Mit Humorvideos von Marco Rima gegen das Covid-Gesetz: Gelingt den Gegnern so die Wende?

Er trägt Glatze und mimt Gesundheitsminister Alain Berset: Kabarettist Marco Rima schaltet sich mit Videoclips in den Abstimmungskampf gegen das Covid-Gesetz ein. In Umfragen haben die Befürworter aber die Nase vorn.

Aus Protest gegen die Covid-Massnahmen hat Marco Rima seine Bühnenkarriere vorläufig auf Eis gelegt. Seine Humorproduktion läuft in diesen Tagen dennoch auf Hochtouren – und zwar im Dienst der Gegner des Covid-Gesetzes, über das das Volk am 28. November abstimmen wird.

Seit Donnerstag kursiert in sozialen Medien ein kurzer Videoclip, in dem Rima, ausgestattet mit Glatze, Gesundheitsminister Alain Berset auf die Schippe nimmt.

Youtube/CH Media Video Unit

Der Komiker gibt dazu frühere Aussagen von Berset, die längst Makulatur sind, wieder. Zum Beispiel: «Sind alle Impfwilligen geimpft, lassen sich Schliessungen nicht mehr rechtfertigen.» Für Menschen ohne Zertifikat jedoch bleiben bis auf weiteres Einrichtungen wie Restaurants oder Fitnesscenter unzugänglich.

Allen Demonstrationen gegen die Zertifikatspflicht zum Trotz scheint der Bundesrat aber auf Kurs zu sein. Gemäss einer aktuellen Tamedia-Umfrage heissen 69 Prozent der Stimmberechtigten das Gesetz gut, das unter anderem die Basis für das umstrittene Covid-Zertifikat liefert.

Marco Rima wird insgesamt sieben kurze Videoclips als Berset-Imitator beisteuern. Kann das Nein-Lager das Steuer dank humoristischer Einlagen herumreissen?

«Man muss immer bis zum Schluss kämpfen»,

sagt Rima. Man werde erst am Abstimmungstag sehen, wie stark die Umfrageresultate der Realität entsprechen.

Rima ist genesen – und verzichtet auf ein Zertifikat

Auf die Idee mit den Videoclips kam Rima an einem Unternehmer-Anlass, an dem die massnahmekritischen Freunde der Verfassung ihre Nein-Kampagne präsentierten. «Ich dachte mir, da braucht es noch eine Prise Humor.» Rima wird erst wieder vor Publikum auftreten, «wenn auch Gesunde ohne Coronaeinschränkungen und ohne Bedingungen wieder am öffentlichen Leben teilnehmen dürfen».

Obwohl Rima von einer Corona-Erkrankung genesen ist, verzichtet er auf ein Zertifikat. Der zertifizierte Mensch bereite ihm Mühe. Rima wurde von Branchenkollegen wie Viktor Giacobbo heftig kritisiert für seine Haltung zu den Coronamassnahmen.

Während die Ja-Kampagne zum Covid-Gesetz lahmt und die Befürworter finanziell kleine Brötchen backen, mobilisieren die Gegner nicht nur mit kabarettistischen Einlagen. Sie haben eine Abstimmungszeitung in einer Auflage von drei Millionen Exemplare (Deutsch und Französisch) gedruckt, die nun sukzessive, zum Teil dank freiwilliger Helferinnen und Helfer, in den Briefkästen der Stimmbürger landen soll. Über ein Crowdfunding wurde schon der Versand von über einer Million Exemplaren gesponsert.

Abstimmungskampf von Haustür zu Haustür

Im Auftrag des Nein-Komitees sind bereits mehrere hundert Abstimmungskämpfer unterwegs, die von Haustür zu Haustür gehen, um das Volk von einem Nein zu überzeugen, wie Kampagnen-Co-Präsident Siegfried Hettegger sagt. Er zeigt sich «erstaunt» über die Tamedia-Umfrage – und glaubt an ein «positives Resultat an der Urne», also ein Nein zu den «Covid-Verschärfungen». «Wenn wir auf der Strasse mit den Menschen reden, kriegen wir ein anderes Bild», sagt er. Zudem wachse die Zahl der Nein-Komitees.

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