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Die Zeiten seien schwierig genug, da habe das Publikum wenig Lust auf deprimierenden Stoff, sagen Filmschaffende. Der Streaming-Boom sorge zudem für eine grössere Genre-Vielfalt.

Uns wird es in nächster Zeit unter anderem nach Cheesy Rom-Coms à la der «To All the Boys»-Trilogie gelüsten, sagen Hollywood-Expertinnen und -Experten. Hier ist der Trailer zum finalen Film «Always and Forever».

Netflix

  • Wie sieht Kino aus, wenn Kino wieder normal stattfinden kann?

  • Laut Expertinnen und Experten vor allem fröhlich und optimistisch.

  • Nach einer Pandemie habe man schliesslich wenig Lust auf Stoff über Isolation und andere schwere, traurige Themen.

Die aktuelle Situation mit The Rona und den damit verbundenen Lock- und Shutdowns hat einen grossen Einfluss auf die Art der Filme, die wir in nächster Zeit schauen wollen, sind sich Fachleute aus Hollywood sicher – und einig. Gegenüber dem Branchenportal «Variety» wagen sie Prognosen.

Gefragt: Feel-good-Stoff

Milan Popelka, Chef von FilmNation («Arrival», «Late Night», «Greyhound»), weiss: «Die Leute wollen abschalten. Fröhlichere und optimistischere Geschichten werden sehr gefragt sein. Es gibt genug Stress auf der Welt, deshalb glaube ich, dass die Leute keine Lust haben, etwas zu schauen, das diesen Stress noch verstärkt.»

Sprich: Gemäss den Filmschaffenden sind in naher Zukunft vor allem Comedys, Musicals und generell Feel-good-Storys hoch im Kurs – in Kombi mit den gewohnten Comicverfilmungen und Fortsetzungen von Hits. Das bedeute auch, dass Stoff über die Pandemie und deren Auswirkungen nicht sehr beliebt sein wird.

Schwierig: Alles, was an Corona erinnert

«Das Letzte, was das Publikum sehen will, sind Storys über Leute in Isolation oder welche, die Masken tragen», sagt Jason Blum, Gründer von Blumhouse Productions, das in den vergangenen Jahren speziell das Horror-Genre gehörig aufgemischt und aufgefrischt hat – und ausgerechnet mit Filmen über Leute in Isolation («Get Out») und über solche mit Masken («Us») grosse Erfolge feierte.

Er fährt fort: «Die Leute haben genug von der Pandemie. Ich glaube nicht, dass viele Filme kommen werden, die sich explizit um Covid drehen werden. Schade, hat das niemand Bombast-Filmer Michael Bay gesagt, der 2020 den Corona-Thriller «Songbird» produziert hat (dieses Jahr soll er «auf einem grossen Streamingportal» verfügbar gemacht werden).

Der Trailer zu «Songbird» mit KJ Apa und Sofia Carson.

STX Films

Die Pandemie stärkt die Streamer …

Die Fachleute gehen zudem davon aus, dass die eh schon grosse Auswahl an Filmen sehr bald sehr viel grösser wird, da The Coco Streamingportalen massiven Rückenwind verleiht, schliesslich verbringen wir seit einem Jahr aussergewöhnlich viel Zeit zuhause und alleine. Disney+ beispielsweise hat vor zwei Wochen verkündet, weniger als eineinhalb Jahre nach dem Launch bereits 100 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten zu haben (Netflix hat «nur» doppelt so viele und ist ungleich länger im Geschäft).

In den USA sind in den vergangenen zwölf Monaten zudem Paramount Plus, Peacock und HBO Max an den Start gegangen und diese Plattformen brauchen – genau wie Netflix, Disney und Amazon – guten, exklusiven Content. «Diese Streaming-Services möchten an die 100 Filme pro Jahr releasen und sind entsprechend bereit, zu investieren», so Blum. Saban-Films-Präsident Bill Bromiley («Guns Akimbo», «Fatman») bringt es gegenüber «Variety» auf den Punkt: «Es gibt mehr Käufer und mehr Konkurrenz für Filme, das ist gut fürs Business.»

Comicverfilmungen werden laut Insidern weiterhin sehr beliebt sein. Hier ist der Trailer zu «Black Widow», der nach mehrmaligen Verschiebungen (hoffentlich) am 6. Mai in den Deutschschweizer Kinos anläuft.

Marvel Studios/Disney

Kombiniert mit oben erwähntem Verlangen nach anderen Story-Inhalten bietet das Filmschaffenden mehr Chancen sowie mehr Möglichkeiten und erlaubt es ihnen auch, Risiken einzugehen. Erfolgsstorys wie das durch Hits wie «The Kissing Booth» oder «To All the Boys» wiederbelebte Rom-Com-Genre zeigen, das sich das lohnen kann.

… und beflügelt später die Kinos

Sobald die Situation es erlaubt, Filme wieder ohne aufwendige Covid-Sicherheitsmassnahmen zu produzieren (Produktionen kosten wegen des Mehraufwands für die Vorkehrungen und zusätzlichem Personal mehr als sonst), werden wir laut den Expertinnen und Experten einen klaren Anstieg der Releases erleben.

Und zwar auch im Kino, trotz des Aufstiegs der Streamer. «Junge Leute werden jede Möglichkeit nutzen, Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam Dinge zu erleben», sagt Produzentin Gail Berman.

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Nach der Pandemie haben wir Bock auf Rom-Coms und Musicals
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