Langjährige Gefängnisstrafen für Corona-Hilfsgeld-Betrüger

Zwei Männer sind am Mittwoch in Lugano zu vier, respektive drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie haben 1,5 Millionen Franken Corona-Hilfsgelder erschwindelt.

Ein Unternehmer und ein Zahnarzt haben unrechtmässig Covid-Hilfsgelder in Millionenhöhe erhalten. (Symbolbild)

Ein Unternehmer und ein Zahnarzt haben unrechtmässig Covid-Hilfsgelder in Millionenhöhe erhalten. (Symbolbild)

Keystone

Im grössten Betrugsfall zur Erschleichung von Corona-Hilfsgeldern des Bundes, der im Kanton Tessin bisher aufgeflogen ist, ist am Mittwoch ein 60-jähriger Unternehmer vom Strafgericht in Lugano zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Sein Kompagnon, ein 46-jähriger Zahnarzt, erhielt drei Jahre und vier Monate Freiheitsentzug. Zirka 1,5 Millionen Franken an Hilfsgeldern hatten die beiden unrechtmässig erhalten. Nur ein kleiner Betrag wurde bisher zurückerstattet. Der Unternehmer muss rund 1 Million Franken zurückbezahlen, der Zahnarzt noch zirka 400’000 Franken. Beide sind italienische Staatsbürger und erhielten zusätzlich acht respektive fünf Jahre Landesverweis.

Über den Fall berichtetet der «Corriere del Ticino» in seiner Donnerstagsausgabe. Das Verhalten entspreche einem «unqualifizierten Egoismus», wird Gerichtspräsident Amos Pagnamenta zitiert. Sie hätten von Finanzhilfen profitiert, die für Personen gedacht waren, die in echte Schwierigkeiten geraten sind.

Aufgeblähte Firmenbilanz

Der Betrug fand zwischen März und Juli 2020 statt. Der in Italien vorbestrafte Unternehmer blähte demnach die Bilanz seiner Firma auf, um das Maximum an Staatshilfen zu erhalten. Er sprach über die Angelegenheit mit dem befreundeten Zahnarzt, der ebenfalls Covid-Hilfsgelder für eine von ihm präsidierte Firma beantragte.

Die Bilanz erfand er frei mit einer Excel-Tabelle. Gemeinsam kauften sie zudem eine andere Gesellschaft auf. Doch eine involvierte Bank kam die ganze Operation merkwürdig vor und erstattete Anzeige. Die beiden wurden verhaftet und sassen seit Anfang Jahr in Untersuchungshaft.

Der Tessiner Polizei und Justizdirektor Norman Gobbi (Lega) kommentierte das Urteil auf Facebook: «Gut diese Verurteilung: Die Schweiz ist grosszügig, darf das aber nicht sein mit Leuten, die von unserem System profitieren wollen!»

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