arbeitsplätze seien geplant; die Kantonspolizei, die Staatsanwaltschaft und die Häftlinge würden alle in demselben Gebäude untergebracht. Ein grosser Ameisenhaufen, so Tommer. Deshalb wolle man im Vorfeld diesen Funktionalitätstest durchführen. Tommer betont aber:

«Dieser Test darf keinen Spassfaktor haben.»

Es gehe darum, die moderne Gebäudetechnik zu prüfen. Der Test findet im März nächsten Jahres statt, der Betrieb wird im April 2022 aufgenommen. Eine Belohnung sei nicht vorgesehen, sagt Elena Tankovski, ebenfalls von der Medienstelle der Zürcher Justizdirektion. «Der Test basiert auf Freiwilligkeit und soll für alle Bevölkerungsschichten zugänglich sein.» Man werde auf eine ausgewogene Durchmischung achten, die Geschlechter werden getrennt untergebracht. Einmaliger und exklusiver Einblick in ein Gefängnis Den Freiwilligen werden alle persönlichen Gegenstände wie Telefon oder Bücher abgenommen. Zudem wissen sie nicht, mit wem sie die Zelle teilen müssen. Nur auf die Leibesvisitation werde verzichte. Auch könne ein Signalwort vereinbart werden, mit dem die Freiwilligen anzeigen können, dass der Versuch abgebrochen werden soll.

Exklusiver Einblick

«Die Arbeiten laufen auf Hochtouren und es ist unser Ziel, den Teilnehmern einen einmaligen und exklusiven Einblick geben zu können», so Tankovski. Diese Erfahrung könne unterschiedlichste Reaktionen hervorrufen und werde daher begleitet. «Grundsätzlich wünschen wir uns Offenheit und Neugierde gegenüber einer Welt, die der Öffentlichkeit normalerweise im wahrsten Sinn des Wortes verschlossen bleibt», so Tankovski. Ein genaueres Konzeptpapier liege allerdings noch nicht vor. Seit letztem Oktober war der Kanton dafür auf der Suche nach 100 Mitarbeitenden. 808 Bewerbungen seien eingegangen, 37 Personen haben gemäss Tankovski ihre Stelle bereits angetreten. Nach den Sommerferien folgt eine zweite Ausschreibung, die zielgerichteter sein wird. «Es geht darum, spezialisiertes Personal zu rekrutieren; in der ersten Ausschreibung wurden auch viele Quereinsteiger angesprochen.»

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