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Der Plan wäre am 21. Juni alle noch geltenden Massnahmen in Grossbritannien aufzuheben. Die Gefahr, die von der sich stark ausbreitenden Delta-Variante ausgeht, stellt dies nun in Frage.

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In Grossbritannien sollen per 21. Juni sämtliche Corona-Massnahmen gestrichen werden.

In Grossbritannien sollen per 21. Juni sämtliche Corona-Massnahmen gestrichen werden.

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Der Anstieg der Delta-Variante seit Mitte April bringt diesen Plan ins Wanken.

Der Anstieg der Delta-Variante seit Mitte April bringt diesen Plan ins Wanken.

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Auch machen Mutationen der Delta-Variante den Expertinnen und Experten zu schaffen.

Auch machen Mutationen der Delta-Variante den Expertinnen und Experten zu schaffen.

Vijay Pandey/ZUMA Wire/dpa

  • In wenigen Wochen sollten alle geltenden Restriktionen in Grossbritannien aufgehoben werden.

  • Die Zunahme und Aggressivität der Delta-Variante gefährdet nun dieses Vorhaben.

  • Ein definitiver Entscheid wird am 14. Juni gefällt.

Am 21. Juni sollte es soweit sein in Grossbritannien – alle Restriktionen und Massnahmen sollen an diesem Tag fallen. Eine komplette Aufhebung würde bedeuten, dass Nachtclubs wieder öffnen dürfen, keine Masken mehr getragen werden müssen und man sich wieder mit egal wie vielen Menschen treffen dürfte.

Ob das denn nun so vonstatten geht, ist aufgrund der wieder steigenden Zahlen an Covid-Infektionen fraglich. Besonders die neu als Delta-Variante bekannte Mutation des Coronavirus lässt Expertinnen und Experten an einer kompletten Öffnung zweifeln, so berichtet «The Guardian».

Ansteckungen haben sich verdreifacht

Nach dem verhängten Lockdown Ende Januar – in Grossbritannien wurden täglich fast 60’000 verzeichnet – gingen die Zahlen der Ansteckungen zwar zurück, seit Mitte April steigen diese aber wieder deutlich an. Innerhalb drei Wochen habe sich die Zahl der Ansteckungen von durchschnittlich 1500 auf 5000 Ansteckungen täglich mehr als verdreifacht.

Besonders die Ansteckungen mit der Delta-Variante steigen explosionsartig an. Wurden Anfang April noch weniger als ein Prozent an Infektionen mit der Delta-Variante registriert, sind es mittlerweile 75 Prozent. Die Zahl der Ansteckungen verdoppelt sich alle elf Tage.

Bis zu 60 Prozent ansteckender

Die WHO geht davon aus, dass diese neue Variante massiv ansteckender ist und möglicherweise auch unempfindlicher auf Antikörper reagiert. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock geht von einer 40 Prozent höheren, Epidemiologe Neil Ferguson sogar von 60 Prozent höheren Ansteckungsgefahr aus, heisst es auf «Sky News».

Am 14. Juni wird entschieden

Der definitive Entscheid über eine Aufhebung der Massnahmen fällt am 14. Juni. Es stehen aber nicht nur die Öffnung von Clubs und das Ende der Maskenpflicht auf der Kippe, sondern auch geplante Sommerferien könnten ins Wasser fallen.

Anfang Juni verhängten die Regierungen wieder strengere Regeln im Bezug auf nicht notwendige Reisen und strich Portugal von der grünen Liste. Das einzige europäische Land, das noch ohne Quarantäne bei der Wiedereinreise hatte besucht werden dürfen. Die Reisebranche spreche jetzt schon von einem «zweiten verlorenen Sommer».

Grossbritannien weltweit auf Platz fünf

Verkehrsminister Grant Shapps ist besonders besorgt wegen möglicher Mutationen der Delta-Variante, wie zum Beispiel der Nepal-Variante, wovon schon 23 Fälle in Grossbritannien nachgewiesen wurde. Auch wenn kein anderes europäisches Land so viele geimpfte Einwohner aufweist wie Grossbritannien.

Es sind schon 41 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft und 60 Prozent hatten zumindest eine erste Dosis erhalten. Damit liegt Grossbritannien auf dem fünften Platz weltweit. In der Schweiz sind es bislang knapp 24 Prozent. Es besteht die Befürchtung, dass bei dieser Mutation die Impfung praktisch wirkungslos sein könnte.

Verlauf im Auge behalten

Der offizielle Sprecher des Premierministers, Max Blain, gibt gegenüber «Sky News» an, es seien jetzt noch fast zehn Tage, um zu sehen, wie es sich mit den Hospitalisierungen, Todesfällen und dem Impffortschritt verhält. Dann wird entschieden, ob der 21. Juni als «Tag der Freiheit» gefeiert werden kann, oder die Massnahmen beibehalten werden müssen.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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Grossbritannien will am 21. Juni alles aufmachen – oder doch nicht?
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