Publiziert

In der Corona-Krise sind die Schulden von Gemeinden und Städten stark gestiegen. Um den Schuldenhaufen abzubauen, dürften viele Gemeinden nun die Steuern erhöhen.

1 / 8

Die Steuern könnten bald steigen.

Die Steuern könnten bald steigen.

20min/Michael Scherrer

Denn die Städte und Gemeinden haben sich in der Corona-Krise verschuldet.

Denn die Städte und Gemeinden haben sich in der Corona-Krise verschuldet.

20min/Stevan Bukvic

Denn aufgrund der Corona-Massnahmen fielen Einnahmen wie Parkgebühren oder Geldbussen weg.

Denn aufgrund der Corona-Massnahmen fielen Einnahmen wie Parkgebühren oder Geldbussen weg.

Samuel Schalch / Tages-Anzeiger

  • Bis 2023 steigen die Schulden von Städten und Gemeinden um bis zu 72 Prozent.

  • Das zeigt eine neue Studie der Beratungsfirma PWC Schweiz.

  • Um die Schulden zu tilgen, werden wohl vielerorts die Steuern steigen.

  • Gleichzeitig müssen Gemeinden sparen.

Die Corona-Krise kommt der Schweiz teuer zu stehen: Die Kantone rechnen bis Ende Jahr mit 36 Prozent mehr Schulden. Noch härter trifft es Städte und Gemeinden. Ihre Schulden könnten bis 2023 um bis zu 72 Prozent wachsen. Das geht aus der aktuellen Studie der Beratungsfirma PWC Schweiz hervor.

Dabei dürfte die Schuldenwelle der Kantone schneller abebben, als bei den Städten und Gemeinden. «Die Pandemie findet real insbesondere bei den Menschen vor Ort statt», erklärt Roland Schegg, PWC-Director. So bleibe die langfristige Umsetzung der Unterstützungsmassnahmen in der Verantwortung der Städte und Gemeinden.

Weniger Einnahmen wegen Corona-Massnahmen

«Die Städte und Gemeinden mussten beispielsweise schnell für digitale Lösungen in den Schulen sorgen», erklärt Schegg. Aufgrund der Corona-Massnahmen fielen zudem Einnahmen wie Parkgebühren oder Geldbussen viel tiefer aus.

So habe die Pandemie grosse Löcher ins Budget gerissen. Zeitgleich erhalten Kommunen weniger Geld vom Bund als Kantone: «Darum werden Gemeinden und Städte ihre Schulden nur langsam abbauen können.»

Steuererhöhungen sind der einfachste Weg

Die steigenden Schulden der Gemeinden dürften die Bewohnerinnen und Bewohner bald im Portemonnaie spüren: «Schulden können nur über mehr Einnahmen oder weniger Ausgaben reduziert werden», erklärt Schegg.

Dass die Steuern in den nächsten Jahren steigen, sei im Einzelfall nicht auszuschliessen: «Steuern erhöhen ist ein schneller und einfacher Weg, um an mehr Geld zu kommen», sagt Schegg. Nachhaltig sei das aber nicht unbedingt. Dafür müssen Städte und Gemeinden den Gürtel zusätzlich enger schnallen.

Dabei gebe es bei Prozessen und Strukturen viel Sparpotential: «Gerade in der Verwaltung lässt sich Geld einsparen, wenn Abteilungen, Standorte und Equipment gut abgestimmt und zweckmässig organisiert werden», so Schegg. Einkäufe sollten zudem gebündelt und Investitionen gegebenenfalls für eine gewisse Zeit reduziert werden.

Allerdings sei es nicht einfach, Ausgaben auf kommunaler Ebene zu reduzieren. «Prozesse und Strukturen zu verbessern, ist sehr anspruchsvoll und setzt einen klaren Willen sowie Ausdauer der Führung voraus», erklärt Schegg. Schliesslich sei Sparen immer mit Verzicht verbunden.

Weniger Steuereinnahmen in den Pandemie-Jahren

Für eine Steuererhöhung spricht auch, dass Kantone und Gemeinden für 2020 und 2021 von deutlich sinkenden Steuereinnahmen ausgehen, wie die Studie weiter zeigt. Dabei liegen die Ertragseinbussen von juristischen Personen auf kantonaler Ebene bei minus 23 Prozent. Bei Privatpersonen nur bei minus 1,1 Prozent.

Das dürfte damit zusammenhängen, dass die Unternehmen in der Krise den finanziellen Risiken stärker ausgesetzt sind als Privatpersonen. Letztere haben von Kurzarbeitsentschädigung profitiert. Ab 2022 sei aber wieder mit einem Anstieg der Steuereinnahmen und mit einer Normalisierung der Ertragssituation zu rechnen.

Die Beratungsfirma PWC Schweiz hat die Studie zur Auswirkung der Pandemie in Zusammenarbeit mit dem Schweiz Städteverband SSV erstellt. Dafür wurden im März und April 2021 mit Hilfe eines strukturierten Online-Fragebogens 15 Kantonen und 77 Gemeinden und Städte befragt. Ergänzend wurden persönliche Interviews gemacht.

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Jetzt droht wegen Corona-Ausgaben der Steuerschock
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here