Impfpflicht am Arbeitsplatz: United Airlines lässt Angestellten keine Wahl

Mit United Airlines schreibt die erste grosse amerikanische Fluggesellschaft ihren Mitarbeitern die Covid-Impfung vor. Andere US-Konzerne verfolgen eine ähnlich harte Politik.

United Airlines macht bei der Durchimpfung des Personals keine Abstriche. (Archivbild)

United Airlines macht bei der Durchimpfung des Personals keine Abstriche. (Archivbild)

Keystone

Als erste der grossen US-Fluggesellschaften macht United Airlines bei seinen Mitarbeitern in den Vereinigten Staaten Corona-Impfungen zur Pflicht. Das Unternehmen informierte die rund 67’000 US-Angestellten am Freitag, dass sie bis zum Herbst einen Nachweis über zwei erhaltene Impfdosen erbringen müssen. Das geht aus einem Memo an die Beschäftigten hervor. Mitte Juni hatte United – wie zuvor schon der US-Konkurrent Delta Air Lines – bereits eine Impfpflicht für neu eingestellte Mitarbeiter eingeführt.

Angesichts der besonders ansteckenden Corona-Variante Delta, die derzeit grassiert, fordern US-Unternehmen zunehmend Impfungen von ihren Angestellten. Es ist jedoch ein heikles Unterfangen. Firmen riskieren dadurch nicht nur Kritik von Impfgegnern und -skeptikern, sondern möglicherweise auch Anti-Diskriminierungs-Klagen. Bislang setzten Unternehmen deshalb eher auf Prämien. Der weltgrösste Online-Händler Amazon etwa kündigte bereits im Mai an, geimpften Bewerbern bei neuen Einstellungen 100 Dollar extra zu zahlen.

Härter geht der US-Nachrichtensender CNN vor: Dieser hat bereits drei Mitarbeiter entlassen, die ungeimpft zur Arbeit erschienen. Für alle, die ins Büro kommen oder als Reporter mit Kollegen Kontakt haben, sei eine Corona-Impfung verpflichtend, betonte CNN-Chef Jeff Zucker letzte Woche in einer E-Mail an alle Mitarbeiter. «Lassen Sie es mich klar sagen – wir haben eine Null-Toleranz-Politik bei diesem Thema», schrieb er.

Economiesuisse will Impfpflicht am Arbeitsplatz auch in der Schweiz prüfen

Wo die entlassenen Mitarbeiter arbeiteten, gab CNN nicht bekannt. Die meisten Büros des Senders sind auf freiwilliger Basis wieder geöffnet. Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter im Nachrichtenbetrieb arbeite wieder aus den Redaktionen, sagte Zucker. Die für 7. September geplante Rückkehr der gesamten Belegschaft soll wegen der in den USA steigenden Infektionszahlen bis mindestens Mitte Oktober verschoben werden.

Auch die Internetkonzerne Google und Facebook und die Finanzinstitute Morgan Stanley und Goldman Sachs verlangen von ihren Mitarbeitenden bei der Rückkehr ins Büro einen Impfnachweis. In der Schweiz ist dies bislang kein Thema. In einem Interview mit dem Sonntagsblick erklärte Economiesuisse-Präsident Christoph Mäder allerdings, dass nun zumindest in gewissen Arbeitsbereichen geprüft werde müsse, ob die Arbeitgeber eine Impfung vorschreiben sollten. (dpa/chm)

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