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In Norwegen muss das optische Nachhelfen von Gesichtszügen und Körperformen mittels Bearbeitungsprogrammen künftig klar kommuniziert werden. Der Gesetzesentwurf soll verhindern, dass sich junge Menschen mit unrealistischen Bildern vergleichen.

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Die niederländische Influencerin Rianne Meijer macht sich über den Perfektionismus auf Instagram lustig und testet beliebte Filter.

Die niederländische Influencerin Rianne Meijer macht sich über den Perfektionismus auf Instagram lustig und testet beliebte Filter.

Instagram/rianne.meijer

Auch die Schweizer Influencerin Sylwina testet Filter und findet, dass dadurch alle User und Userinnen auf Social Media gleich aussehen.

Auch die Schweizer Influencerin Sylwina testet Filter und findet, dass dadurch alle User und Userinnen auf Social Media gleich aussehen.

Instagram/_sylwina_

Nives Arrigoni, erfolgreiche Influencerin in Zürich, befürwortet das neue norwegische Gesetz, welches eine Deklarierung bearbeiteter Fotos vorsieht. 

Nives Arrigoni, erfolgreiche Influencerin in Zürich, befürwortet das neue norwegische Gesetz, welches eine Deklarierung bearbeiteter Fotos vorsieht.

Instagram/nives_arrigoni

  • Junge Menschen werden auf Social Media mit unrealistischen Idealvorstellungen konfrontiert.

  • In Norwegen muss künftig deklariert werden, wenn bei Paid Posts digital am Aussehen nachgeholfen wurde.

  • Schweizer Influencerinnen begrüssen die neue Gesetzgebung der norwegischen Regierung.

Die Verbreitung von unrealistischen Schönheitsidealen verhindern

Diesen einen neuen Filter ausprobieren, hier noch ein wenig Nachhelfen, dort die kurze letzte Nacht vertuschen und fertig ist der Post. Was auf Instagram und anderen Social-Media-Plattformen Alltag ist, soll nun in Norwegen gesetzlich geregelt werden. Um die Verbreitung von unrealistischen Schönheitsidealen zu verhindern, verpflichtet ein neues Gesetz in Norwegen zur klaren Kennzeichnung von retuschierten Fotos. Laut BBC sind von der Änderung des norwegischen Marketing Acts, alle Paid Posts von Social Media Nutzer und Nutzerinnen betroffen, bei denen die Bilder so bearbeitet wurden, dass Haut, Körperform oder Grösse nicht mehr der Realität entsprechen.

Die Schweizer Influencerin Nives Arrigoni befürwortet das Gesetz: «Generell bin ich für mehr Realität auf Instagram. Die Foto- und Videoplattform soll Spass machen und keinen Druck bei den User*innen generieren.» Und genau das möchte die norwegische Regierung erreichen. Dem gesellschaftlichen Druck, der durch die idealisierte Darstellung von Menschen in der Werbung hervorgerufen wird, soll Einhalt geboten werden (Stortinget).

Labels sollen für Klarheit sorgen

Da es oft schwer fällt zu erkennen, was echt ist und was manipuliert wurde, sollen Labels Klarheit schaffen. Laut der Plattform onlinemarketing.de ist es noch unklar, ob das Gesetz auch bei Änderungen der Lichtverhältnisse oder Sättigung des Fotos greift. Influencer und Influencerinnen, wie die Norwegerin Madeleine Pedersen sagt, dass sie nie mit Hilfe einer App an ihrem Gesicht oder Körper schrauben würde, aber für einen besseren Vibe, schönere Kontraste und Belichtung anpasst (BBC). Die Norwegerin Eirin Kristiansen ist skeptisch. Sie sagt dem britischen Newsportal, dass sie nicht glaubt, dass das Gesetz etwas daran ändern wird, wie junge Mädchen und Jungen sich wirklich fühlen.

Die Schweizer Influencerin, Sandra Rodrigues Pinto alias @entre_dois, findet die Bemühungen der norwegischen Regierung sehr wichtig. Sie sagt, dass so wie Werbepartnerschaften deklariert werden müssen, sollten auch Bilder, die mit Photoshop aufpoliert wurden, klar gekennzeichnet werden. Die Horizont berichtete erst kürzlich über die Neuerungen der Kennzeichnungspflicht von Influencer-Werbung, die «deutlich lesbar» sein muss. Mamissa Mboob, @thecolourmemam, denkt auch an ihre professionelle Arbeit als Influencerin. Wer Marken fair repräsentieren möchte, solle die Realität richtig abbilden: «Was bringt es, wenn Influencer*innen eine Hautcreme für glatte Haut bewerben, aber das Bild des Gesichts digital so verändern, dass es babyweich aussieht? Das macht den ganzen Zweck des digitalen Marketings zunichte!»

Sandra Rodrigues Pinto geht sogar noch weiter und würde eine Ausweitung auf andere Formate, wie z.B. Zeitschriften, begrüssen. «Es ist sehr wichtig, dass offengelegt wird, wenn etwas bearbeitet ist.» Besonders für junge Menschen sei es richtig, die Bearbeitung von Bildern in der Werbung und in den Sozialen Medien zu thematisieren. Schliesslich müsse das Verständnis dafür geschult werden, dass ein Perfektionismus existiert, den es in der realen Welt gar nicht gibt.

Das I

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Picstars ist die führende Anbieterin für kreatives, zeitgeistiges und datengesteuertes Influencer-Marketing in der Schweiz. Die 2014 gegründete Agentur, mit Sitz in Zürich und Berlin, findet den «Perfect Match» zwischen Kunden, Kampagnen und Influencer*innen und kreiert inspirierendes Storytelling für eine authentische Markenkommunikation. picstars.com

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