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Die Impfkampagne der Schweiz erreicht die Migrantinnen und Migranten kaum. Nun wollen die Behörden neue Ansätze finden, damit sich dies ändern kann.

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Schwer an Corona erkranken vor allem Personen mit Migrationshintergrund, wie es in einem Artikel der «NZZ am Sonntag» heisst. 

Schwer an Corona erkranken vor allem Personen mit Migrationshintergrund, wie es in einem Artikel der «NZZ am Sonntag» heisst.

20min/François Melillo

Die Impfkampagne hat diese Bevölkerungsgruppe bis jetzt kaum erreicht, wie…

Die Impfkampagne hat diese Bevölkerungsgruppe bis jetzt kaum erreicht, wie…

20min/François Melillo

…Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, sagt.

…Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, sagt.

Steve Last/20Minuten

  • Die Impfkampagne erreicht aus verschiedenen Gründen Personen mit Migrationshintergrund nur schlecht.

  • Nun arbeiten Behörden und Verbände an verschiedenen Möglichkeiten, dies zu ändern.

  • Gemäss Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, muss auch über eine Wiedereinführung der Einreisequarantäne nachgedacht werden.

Eine Mehrzahl der Covid-19-Patientinnen und Patienten in den Schweizer Spitälern hätten Migrationshintergrund, schreibt die «NZZ am Sonntag». Viele seien eben erst aus den Ferien in ihren Heimatländern zurückgekehrt. Oft seien sie schlecht qualifiziert und informiert, wie Mediziner und Politiker gegenüber der Zeitung angaben. Andere hätten ihren Impftermin auch bewusst erst auf die Zeit nach den Ferien verschoben. Aufgrund ihrer Arbeitssituation hätten sie zudem teilweise schlicht nicht über die Zeit und Energie verfügt, sich mit der Impf-Thematik auseinanderzusetzen.

«Aufgrund dessen, was ich aus den Spitälern höre, ist das ein Problem», sagt Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren. Die Impfkampagne habe diese Bevölkerungsgruppe bis jetzt kaum erreicht.

Einreisequarantäne wieder einführen?

Dem wollen die Kantone nun entgegenwirken: Per Whatsapp, mit Flyern, über Vereine, Integrationsstellen und Botschaften wollen sie die Migrantinnen und Migranten erreichen. Appenzell Ausserrhoden habe etwa Factsheets und Videos in 25 Sprachen aufgeschaltet, Schaffhausen nehme Kontakt mit Ausländervereinen auf und Zürich arbeite mit Botschaften und Konsulaten zusammen, wie es im Bericht weiter heisst. Ob das reicht, werde sich erst nach der nächsten Reisewelle zeigen, meint Engelberger, weshalb er dem Bundesrat eine unpopuläre Massnahme vorschlage: «Wir müssen uns ernsthaft überlegen, die Einreisequarantäne wieder einzuführen.»

Auch sollen die Betriebe eingespannt werden. «Die Wirtschaftsdachverbände Arbeitgeberverband, Gewerbeverband und Economiesuisse überlegen sich zurzeit, wie wir mithelfen können, die Impfquote zu erhöhen», sagt Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt in der «NZZ am Sonntag». Es gehe darum, jene Impfwilligen mit niederschwelligen Angeboten zu erreichen, die mit der Impfkampagne des Bundes noch nicht erreicht werden konnten. Für Vogt gehört zu einer erfolgreichen Impfkampagne auch, dass Impftermine während der Arbeitszeit vereinbart werden können.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(chk/kat)

Mehrzahl der Covid-19-Patienten in Spitälern hat Migrationshintergrund
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