Grosse Zerstörung erwartet

Heftiges Erdbeben erschüttert Haiti –Mindestens 227 Tote

Haiti wird immer wieder von Krisen geplagt. Nun hat die Erde massiv gebebt. Erst langsam wird das Ausmass der Schäden sichtbar. Manche Behörden ziehen Vergleiche zum Horror-Beben von 2010.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 hat am Samstagmorgen den Süden des Karibikstaates Haiti erschüttert. Dabei kamen mindestens 227 Menschen ums Leben, wie das «Haitian Press Network» unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Das Beben hatte sich gegen 8.30 Uhr etwa 125 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Es weckt Erinnerungen an das verheerende Erdbeben im Jahr 2010, das mehr als 200 000 Menschenleben gefordert hatte. Interims-Premierminister Ariel Henry sprach von einer «dramatischen» Situation und rief zu Solidarität auf.

Den Berichten zufolge kamen 17 Menschen im südwestlichen Department Grand-Anse und 12 im Department Sud ums Leben. Unter den Toten war auch der ehemalige Senator Jean Gabriel Fortuné, der nach Informationen des Onlineportals «Gazette Haiti» in der Stadt Cayes unter den Trümmern seines Hotels begraben wurde. In der Stadt Aquin kamen zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren ums Leben.

Keystone

Der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) hatte nach dem aktuellen Beben zunächst eine Tsunami-Warnung herausgegeben – diese aber kurze Zeit später wieder aufgehoben. Er riet den Menschen aber, weiterhin vorsichtig zu bleiben. Die US-Behörde USGS rief mit Blick auf mögliche Todesopfer die Alarmstufe Rot aus: Das bedeutet, dass eine hohe Opferzahl möglich ist. Sie zog ausserdem Parallelen zu dem Beben von 2010. Dieses habe sich nur rund 75 Kilometer östlich auf derselben Halbinsel ereignet.

Viele Gebäude wurden zerstört, wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Menschen seien unter den Trümmern begraben, berichtete ein Augenzeuge aus Les Cayes, einer der grössten Städte des Landes, dem «Haiti Press Network». Bewohner des Departments Nippes, in dem das Epizentrum des Bebens lag, sendeten laut «Gazette Haiti» einen SOS-Ruf an die Behörden, weil die Krankenhäuser überlastet seien.

Interims-Premierminister Henry bezeichnete die Situation auf Twitter als «dramatisch» und kündigte an, die Regierung werde den Notstand ausrufen. Er rief alle Haitianer zu einem «Geist der Solidarität und des Engagements» auf.

Je suis actuellement dans le département de la Grand’ Anse pour constater l’étendue des dégâts afin de mieux coordonner l’action gouvernementale sur le terrain. Des ressources sont mobilisées depuis ce matin pour fournir aide et assistance aux victimes de ce séisme dévastateur. pic.twitter.com/vrs3SijVbX

— Dr Ariel Henry (@DrArielHenry) August 14, 2021

Ein Augenzeuge aus Les Cayes im Südwesten, einer der grössten Städte des Landes, berichtete «Haiti Press Network» von eingestürzten Häusern und Hotels und dass Menschen unter den Trümmern begraben worden seien. Die Zeitung «Diario Libre» aus der Dominikanischen Republik veröffentlichte ein Video des mutmasslichen Moments, in dem die Erde in Haiti am Samstagmorgen bebte.

Im Zentrum des Erdbebens von 2010 mit ähnlicher Stärke lag damals Haitis dicht besiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. Durch das Beben starben damals rund 222’000 Menschen, mehr als 300’000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Die Schäden durch das Beben wurden auf 8 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) geschätzt. Der Wiederaufbau kam auch durch die politische Instabilität nur schleppend in Gang.

Der bitterarme Karibikstaat Haiti wird immer wieder von schweren Beben heimgesucht. Zuletzt stürzte eine politische Krise das Land weiter ins Chaos. Im Juli war Haitis Präsident Jovenel Moïse ermordet worden. Er wurde in seiner Residenz von einer schwer bewaffneten Kommandotruppe überfallen und erschossen. (dpa)

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