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Ein 55-Jähriger wurde der sexuellen Handlung mit einem Kind schuldig gesprochen. Der Mann, der Vater und Grossvater ist, wird des Landes verwiesen.

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Vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Burgdorf musste sich am Mittwoch ein Mann verteidigen. 

Vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Burgdorf musste sich am Mittwoch ein Mann verteidigen.

Nicole Philipp/Tamedia AG

Dem 55-Jährigen wurde von der Staatsanwaltschaft ein sexueller Übergriff gegen ein Nachbarsmädchen (13) zur Last gelegt.

Dem 55-Jährigen wurde von der Staatsanwaltschaft ein sexueller Übergriff gegen ein Nachbarsmädchen (13) zur Last gelegt.

Nicole Philipp/Tamedia AG

Er soll das Kind mit Kücken vor seine Wohnung gelockt haben, schliesslich habe er es geküsst und berührt.

Er soll das Kind mit Kücken vor seine Wohnung gelockt haben, schliesslich habe er es geküsst und berührt.

Nicole Philipp/Tamedia AG

  • Ein Mädchen (13) hat angegeben, einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben.

  • Der Nachbar (55) soll dem Kind Küken gezeigt und es danach in die Wohnung gezerrt haben.

  • Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

  • Die Richterin glaubte jedoch den Ausführungen des Kindes.

  • Der Mann wird des Landes verwiesen.

Vor dem Regionalgericht in Burgdorf wurde am Mittwoch ein 55-jähriger Mann wegen sexueller Handlung mit einem Kind schuldig gesprochen. Der von der «Berner Zeitung» als Südländer bezeichneter Mann soll sich im Sommer 2019 an einer 13-jährigen Nachbarin vergriffen haben. Gemäss der Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der Mann dem Kind Küken vor seinem Haus gezeigt und es danach am Arm gepackt und in seine Wohnung gezerrt. Dort soll der Berufstätige das Mädchen am Hals geküsst, und es unsittlich berührt haben. Erst als das Kind gesagt habe, sie müsse gehen, habe er aufgehört. Die Staatsanwaltschaft verlangte, dass der zweifache Vater und Grossvater von drei Kindern zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer Busse von 3000 Franken verurteilt werde. Zudem wurde ein Landesverweis über sechs Jahre verlangt.

Gemäss der Anwältin des Mädchens, leidet das Opfer noch heute unter dem Übergriff. Es wirke oft verschlossen, habe Ängste und schlafe darum oft bei der Mutter. Um es in seine Gewalt zu locken, habe der Mann die Tierliebe der Schülerin ausgenutzt und ihm «einen Teil des unbeschwerten Erwachsenenlebens genommen».

Für Richterin «äusserst glaubhaft»

Gemäss der Opferanwältin gebe es keinen Grund an den Aussagen des Kindes zu zweifeln. Das Mädchen habe bis hin zur Farbe der Unterhosen und zur Schambehaarung detailreich den Fall wiedergeben können. Der Beschuldigte bestreitete die Vorwürfe vor Gericht. Gemäss seiner Aussage hat er lediglich die Küken mit dem Kind gefüttert, danach sei sie, wie so oft, mit seinem Hund spazieren gegangen. Sein Verteidiger befand, dass das Kind die Küsse mehrfach nicht von sich aus genannt hatte.

Für die Gerichtspräsidentin waren die Aussagen des Kindes jedoch «äusserst glaubhaft». Sie verurteilte den Angeklagten zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 100 Franken – er wird zudem für fünf Jahre des Landes verwiesen. Das Mädchen soll eine Genugtuung von 1000 Franken erhalten.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du beim Institut Forio und bei den UPK Basel.

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(cho)

Mann muss Land verlassen, nachdem er sich an 13-jähriger Nachbarin vergriff
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