GLP-Grossen fordert ein Umdenken, aber keinen Systemwandel

Der neuste Bericht des Weltklimarats läutet die Alarmglocken. Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen, will in der Umweltpolitik zwar handeln, aber nicht überstürzt. Es sei wichtig, die Bevölkerung bei den Massnahmen mitzunehmen.

Jürg Grossen befürwortet ein Umdenken in der Klimapolitik – aber keinen grundlegenden Systemwandel.

Jürg Grossen befürwortet ein Umdenken in der Klimapolitik – aber keinen grundlegenden Systemwandel.

Keystone

Starke Niederschläge und Hitzewellen werden künftig noch häufiger und heftiger. Das haben die 234 Expertinnen und Experten des Weltklimarates IPCC in ihrem neusten Bericht kürzlich festgehalten. Und sie unterstreichen erneut, dass der Mensch die Erwärmung der Atmosphäre, der Ozeane und der Landflächen eindeutig beeinflusst.

«Der Bericht hat mich nicht überrascht», sagt Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen GLP, im Interview mit der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Man wisse bereits seit längerem, dass es in diese Richtung gehe. Zwar gehe das Zeitfenster, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, schnell zu, doch Grossen zeigt sich zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden.»

Im Rahmen des Pariser Klimaabkommens hat sich die Schweiz dazu verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoss bis 2030 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Schnelles Handeln sei nun in gewissen Bereichen vonnöten, aber nicht «überstürzt und kopflos», so Grossen weiter.

Umdenken ja – aber kein kompletter Verzicht

Linksgrün und die Klimajugend fordern im Kampf gegen den Klimawandel einen «system change», also einen grundlegenden Wandel des Wirtschaftssystems und der Gesellschaft. Für Grossen ist ebenfalls klar, dass ein «klares Umdenken» nötig sei. Aber: «Wenn es ‹system change› im Sinne von einem kompletten Verzicht ist und einer Rückentwicklung in die Höhle, dann bin ich der Meinung, das kann nicht der Weg sein», so der GLP-Präsident im Radiointerview.

Aus Sicht von Grossen habe die Ablehnung des neuen CO2-Gesetzes am 13. Juni an der Urne vor allem eines gezeigt: «Wir müssen Schritt für Schritt vorangehen. Wenn wir die Bevölkerung verlieren, stehen wir wieder auf Feld eins.»

Das Volksnein versteht Grossen nicht als ein Scheitern der GLP-Politik. Doch als Befürworter des Gesetzes sieht er die Partei in der Verantwortung. Demnach sei es nicht gelungen, das Gesetz der Bevölkerung adäquat zu erklären. Künftig sei es wohl besser, wenn man nicht mehr ein grosses Gesetz aufgleist, sondern mehrere kleine. «Das war zu viel aufs Mal, das müssen wir zur Kenntnis nehmen», sagt Grossen.

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