Kosten wirken mehr als Infos: Studie zu Mobility Pricing bestätigt Wirkung

Ein Experiment von Schweizer Hochschulen zeigt: Verkehrsteilnehmende reagieren auf finanzielle Anreize stärker als auf blosse Information.

Als externe Kosten berechnete die Untersuchung unter anderem Luftverschmutzung und Staus. (Keystone)

Als externe Kosten berechnete die Untersuchung unter anderem Luftverschmutzung und Staus. (Keystone)

Keystone

Für die im Auftrag des Bundesamts für Strassen (Astra) durchgeführte Studie erfassten die Teilnehmenden ihr Mobilitätsverhalten während acht Wochen mit einer App auf dem Handy. Anschliessend erhielt eine Gruppe Informationen zu ihrem Verkehrsverhalten und Tipps, wie sie externe Kosten wie Luftverschmutzung reduzieren könnten. Einer anderen Gruppe wurde ein Guthaben in Aussicht gestellt, das am Ende der Studie ausbezahlt würde. Die berechneten externen Kosten wurden davon direkt abgezogen. Eine Kontrollgruppe erhielt weder Informationen noch finanzielle Anreize.

Das Resultat: Wer nur die Informationen erhielt, änderte sein Verkehrsverhalten nicht. Wer aber einen finanziellen Anreiz hatte, machte sich die Mühe, zu Randzeiten zu fahren, andere Verkehrswege zu wählen oder das Transportmittel zu wechseln. Dabei reduzierten die finanziellen Anreize die externen Kosten um durchschnittlich 5,1 Prozent.

«Verkehrs-Pricing machbar»

Die Studienautoren schliessen aus dem Versuch, dass Mobility Pricing ein effektives Instrument zur Brechung von Verkehrsspitzen sei und ein wichtiger Pfeiler einer nachhaltigen Verkehrspolitik werden könne. So habe auch die Abschlussbefragung eine eine tendenziell positive Akzeptanz für eine Internalisierung der externen Kosten im Verkehr ergeben, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

«Die Resultate zeigen, dass Verkehrs-Pricing technisch machbar ist und den gewünschten Effekt hat, nämlich die externen Kosten des Verkehrs für die Bereiche Gesundheit, Klima und Stau zu reduzieren», wird Co-Autor Beat Hintermann von der Uni Basel zitiert.

Weltweit grösste Studie dieser Art

Zu den externen Kosten zählte die Untersuchung neben Luftverschmutzung auch Folgekosten durch Zeitverluste infolge von Staus sowie die beanspruchte Infrastruktur. 2017 hätten die so berechneten externen Mobilitätskosten in der Schweiz 13 Milliarden betragen, so die Mitteilung.

Die Studie wurde von der Universität Basel, der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW in städtischen Agglomerationen der Deutschschweiz und der Romandie durchgeführt. Ausgewertet wurden Daten von 3700 Personen. Bei der in den Jahren 2019 und 2020 durchgeführten Studie handle es sich damit um die weltweit grösste ihrer Art weltweit. (wap)

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