Italien geht radikal voran: Der Schock von Bergamo wirkt bis heute nach

Ab Freitag gilt für alle Arbeitnehmenden in Italien die Zertifikatspflicht. Mario Draghi geht damit weiter als alle anderen europäischen Regierungschefs.

Hat kein Verständnis für Ungeimpfte: Italiens Premier Mario Draghi.

Hat kein Verständnis für Ungeimpfte: Italiens Premier Mario Draghi.

EPA

Italien geht bei der Bekämpfung der Coronapandemie einen Schritt weiter als das übrige Europa: Zur Arbeit erscheinen darf ab heute nur noch, wer ein Covid-Zertifikat hat. Ohne den sogenannten «Green Pass» wird man wieder nach Hause geschickt, die Lohnzahlung eingestellt. Das ist eine ausserordentlich einschneidende Massnahme, die ausserhalb von Italien von vielen als unverhältnismässig empfunden wird.

In Italien dagegen, wo bereits über 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, steht eine klare Mehrheit hinter der Massnahme, auch hinter dem umstrittensten Punkt: dass die Tests kostenpflichtig sind. Kaum ein geimpfter Italiener sieht ein, warum er mit seinen Steuern jenen die Tests bezahlen soll, die die kostenlose Impfung verweigern.

Der Grund für die hohe Akzeptanz der Zertifikatspflicht ist einfach: Italien war als erstes Land von der Pandemie getroffen worden und hat einen hohen Preis dafür bezahlt: 130000 Tote und einen der längsten und härtesten Lockdowns weltweit. Der Schock über die Bilder der Militärfahrzeuge in Bergamo, die die Särge aus den überfüllten Friedhöfen und Krematorien abtransportierten, wirkt immer noch nach.

«Wer dazu aufruft, sich nicht zu impfen, der ruft dazu auf, zu sterben– oder andere sterben zu lassen»: Dieser Satz aus dem Mund von Regierungschef Mario Draghi sagt alles aus über die Stimmung in Italien.

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