Mehrere Kantone fordern: Tests für junge Erwachsene sollen gratis bleiben

Wie lange soll der Bund die Kosten für Coronatests übernehmen? Der Bundesrat meint: bis zum 11. Oktober. Die Kantone stützten den Kurs der Landesregierung, fordern aber zum Teil Anpassungen.

Soll der Bund die Kosten für die Covid-Tests tragen? Wenn ja, für wie lange? (Symbolbild)

Soll der Bund die Kosten für die Covid-Tests tragen? Wenn ja, für wie lange? (Symbolbild)

Keystone

Der Bundesrat wollte ursprünglich den Hahn bei den Kosten für die Covid-Tests am 1. Oktober zudrehen. In der Konsultation sprachen sich denn auch zwei Drittel der Kantone dafür aus. Seit der Ausweitung der Zertifikatspflicht hat der Druck auf die Landesregierung jedoch zugenommen.

Diesem Druck hat der Bundesrat etwas nachgegeben, aber ganz eingeknickt ist er nicht. Die Coronatests sollen nun länger gratis bleiben, jedoch nur bis zum 11. Oktober. Erstgeimpfte sollen sich hingegen bis Ende November gratis testen können. Diesen Vorschlag unterbreitete die Landesregierung den Kantonen, die bis Dienstag Zeit hatten, Stellung zu beziehen. Es zeigt sich: Viele der Kantone sagen «Ja, aber…» zu den Vorschlägen.

Zürich will Gratistests für alle bis am 30. November

So unterstützt der Zürcher Regierungsrat «grundsätzlich» den Vorschlag, aber seiner Ansicht nach soll der Bund «im Sinne der Gleichbehandlung» die Testkosten bis zum 30. November für alle Personen übernehmen: Sowohl für Ungeimpfte, als auch einmal oder zweimal Geimpfte. Ähnlich argumentiert die Solothurner Kantonsregierung. Alle Personen sollen bis Ende November Zugang zu kostenlosen Tests haben. «So bleibt allen noch Unentschlossenen genügend Zeit, sich in der Zwischenzeit vollständig impfen zu lassen», heisst es in der Stellungnahme.

Nach Ansicht der Urner Regierung soll der Bundesrat hingegen prüfen, ob Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren von der Kostenpflicht befreit werden können – zumindest so lange, wie die erweiterte Zertifikatspflicht gilt. Die Teilnahme am sozialen Leben und der Zugang zu den Bildungseinrichtungen dürfe nicht von den finanziellen Mitteln abhängig sein, wie der Regierungsrat mitteilt. Darüber hinaus soll der Bundesrat bei einer Verbesserung der epidemiologischen Lage die Zertifikatspflicht vor allem im Gastrobereich «auf den frühestmöglich vertretbaren Zeitpunkt» aufheben.

Ähnliches lässt der Kanton Schwyz verlauten. Für Personen bis 25 Jahre sollen die Tests weiterhin kostenlos bleiben. Darüber hinaus sollen Personen über 25 Jahre sich viermal pro Monat gratis testen lassen können, wie es in der Stellungnahme heisst. Die Luzerner Regierung beantragt dagegen wie schon zuvor, dass die gratis Covid-Tests «mindestens bis Ende Jahr» beibehalten werden.

Keine weitere Verlängerungen

Die Aargauer Regierung befürwortete eigentlich das Ende der Gratis-Tests für Ungeimpfte per 1. Oktober und ist trotzdem auch mit dem jüngsten Vorschlag des Bundesrats einverstanden, wie die Stellungnahme zeigt. Basel-Stadt befürwortet ebenfalls den Vorschlag, ebenso wie Glarus. Auch nach Ausweitung der Zertifikatspflicht sei es nicht mehr Aufgabe der Allgemeinheit, die Testkosten für ungeimpfte Personen zu übernehmen, schreibt der Basler Regierungsrat. «Mehr impfen ist nachhaltiger, billiger und einfacher als mehr testen», heisst es in der Stellungnahme.

Unterstützung erhält die Landesregierung auch aus dem Bündnerland. Der Regierungsrat findet gar, dass die Kostenübernahme für einmal Geimpfte bis Ende November «grosszügig bemessen» ist, wie aus der Stellungnahme hervorgeht. Eine weitere Verlängerung sei «auszuschliessen». Der Bundesrat wird voraussichtlich am Freitag über das weitere Vorgehen entscheiden.

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