Nach Debakel um «meineimpfungen.ch»: Bundesrat will neuen digitalen Impfausweis

Nach dem Debakel um das Portal «meineimpfungen.ch» spricht sich der Bundesrat für einen neuen digitalen Impfausweis aus. Dieser soll zudem kompatibel sein mit dem elektronischen Patientendossier.

Noch immer oft gesehen: Der Impfausweis in Papierform. Nun zeigt sich der Bundesrat offen, diesen für interessierte auch digital anzubieten.

Noch immer oft gesehen: Der Impfausweis in Papierform. Nun zeigt sich der Bundesrat offen, diesen für interessierte auch digital anzubieten.

Keystone

In einem ersten Schritt hatte sich der Bundesrat bereits im September grundsätzlich für einen Neuanlauf eines freiwilligen, digitalen Impfausweises ausgesprochen. Doch damals schlug die FDP-Fraktion im Bundeshaus vor, diesen neuen Impfpass an das Covid-Zertifikat zu knüpfen.

Doch das geht laut Bundesrat nicht: Denn verliert eine Person zum Beispiel ihr Handy, sind auch alle lokal in der App gespeicherten Daten weg. Und so hat Nationalrat Marcel Dobler (FDP/SG) einen zweiten Anlauf genommen. Dabei schlägt er vor, den neuen elektronischen Impfausweis mit dem elektronischen Patientendossier zu verknüpfen.

Im zweiten Anlauf beisst Bundesrat an

Und prompt zeigt sich die Landesregierung in ihrer am Donnerstag publizierten Antwort offen, für weitere Digitalisierungsschritte im Gesundheitswesen doch noch von den grundsätzlich guten Erfahrungen mit dem Corona Zertifikat profitieren zu wollen.

Denn es erscheine «sinnvoll», den Bürgerinnen und Bürgern mit einem elektronischen Impfausweis die Aufbewahrung der Impfdaten an einem sicheren und immer zugänglichen Ort zu ermöglichen. Der Bundesrat möchte mit dem digitalen Impfausweis nun überdies die Möglichkeit schaffen, dass Interessierte auch gleich erfahren können, ob verabreichte Impfungen den aktuellen Impfempfehlungen des Bundes entsprechen.

Breit abgestütztes Anliegen

Als Nächstes wird die nationalrätliche Gesundheitskommission über den Vorstoss beraten. Im Parlament sollten die Chancen auf eine Mehrheit allerdings intakt sein: Bei der Einreichung haben den FDP-Vorstoss Vertreterinnen und Vertreter aus fünf weiteren Parteien mitunterzeichnet.

Noch Anfang Jahr hätte eigentlich die private Plattform «meineimpfungen.ch» um die Funktionen eines elektronischen Impfbüchleins erweitert werden sollen. Doch dann machte das Online-Magazin «Republik» gravierende Sicherheitslücken publik. Die Plattform, die auch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterstützt und zur Nutzung empfohlen worden war, zählte damals 400’000 Nutzerinnen und Nutzer. Inzwischen ist «meineimpfungen.ch» vom Netz. Zuletzt stand das Portal nochmals in den Negativschlagzeilen, als es den Nutzerinnen und Nutzern ihre Impfdaten unverschlüsselt per Mail zustellte.

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