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Heinz Frei ist der Schweizer Paralympics-Vertreter mit den meisten Auszeichnungen. Aber auch der 63-Jährige musste sich für das Highlights des Jahres qualifizieren.

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Heinz Frei nimmt in Tokio zum zehnten Mal an Paralympics teil. 

Heinz Frei nimmt in Tokio zum zehnten Mal an Paralympics teil.

Swiss Paralympic Committee

Der gebürtige Solothurner und wohnhafte Berner ist 63 Jahre alt – und kein bisschen müde. 

Der gebürtige Solothurner und wohnhafte Berner ist 63 Jahre alt – und kein bisschen müde.

Swiss Paralympic Committee

An den Paralympics wird er im Handbike antreten. 

An den Paralympics wird er im Handbike antreten.

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  • An den Paralympics in Tokio nimmt auch Heinz Frei teil.

  • Der Schweizer gehört mit seinen 63 Jahren zu den ältesten Teilnehmern.

  • Frei sammelte bisher bereits 15 Paralympics-Goldmedaillen.

Heinz Frei verspürt auch mit 63 Jahren immer noch Erfolgshunger. Was sind denn seine Ziele in Tokio? «Ich werde an dem gemessen, was ich bis hierher erreicht habe – dem versuche ich gerecht zu werden, das ist auch mein eigener Anspruch. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.» Das stimmt allerdings. Denn der Berner hat in seiner Karriere an Paralympics 15 Goldmedaillen (in den Sportarten Leichtathletik, Handbike, Langlauf), acht silberne und elf bronzene Auszeichnungen gewonnen. Daneben hat er 14 Weltmeistertitel (Handbike und Leichtathletik) eingeheimst, hat drei Weltrekorde im Rollstuhlsport geholt – den im Marathon hält er immer noch, seit 25 Jahren – und wurde in der Heimat zehnmal zum «Schweizer Para-Sportler des Jahres» gewählt.

Frei ist Ehrenbürger der japanischen Stadt Oita, weil er dort 1999 den Marathonweltrekord aufstellte. Im Land, in dem die Paralympics aktuell stattfinden, hat Frei an über 30 Marathons teilgenommen. Er, der mit 20 bei einem Berglauf fiel, einen Abhang hinunterrutschte und in ein Tobel stürzte – die Diagnose im Spital: Querschnittslähmung. Nun greift er nochmals an, bei seiner zehnten Paralympics-Teilnahme. «Man ist so alt, wie man sich fühlt. Und dass ich in meinem Alter nochmals teilnehmen darf, ist tatsächlich aussergewöhnlich. Mein Kopf weiss, wie es gehen soll, und ich habe gemerkt, dass mein Körper noch liefern kann», sagte Frei dem «Oltner Tagblatt».

20 Schweizer Athletinnen und Athleten nehmen an den Paralympics teil, es sind 13 Frauen und sieben Männer, die um die Medaillen mitkämpfen. Insgesamt werden 4400 Sportlerinnen und Sportler erwartet, wie das IPC mitteilt. Das ist ein Teilnehmer-Rekord für die Paralympics.

«Wir erhoffen uns sechs Medaillen», sagt Chef de Mission Roger Getzmann. In Rio 2016 waren es noch fünf Medaillen, in London 2012 sogar 13. Wie auch die Olympischen Sommerspiele, finden die Paralympics in Tokio wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauerinnen und Zuschauer statt. «Das ist schade. Vor allem, weil volle Stadien für paralympische Sportler ein Highlight sind; sie haben nicht bei jedem Wettkampf so viele Zuschauer. Andererseits haben sie sich schon daran gewöhnt», sagt Getzmann dazu.

Insgesamt wird in 22 Sportarten nach Medaillen gestrebt. In einigen Sportarten wird es diverse Siegerinnen und Sieger geben. Das, weil die Athletinnen und Athleten nach dem Grad ihrer Behinderung klassifiziert werden. Die Paralympics haben am Dienstag um 13 Uhr Schweizer Zeit begonnen. (hua)

Frei wird in Tokio im Paracycling (mit Handbike) teilnehmen. Er startet im Zeitfahren über 25 Kilometer, im Strassenrennen über 80 Kilometer und in der Teamstaffel von drei Athleten, die je zwei Kilometer mit Ablösung fahren. Auch wenn Frei über ein extrem grosses Renommee und über zig Erfolge verfügt, musste auch er sich für die Paralympics qualifizieren. «Es war mir wichtig, dass ich kein Grenzfall sein würde. Ich wollte mich klar und ohne Diskussionen qualifizieren», sagt er selber. Dank guter Resultate ist er einer von drei Schweizern, die in Tokio im Handbike antreten werden.

Auf Medaillenjagd wird er am 31. August, am 1. und 2. September gehen. «Danach müssen wir innerhalb von 48 Stunden zurückreisen. Leider.» So wird Frei das Land, zu dem er einen speziellen Bezug hat, nicht weiter bereisen können. Corona hat halt auch diese Spiele fest in der Hand.

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Heinz Frei will im Alter von 63 Jahren seine 35. Paralympics-Medaille
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