Vulkan-Alarm auf La Palma – 2000 Menschen evakuiert, Schaulustige wegbeordert

Auf La Palma hat sich in den letzten Tagen ein Vulkanausbruch angekündigt. Am Sonntag dann gab es tatsächlichen eine «heftige Explosion».

Aktiver Vuklan bei El Paso auf der Insal La Palma, aufgenommen am Sonntag, 19. September 2021.

Aktiver Vuklan bei El Paso auf der Insal La Palma, aufgenommen am Sonntag, 19. September 2021.

Bild: Miguel Calero / EPA (El Paso, 19. September 2021)

Auf der spanischen Kanareninsel La Palma ist am Sonntag im Bereich der Cumbre Vieja ein Vulkan ausgebrochen. Um 15.12 Uhr Ortszeit (16.12 Uhr MESZ) habe es mehrere heftige Explosionen in der Gemeinde El Paso im Süden der Insel gegeben, berichtete die Zeitung «El País». Anschliessend begann der Vulkan grosse Mengen braunen und weissen Rauchs sowie Gesteinsbrocken und rotglühende Lava in die Luft zu schleudern. Der Vulkan habe mindestens vier Schlote, also verschiedene Stellen, an denen Asche, Rauch und Lava in die Höhe geschleudert würden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. In anderen Berichten war von drei bis sechs Schloten die Rede.

Beim Vulkan hat sich eine grosse Wolke gebildet.

Beim Vulkan hat sich eine grosse Wolke gebildet.

Bild: Miguel Calero / EPA (El Paso, 19. September 2021)

Lavastrom schiebt sich Richtung Küste

Hinweise auf Verletzte gab es zunächst nicht. Der Ausbruch liege in einem nicht besiedelten Bereich der Insel, die insgesamt 83 000 Einwohner hat, berichtete der lokale Fernsehsender Canarias7 unter Berufung auf den regionalen Regierungschef der Kanaren, Ángel Víctor Torres. Mehr als 2000 Menschen mussten evakuiert werden. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt.

Im Fernsehen war ein Lavastrom zu sehen, der sich vom Vulkan aus langsam bergab Richtung Küste schob. Er querte eine Strasse und schloss zumindest ein Haus ein. Die Feuerwehr bekämpfte Buschbrände, die durch den Vulkanausbruch ausgelöst worden waren. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders explosiv. Schaulustige wurden aufgefordert, die Gegend zu verlassen, um Evakuierungen nicht zu behindern. Die Regierung in Madrid kündigte an, Ministerpräsident Pedro Sánchez werde auf die Insel reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch rund 6600 kleine und mittlere Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt. Die Behörden hatten die Menschen in der Nähe des Vulkangebiets aufgerufen, leichtes Gepäck mit ihrem Handy, wichtigen Dokumenten und eventuell benötigten Medikamenten vorzubereiten.

Auf der im Nordwesten der Kanaren gelegenen kleinen Insel hatte es zuletzt vor 50 Jahren einen Vulkanausbruch gegeben, als der Teneguía 1971 Lava in die Luft schleuderte. Massentourismus wie auf den bekannteren Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa gibt es auf La Palma nicht.

«Heftige Explosion» nach Vulkan-Alarm auf der Ferieninsel La Palma
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