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Ein Auslieferungsgesuch von Russland für Wladislaw Kljuschin hat die Schweiz abgelehnt. Sein Anwalt kämpft nun gegen die Auslieferung an die USA. Diese verfolgten politische Motive.

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In diesem Gefängnis in Sion sitzt der Russe Wladislaw Kljuschin. 

In diesem Gefängnis in Sion sitzt der Russe Wladislaw Kljuschin.

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Sowohl die USA als auch Russland fordern die Auslieferung von Kljuschin. 

Sowohl die USA als auch Russland fordern die Auslieferung von Kljuschin.

AFP

Kljuschin soll beste Beziehungen zum Kreml pflegen. 

Kljuschin soll beste Beziehungen zum Kreml pflegen.

imago/Metelmann

  • In Sion sitzt seit Monaten Wladislaw Kljuschin im Gefängnis. Die USA verlangen die Auslieferung des Russen.

  • Offiziell geht es um Wirtschaftsdelikte. Die Russen vermuten aber, dass die Amerikaner wegen Spionage-Verbindungen an ihrem Staatsbürger dran sind.

  • Die Schweiz liefert aber wegen Spionage keine Menschen an andere Länder aus.

Kalter Krieg im Jahr 2021 – mitten in der Schweiz. In Sion sitzt seit Monaten ein russischer Staatsbürger im Gefängnis. Gleich zwei Supermächte, die USA und Russland, verlangen seine Auslieferung. In den USA wird der 40-jährige Wladislaw Kljuschin wegen des Verdachts des Datendiebstahls und Insiderhandels gesucht. Ihm droht eine hohe Haftstrafe. Die Schweiz hat das russische Auslieferungsgesuch bereits abgelehnt. Das Gesuch der USA ist hingegen noch hängig.

Nun kommen neue Details über Wladislaw Kljuschin ans Licht, über die die Tamedia-Zeitungen berichten. Er sitzt zwar immer noch im Gefängnis in Sion, langsam aber sicher wird es jedoch brenzlig für den Russen. Die Rede ist von Spionage. Kljuschins Genfer Anwalt Oliver Ciric versucht nun mit einem ungewöhnlichen Schritt die Auslieferung des Russen zu verhindern. Grundsätzlich handelt der Fall von Wirtschaftskriminalität. Jetzt möchte Ciric aber eine internationale Affäre daraus machen. Dabei spielt vor allem der Wahlsieg von Donald Trump gegen Hilary Clinton eine Rolle.

Auf der «Most-Wanted-Liste» des FBI

In einem offenen Brief an das Bundesstrafgericht in Bellinzona möchte Kljuschins Anwalt nachweisen, dass sein Mandant engen Kontakt zu einem mutmasslichen Spion hatte. Dieser soll sogar auf der «Most Wanted»-Liste des FBI stehen. Dieser soll in die grössten Hackeraffären der letzten Jahre verwickelt gewesen sein. Der Anwalt argumentiert damit, dass die USA nur mehr über den engen Kontakt zum Hacker von Kljuschin erfahren wolle. Somit wäre das Auslieferungsgesuch der Amerikaner politisch und nicht wirtschaftlich motiviert. Vorteil für Kljuschin: In diesem Fall liefert die Schweiz grundsätzlich keine Personen aus.

Doch wer ist dieser mutmassliche Spion? Die Rede ist vom 35-jährigen Iwan Ermakow. Laut Anklage der USA soll Ermakow Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU sein. Der Offizier war massgeblich an den Hackerattacken im US-Wahlkampf 2016 beteiligt. Zwei Gruppen Namens «Fancy Bear» oder «Cosy Bear» sollen Zehntausende Mails der Demokratischen Partei an Wikileaks weitergegeben haben und somit den amerikanischen Wahlkampf für Donald Trump beeinflusst haben.

Die Russen werfen den USA vor, genau zu wissen, dass Spionage für die Schweiz kein Auslieferungsgrund sei. Amerika schiebe ein Wirtschaftsdelikt vor, um einen wichtigen Vertrauten des Kremls einzukassieren, argumentieren die Anwälte des Russen.

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Inhaftierter Russe soll Kontakt zu Clinton-Hackern gehabt haben
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