Publiziert

Ein Londoner Pfarrer steht ohne Haus da, weil es ohne sein Wissen verkauft wurde. Der neue Besitzer ist sogar im Grundbuch eingetragen: Das Resultat eines Identitätsdiebstahls.

von

Angela Rosser

Samina Stämpfli

1 / 1

Das Haus des Pfarrers in Luton im Norden Londons gehört nun dem neuen Eigentümer. Die Ermittlungen laufen. (Archivbild)

Das Haus des Pfarrers in Luton im Norden Londons gehört nun dem neuen Eigentümer. Die Ermittlungen laufen. (Archivbild)

imago images/Xinhua

  • Als Pfarrer Mike Hall von seiner Arbeit in Wales nach Luton zurückfuhr, traute er seinen Augen kaum: Er hatte keinen Zutritt mehr zu seinem Haus.

  • Hall wurde Opfer von Betrügern. Diese haben seine Identität gestohlen und sein Haus verkauft. Die Ermittlungen laufen.

  • Stand jetzt: Hall hat keinen Anspruch mehr auf sein Haus, es gehört rechtmässig dem neuen Eigentümer.

Von seinen Nachbarn alarmiert, fuhr Pfarrer Mike Hall von seiner Arbeit in Wales nach Luton, im Norden der britischen Hauptstadt London, zu seinem Haus, um nach dem Rechten zu sehen. Seine Nachbarn riefen ihn am 20. August an und erzählten ihm, dass jemand in seinem Haus sei und überall Licht brenne.

«Ich ging zur Vordertüre, doch mein Schlüssel funktionierte nicht und ein Mann öffnete vom Innern des Hauses die Tür», wird Hall vom «BBC» zitiert. Der Mann, der die Türe öffnete – ein Handwerker, versuchte dem verwirrten Eigentümer zu erklären, dass er gerade in Auftrag des Eigentümers umbauen würde. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, stellte sich als traurige Realität heraus: Alle Möbel des Pfarrers waren weg, das Haus stand leer. Kurz darauf standen sich beide «Eigentümer» des Hauses gegenüber.

Was war passiert?

Das Haus wurde mit Halls gestohlener Identität von mutmasslichen Betrügern für insgesamt 131’000 Pfund verkauft. Der Kauf wurde offiziell abgewickelt und sogar der Grundbucheintrag wurde dabei geändert. Dies verkompliziert die ganze Sache, Hall wurde bei Eintreffen der Polizei gebeten, seine Anwälte zu kontaktieren.

Auf Recherchen von «BBC» hin stellte sich heraus, dass auf Hall ein neuer Führerschein ausgestellt und damit ein neues Bankkonto eröffnet wurde. Dieses wiederum wurde dafür genutzt, um das Haus von Hall zu verkaufen. In Grossbritannien anscheinend kein Einzelfall: Vergangenes Jahr habe das britische Grundbuchamt Entschädigungen in Höhe von 3,5 Millionen Pfund gezahlt.

Bei den Verkäufen und Grundbuchänderungen arbeite man mit professionellen Vermittlern wie Anwälten und Anwältinnen zusammen und verlassen sich auf deren Kontrolle. Die am Verkauf von Halls Haus beteiligten Anwälte wollten sich zum Fall aber nicht äussern. Die Polizeiermittlungen laufen, doch laut BBC gäbe es noch keine Festnahmen. Stand jetzt bekommt Hall sein Haus nicht wieder, weil es rechtmässig den neuen Eigentümern gehöre.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Meldestellen:

Aufklärung:

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

«Mein Schlüssel passte nicht mehr und ein Fremder öffnete die Tür»
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here