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Auf einem Campus filmte der Künstler Song Ta 5000 Frauen und beurteilte sie in einem Artwork. Ein Shitstorm hatte nun die Schliessung des Museums, in dem er ausstellte, zur Folge.

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Je höher die Zahl, desto «unansehnlicher» findet Song Ta die gezeigte Frau.

Je höher die Zahl, desto «unansehnlicher» findet Song Ta die gezeigte Frau.

Screenshot/Twitter AfraWang

Der in der Kritik stehende Künstler Song Ta designt auch Mode.

Der in der Kritik stehende Künstler Song Ta designt auch Mode.

WireImage

  • Der Künstler Song Ta drehte ein Video, in dem er 5000 Frauen bewertet.

  • Das Video, in dem er Platzierungen der Schönheit nach vergibt, war Teil einer Ausstellung in Shanghai.

  • Nach einem Aufschrei in den sozialen Medien wurde das Video entfernt und das Museum für eine Weile geschlossen.

Seit letztem Freitag hängt an dem OCAT-Museum in Shanghai ein Schild auf dem steht: «Liebe Gäste: ab 18. Juni ist das OCAT Shanghai vorübergehend geschlossen. Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten». Grund für die vorübergehende Schliessung ist der filmische Beitrag eines Künstlers, schreibt «The Art Newspaper». Die Ausstellung «The Circular Impact» hätte noch bis 11. Juli laufen sollen und zeigte Werke von 21 Künstlern. Der Künstler Song Ta ist einer von ihnen und Grund für die Schliessung – besser, sein Beitrag ist der Grund.

«Sonst wird es hier zur Hölle»

Sein Werk an besagter Ausstellung ist ein Video-Artwork mit dem Titel «Uglier and Uglier» also «hässlicher und hässlicher». Gemeint sind damit 5000 Frauen, die von ihm in einem siebenstündigen Video bewertet werden. Diese 5000 Frauen filmte und fotografierte Song Ta auf einem Universitätscampus und ordnete sie nach seinem Gusto ein. Angefangen bei der seiner Meinung nach Hübschesten bis zur, wie er es nennt, Hässlichsten. «Wenn man also die Campus-Queen sehen will, muss man so früh wie möglich ins Museum gehen. Sonst wird es mit Einbruch der Dämmerung hier zur Hölle», sagt er.

Erstellt wurde dieses Video schon 2013 und bereits an mehreren Ausstellungen präsentiert. Jetzt aber ernten Song Ta und das Museum massig Kritik für diese Art von Kunst. Am Donnerstag postete eine Nutzerin auf Weibo, einer chinesische Social-Media-Seite, einen Beitrag der kurze Zeit später von der Journalistin Afra Wang auch auf Twitter geteilt wurde. Der Twitter-Post ging in den chinesischen sozialen Medien viral. In ihrem Beitrag nennt sie das Video, «ein verstörendes Stück chinesischer zeitgenössischer Kunst».

Missachtend und urheberrechtsverletzend

Nachdem der Post auf der Plattform Weibo über hundert Millionen Aufrufe erreichte, wurde das Werk Ta’s aus der Ausstellung entfernt. Das Museum sagt auf der Plattform: «Wir haben den Inhalt dieses Kunstwerks und die Beschreibung des Künstlers neu beurteilt. Wir fanden, dass es missachtend gegenüber Frauen und so wie es gefilmt wurde, zudem urheberrechtsverletzend ist.»

In einem Interview mit dem «Vice Magazine» 2019 verteidigte Song Ta seine Arbeit und sagte: «Ich denke, ich habe das Recht, die Wahrheit zu sagen.» Im Interview erzählt Song Ta weiter, er und ein Team von Assistenten hätten die Bilder unter Titeln wie, «verzeihbar hässlich» und «unverzeihbar hässlich», kategorisiert.

Museum gibt Fehler zu

Die Kommentierenden auf Weibo sind empört darüber, dass die Galerie solch «frauenfeindliche» Kunstwerke zeigt. «Es ist 2021. Wie kann man immer noch so derb und ohne Scham Frauen über ihr Aussehen beurteilen», so ein Nutzer. «Dieses Kunstwerk ist nicht nur beschämend, es verletzt auch die Persönlichkeitsrechte dieser Frauen», schreibt ein Anderer, wie die «BBC» berichtet.

Das Museum gab zu, Fehler gemacht zu haben und möchte künftig aktiver prüfen, was man in die Ausstellung aufnehme. OCAT Shanghai habe beschlossen, nicht nur das Werk aus der Ausstellung zu entfernen, sondern auch das Museum für eine gewisse Zeit zu schliessen. Auf die Anfrage des «The Art Newspaper» habe weder das Museum, noch der Künstler Song Ta oder der Museumsdirektor geantwortet.

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Museum wird nach «hässlicher und hässlicher»-Video geschlossen
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