Kein Zertifikat trotz Test? 2G-Regel stösst bei Gesundheitsdirektor auf Anklang

Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg bringt eine Verschärfung der Zertifikatspflicht ins Spiel. Werden die Intensivplätze knapp, sollen nur noch Geimpfte und Genesene ein Zertifikat erhalten.

Er traut sich aus der Deckung: Pierre Alain Schnegg sympathisiert mit der 2G-Regel für die das Covid-Zertifikat.

Er traut sich aus der Deckung: Pierre Alain Schnegg sympathisiert mit der 2G-Regel für die das Covid-Zertifikat.

Keystone

Es ist ein Vorschlag, welche die emotionale Diskussion über das Covid-Zertifikat weiter aufheizen dürfte. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg zeigt sich in einem Interview mit Radio SRF offen für die sogenannte 2G-Regel. Das Covid-Zertifikat dürfte demnach nur für Geimpfte und Genesene und nicht mehr für Getestete ausgestellt werden. «Heute ist das zwar nicht realistisch», sagte Schnegg. «Aber wenn wir bei den Intensivbetten wieder in eine rote Zone kommen, müssen wir handeln.»

Die 2G-Regel würde den Zugang zu Restaurants, Events und andere Betriebe für Ungeimpfte praktisch verunmöglichen. Diese Woche forderte auch der Schaffhauser Regierungsrat mehr Vorteile für Geimpfte und Genesene. Später präzisierte er aber, dass damit nicht die Einführung der 2G-Regel gemeint sei.

Belohnungen von 50 Franken seien «gefährlich und bedenklich»

Im SRF-Interview räumte Schnegg ein, dass eine 2G-Regel nicht gut für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wäre. «Aber es wird schwierig sein, die Freiheit der Geimpften erneut stark einzuschränken.» Ohne die 2G-Regel werde man um Schliessungen und schärfere Personenbeschränkungen kaum herumkommen. Nötig könnten solche Verschärfungen werden, wenn die Belegung der Intensivbetten durch Coronaerkrankte zwischen 40 und 50 Prozent liege. Aktuell liegt sie laut dem Bundesamt für Gesundheit bei 18,8 Prozent.

Als «bedenklich» bezeichnete Schnegg hingegen den Vorschlag des Bundesrats, Personen mit 50 Franken zu belohnen, wenn sie jemand anderen zur Impfung bewegen können. «Das ist wirklich gefährlich für unser Gesundheitssystem», sagte Schnegg. «Das Gesundheitswesen ist keine Ware, die man kaufen oder verkaufen kann.» Wenn schon, dann gelte es Hausartzpraxen und Apotheken zu belohnen, welche die Zeit und das Wissen für eine Beratung hätten. (gb)

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