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Gerhard Schröder hat sich zum Rahmenabkommen und der Corona-Pandemie geäussert. Der Abbruch der Verhandlungen sei für die Schweiz wohl ein Nachteil, sagt der Altbundeskanzler.

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«Vielleicht hätte es eine positive Entscheidung gegeben, wenn der Schweizer Bundesrat das Rahmenabkommen dem Stimmvolk vorgelegt hätte», sagt Gerhard Schröder in einem Interview.

«Vielleicht hätte es eine positive Entscheidung gegeben, wenn der Schweizer Bundesrat das Rahmenabkommen dem Stimmvolk vorgelegt hätte», sagt Gerhard Schröder in einem Interview.

Wikipedia/Mehr News Agency/CC BY 4.0

Mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim habe er in der Corona-Pandemie so viel Zeit wie noch nie verbracht, sagt der Altbundeskanzler.

Mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim habe er in der Corona-Pandemie so viel Zeit wie noch nie verbracht, sagt der Altbundeskanzler.

DPA/Bernd von Jutrczenka

Das Bild zeigt die beiden bei der Eröffnung des Mozartfestes in der Würzburger Residenz.

Das Bild zeigt die beiden bei der Eröffnung des Mozartfestes in der Würzburger Residenz.

DPA/Daniel Karmann

  • Der Abbruch der Verhandlungen mit der EU ist laut Gerhard Schröder ein Nachteil für die Schweiz.

  • Das Volk hätte bei einer Abstimmung vielleicht anders entschieden, sagt der Altbundeskanzler.

  • Auch für die Schweiz gebe es «ökonomische Zwänge» in Europa, die sie nicht ignorieren könne.

Die Schweiz hat nach sieben Jahren Verhandlung offiziell Nein zum Rahmenabkommen mit der Europäischen Union gesagt, was für viel Wirbel gesorgt hat. Nun äussert sich auch Gerhard Schröder dazu. «Vielleicht hätte es eine positive Entscheidung gegeben, wenn der Schweizer Bundesrat das Rahmenabkommen dem Stimmvolk vorgelegt hätte», sagt der Altbundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland im «Blick». Frühere Volksentscheide hätten schliesslich gezeigt, dass die Schweiz ein Teil Europas sein wolle.

«Grundsätzlich ist doch besser, dabei zu sein und mitzuentscheiden, als nicht dabei zu sein und nachvollziehen zu müssen», sagt Schröder. Es gebe «ein paar ökonomische Zwänge», die auch die Schweiz nicht ausser Kraft setzen könne. Der Abbruch der Verhandlungen sei «im Grossen und Ganzen» wohl zum Nachteil der Schweiz.

Darum treffen sich Biden und Putin in Genf

Über das Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf sagt Schröder: «Die beiden wollten offenkundig nicht, dass es im einen oder anderen Land stattfindet.» Die Schweiz liege ungefähr in der Mitte der beiden Ländern und habe viel Erfahrung mit der Organisation internationaler Konferenzen. Der Gipfel könnte «Berechenbarkeit in den Beziehungen» schaffen, so Schröder. «Kein internationales Problem wird gelöst, wenn der eine versucht, den anderen zu isolieren.»

Welche Rolle spielt Europa in der Welt? Der Kontinent sei neben den USA und China einer der drei «Pole» der Weltpolitik, sagt Schröder. Ein einzelner europäischer Staat könne diese Funktion nicht übernehmen. «Das werden als Erste die Briten begreifen, denn ihr Traum von einem neuen Empire wird ein Traum bleiben.» Europa müsse darum in der Sicherheits-, Finanz- und Wirtschaftspolitik mehr Gemeinsamkeiten schaffen.

«Die Pandemie ist entschleunigend»

Schröder sagt im Interview mit «Blick» zudem, dass die Corona-Pandemie für ihn entschleunigend sei. Er verbringe nun so viel Zeit mit seiner Frau wie noch nie. Aber das Coronavirus habe viel Tod und Leid gebracht. «Das darf man nicht vergessen.» Und zur Impfung sagt Schröder: «Früher hätte ich mich auch nicht impfen lassen. Jetzt hab ich es halt doch getan.» Dass sich die Welt durch die Pandemie gross verändern wird, glaubt Schröder allerdings nicht. «Wir werden wohl schnell wieder in den alten Trott verfallen.»

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«Früher hätte ich mich auch nicht impfen lassen»
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