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Der Wahlkampfauftakt des französischen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

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Bei einer Protestaktion von Aktivisten kam es während dem Wahlkampfauftakt zu gewaltsamen Zwischenfällen. (5. Dezember 2021)

Bei einer Protestaktion von Aktivisten kam es während dem Wahlkampfauftakt zu gewaltsamen Zwischenfällen. (5. Dezember 2021)

AFP

Jemand packte ihn auf dem Weg zur Bühne: Eric Zemmour. (Archivbild)

Jemand packte ihn auf dem Weg zur Bühne: Eric Zemmour. (Archivbild)

REUTERS/Christian Hartmann

Wird beim Auftritt bei Paris an der Hand verletzt: Eric Zemmour. (5. Dezember 2021)

Wird beim Auftritt bei Paris an der Hand verletzt: Eric Zemmour. (5. Dezember 2021)

Hans Lucas via AFP/Antoni Lallican

  • Der rechtsradikale Publizist Eric Zemmour mischt seit Wochen den Vorwahlkampf in Frankreich auf.

  • Bei einer Wahlkampfveranstaltung bei Paris wurde er leicht verletzt. Auch fünf Aktivisten mussten von Sanitätern versorgt werden.

  • Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Nach dem von mehreren gewaltsamen Zwischenfällen überschatteten Wahlkampfauftakt des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour in Frankreich hat die Staatsanwaltschaft in zwei Fällen Ermittlungen aufgenommen. Dabei geht es um Gewaltakte von Zemmours Anhängern gegen Mitglieder einer Anti-Rassismus-Organisation und einen Angriff auf Zemmour selbst, wie die Behörde am Montag mitteilte. Auch Journalisten wurden bei der Veranstaltung am Sonntag angegriffen.

Auf Videos war zu sehen, wie eine Protestaktion der Organisation SOS Racisme in eine Schlägerei mündete. Mehrere Demonstranten waren während der Rede Zemmours aufgestanden und hatten mit Buchstaben auf ihren T-Shirts den Slogan «Nein zu Rassismus» gebildet. Daraufhin wurden sie von Anhängern Zemmours angegriffen und unter anderem mit Stühlen beworfen. Nach Angaben der Organisation wurden dabei fünf Aktivisten verletzt, zwei mussten von Sanitätern versorgt werden.

Zemmour neun Tage krankgeschrieben

Zemmour selbst war von einem Mann am Handgelenk verletzt worden, als er zur Bühne ging. Der Mann hatte sich auf ihn gestürzt, wurde dann von Sicherheitsleuten festgehalten und kam in Polizeigewahrsam. Wegen des Verdachts auf «Gewalt mit Vorsatz» werde er weiter in Gewahrsam bleiben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach Angaben von Zemmours Mitarbeitern wurde der Präsidentschaftskandidat für neun Tage krankgeschrieben. Dies hinderte ihn allerdings nicht, seine Teilnahme an einer TV-Debatte am Dienstag bekanntzugeben.

Auch Journalisten wurden während des Treffens angegriffen, darunter ein Team der Satire-Sendung Quotidien und zwei Journalisten der Nachrichtenseite Mediapart. Letztere wurden nach eigenen Angaben auf den Hinterkopf geschlagen und reichten am Montag Klage ein, wie aus einem Dokument hervorgeht, das AFP vorlag.

Insgesamt wurden wegen der Ausschreitungen bei der Veranstaltung am Sonntag 68 Menschen von der Polizei festgenommen worden. Am Montagabend waren nur noch sechs davon in Polizeigewahrsam.

Bereits zweimal verurteilt

Zemmour hatte sich am Sonntag in einem Messezentrum im Pariser Vorort Villepinte von mehreren Tausend Anhängern feiern lassen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seitdem er per Videobotschaft seine Präsidentschaftskandidatur erklärt hatte. In seiner Rede stellte Zemmour sich als Opfer von Politikern und Journalisten dar und rief zur «Rückeroberung» Frankreichs auf. Der Publizist vertritt teils extrem migrationsfeindliche und nationalistische Positionen und wurde deshalb bereits zweimal wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt.

In den Umfragen hatte der Publizist zeitweise die Rechtspopulistin Marine Le Pen überholt, die zum dritten Mal antritt. In den vergangenen Wochen fiel er wieder deutlich hinter sie zurück. Derzeit liegt er bei etwa 13 Prozent hinter Le Pen mit 19-20 Prozent und Amtsinhaber Emmanuel Macron mit 23-24 Prozent. Macron hat seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt, aber sein Wahlkampf hat inoffiziell längst begonnen.

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(AFP)

Fünf Verletzte, 68 Festnahmen und ein krankgeschriebener Kandidat
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