«Ich bin Sänger, kein Politiker»: Ist das Doppeladler-Zeichen politisch unkorrekt?

Die Dankesgeste des Schweizer Sängers am Eurovision Song Contest an Albanien wirft hohe Wellen. «20 Minuten» findet sie deplatziert, Gjon’s Tears wehrt sich und spricht von einem Missverständnis.

Gjon Muharremaj, alias Gjon's Tears bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich: «Kosovo und Albanien sind zwei verschiedene Dinge».

Gjon Muharremaj, alias Gjon’s Tears bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich: «Kosovo und Albanien sind zwei verschiedene Dinge».

Alexandra Wey/ KEYSTONE

«Inkompetent» und «respektlos» nannte ESC-Sänger Gjon’s Tears die Gratiszeitung «20 Minuten», die ihn bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich zu seiner Doppeladler-Geste befragte. «‹20 Minuten› hat mir nicht mal gratuliert. Es war die erste Frage, die sie mir gestellt haben. Es macht mich aber schon etwas traurig, dass gewisse Medien daraus einen Skandal machen wollen. Ich bin Sänger, keine politische Person und habe auch kein Problem mit Serbien», sagte er im Interview mit CH Media.

Die «20-Minuten»-Reporterin hat gratuliert

Die Konsultation des Videostreams des Interviews von «20 Minuten» zeigt, dass die «20-Minuten»-Reporterin dem Sänger sehr wohl gratulierte und ihn auch nach seinem Wohlbefinden fragte. Die zweite Frage galt dem Doppeladler. Deutlich wird aber auch, dass «20 Minuten» die Geste skandalisiert. «Viele Leute missbilligen diese Geste», sagte die Reporterin zum Sänger, «ich bin auch nicht glücklich damit, es ist politisch unkorrekt».

Gjon’s Tears wehrte sich und sprach von einem «Missverständnis». Der Doppeladler habe in Albanien, wo der Doppeladler das Wappen ziert, eine andere Bedeutung als im Kosovo. «Kosovo und Albanien sind zwei verschiedene Dinge», sagte er. Der Doppeladler sei eine «Geste des Dankes an Albanien» gewesen, weil das Land ihm im ESC-Finale zwölf Punkte gegeben hatte. «Als ich das Zeichen machte, ging es um Albanien. Es lag mir fern, eine politische Aussage zu machen. Ich bin Sänger, kein Politiker», sagte er weiter und betonte, dass er mit Serbien keine Probleme habe und gerade mit den serbischen Vertretern in Rotterdam ein vorzügliches Verhältnis pflegte.

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