Die Expertinnen und Experten des Bundes informieren über das aktuelle Geschehen in der Corona-Pandemie.

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  • Die Behörden sprechen von 35’000 Personen, die sich während der nationalen Impfwoche eine Erstimpfung verabreichen liessen. Damit war die Impfwoche «kein Grosserfolg», wie der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri an der Pressekonferenz nüchtern feststellt.

  • Immer wichtiger scheint ohnehin die Booster-Impfung zu werden. Wie Virginie Masserey vom BAG angibt, gehen bereits 30 Prozent aller Hospitalisierungen und zehn Prozent aller Intensivfälle auf Geimpfte zurück.

  • Die Behörden stellen die Auffrischimpfung (Booster) für alle in Aussicht. Gemäss Christoph Berger könnte die EKIF bereits Ende November eine Empfehlung aussprechen. Dann könnte es schnell gehen. Wie der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri erklärt, würden die Kantone die breitflächige Booster-Kampagne derzeit vorbereiten.

  • Vorläufig bleiben die Behörden ihrem vorsichtigen Kurs noch treu. Sie wollen sicherstellen, dass zunächst alle Personen ab 65 die Drittimpfungen erhalten. Auch für das Pflegepersonal wird zurzeit keine Sonderreglung ausgestellt.

  • Ebenfalls keinen Handlungsbedarf sehen die Verantwortlichen derzeit bei den Kindern. Weil es in dieser Altersgruppe nach wie vor zu fast keinen schweren Verläufen kommt, wollen sie keine Empfehlung für eine Impfung aussprechen. «Sollen wir nun also die Kinder impfen, nur um die Alten zu schützen? Das wäre schon sehr altruistisch?», fragt Christoph Berger rhetorisch auf die Frage eines Journalisten.

Es werden keine weiteren Fragen gestellt, die Medienkonferenz ist beendet. Lesen sie hier in Kürze eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten.

Auf die Feststellung eines Journalisten, dass die Expertinnen und Experten des Bundes vor drei Wochen bereits verkündeten, dass die Unter-65-Jährigen gut geschützt seien, nun aber die Fallzahlen hochschnellen würden, erklärt Christoph Berger, dass die momentane Entwicklung absehbar gewesen sei.

Gemäss Rudolf Hauri können Booster-Impfungen auch mit einem anderen mRNA-Impfstoff als mit demjenigen, den man bei der Erst- und Zweitimpfung erhalten hat, durchgeführt werden.

Rudolf Hauri erklärt, dass sämtliche Einschränkungen, die bei einer sich weiter verschlechternden Situation kommen könnten, aus dem Strauss bereits bekannter Massnahmen aus den vergangenen Monaten kommen würden. «Nichts ist ausgeschlossen.»

Gemäss Virginie Masserey wird der Booster mit einer zwölfmonatigen Gültigkeit in der Schweiz und einer sechs-monatigen Gültigkeit in der EU registriert.

Impfdurchbrüche würden zudem wie eine Booster-Impfung gezählt.

Eine Journalistin merkt an, dass beispielsweise der Kanton Obwalden zurzeit rekordhohe Ansteckungszahlen verzeichnet. Virginie Masserey erklärt kurz und bündig, dass es das oberste Ziel des Bundes bleibe, möglichst viele Menschen zu impfen.

Auf die Frage eines Journalisten, ob Kinder von willigen Hausärztinnen und Hausärzten bereits heute geimpft werden könnten, erläutert Christoph Berger, dass hierzu von Seiten der Behörden keine Empfehlung besteht. Diese hätte zwei Gründe: Im Gegensatz zu den USA würde die Schweiz nicht über den benötigten Impfstoff verfügen. Zudem würden die Verantwortlichen auch keinen Anlass für eine Durchimpfung der Kinder in der Schweiz sehen. In der Altersgruppe unter 12 Jahren würde es zu fast keinen schweren Verläufen kommen. «Sollen wir nun also die Kinder impfen, nur um die Alten zu schützen? Das wäre schon sehr altruistisch.»

Rudolf Hauri erklärt, dass die Massnahmen in Schulen derzeit darauf ausgerichtet seien, dass der Unterricht durchgeführt werden könne. Daraus würden sich aber tatsächlich von Kanton zu Kanton unterschiedliche Szenarien ergeben. Sollte die Situation sich verschlechtern, würden wieder Massnahmen wie das Maskentragen zur Disposition stehen.

Neben der Ekif wird erwartungsgemäss auch die Zulassungsbehörde Swissmedic grünes Licht für die Booster-Impfungen geben. Virginie Masserey erklärt, dass auch ein sogenannter «Off-Label-Use» unabhängig von Swissmedic durchgeführt werden und die Booster-Impfung dementsprechend bereits nach dem Go durch die Ekif verabreicht werden könnte.

Virginie Masserey erklärt, dass die Behörden seit letzter Woche angeben können, bei welchen verabreichten Impfdosen im Land es sich um Auffrischimpfungen handelt. Dementsprechend würden diese Informationen auch publiziert.

Rudolf Hauri erklärt, dass die Kantone «selbstverständlich »der Aufforderung der Ekif folgen würden.

Christoph Berger geht nicht davon aus, dass von nun an ständig neue Impfungen im Halbjahresrhythmus kommen werden. «Ich hoffe nicht, dass wir im nächsten Jahr dieselbe Lage haben werden.»

Man könne grob sagen, dass rund 30 Prozent der Hospitalisierungen geimpfte Personen betreffen, bei den belegten Intensivbetten seien es zehn Prozent, gibt Virginie Masserey an. Gemäss ihr müssten diese Zahlen jedoch mit Vorsicht genossen werden, da besonders viele Menschen aus der Risikogruppe geimpft seien.

Österreich und Frankreich gehen gemäss einer Journalistin schon weiter und schränken die Gültigkeitsdauer des Zertifikats ein (in der Schweiz gelten 12 Monate). Virginie Masserey erklärt, dass dies im Rahmen der EU-Zusammenarbeit zulässig sei. Diese Staaten könnten somit auch Schweizerinnen und Schweizern, die diese Kriterien nicht erfüllen, die Einreise verweigern.

Christoph Berger erklärt, dass Personen über 65 bei einer Infektion stärker Gefahr laufen, hospitalisiert werden zu müssen. «Wir müssen denjenigen Personen, die den Booster am meisten brauchen, diesen zuerst anbieten. Und nicht: Wer zuerst kommt, erhält auch als erstes die Impfung.»

Auf die Frage eines Journalisten, ob in der Schweiz ein Impfobligatorium für bestimmte Berufsgruppen eingeführt werden könnte, erwidert Virginie Masserey, dass es diesbezüglich zur Zeit keine Diskussionen gäbe.

Gemäss Christoph Berger erlauben bereits die derzeit geltenden Empfehlungen Booster-Impfungen für das Gesundheitspersonal nach Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt das Boostern von Angestellten im Gesundheitsbereich. Für alles weitere sei die Empfehlung abzuwarten.

20 Millionen Franken seien bei den Kantonen bereitgestellt worden, sieben Millionen beim Bund, erklärt Michael Beer. Diese Zahlen könnten allerdings noch ansteigen.

Die genaue Anzahl neu geimpfter Personen während der Impfwoche sei zudem noch nicht definitiv. Die Behörden gehen derzeit von 35’000 Personen aus. Diese Zahl könne sich jedoch noch ändern.

Vor schweren Verläufe seien die meisten Menschen unter 65 in der Schweiz nach wie vor gut geschützt, gibt Christopher Berger an. Beim Schutz vor milden Krankheitsverläufen könne es allerdings bei einigen demnächst zu einer Reduktion kommen.

Christoph Berger gibt an, dass die Behörden derzeit noch dran seien, die Empfehlung im Detail zu erarbeiten. Diese würde bereit sein, wenn die über 65-jährigen Gelegenheit gehabt hätten, die dritte Impfung zu beziehen.

«Es wird nicht Mitte Januar, sondern eher im Bereich Ende November», gibt er auf die Nachfrage einer weiteren Journalistin nach dem genauen Zeitpunkt an. «Personen, die den Booster am dringendsten brauchen, müssen zuerst dran kommen»

Kommt jetzt die Booster-Impfung für alle?
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